Too big to fail.

Auf DVD: Idiocracy

Donnerstag, 29.11.2007

Mike Judge ist der Erfinder von Beavis und Butt-Head und King of the Hill sowie Schöpfer des Films Office Space, der (in den USA) Kultstatus hat. Sein letzter Film heißt Idiocracy, wurde in Amerika nur in ganz wenigen Kinos und ohne jede Publicity gestartet und lief anfang des Jahres mit einer gegen Null tendierenden Aufmerksamkeit in einer handvoll deutschen Kinos. Inzwischen gibt’s den Film auf DVD, und da gehört er auch hin, denn da kann man den Film im englischen Originalton sehen. Ich habe die deutsche Tonspur nur in ganz kleinen Stichproben getestet, aber ich glaube nicht, dass eine Übersetzung hier funktioniert. Der Film arbeitet einfach sehr viel mit Sprache.

Ausgangspunkt ist die (nicht ganz von der Hand zu weisende) These, dass die intelligenteren Leute unserer Gesellschaft immer weniger Kinder kriegen, während die Dumpfbacken sich vermehren wie die Karnickel. Konsequent zu Ende gedacht ist die Menschheit (hier gleichgesetzt mit den USA) in ein paar hundert Jahren komplett verblödet. Der Film nutzt den bewährten Zeitreise-Kniff der Kryonik, um Hauptdarsteller Luke Wilson zusammen mit einem weiblichen Sidekick in die Zukunft zu schicken. Er wird als Soldat im Jahr 2005 eingefroren und wacht 2505 in Deppenhausen wieder auf.

Dieses Jahr 2505 hält alles bereit, was wir heute schon kennen, nur dass es bis an die Grenze übersteigert wird. Werbung ist noch allgegenwärtiger als heute, im Fernsehen läuft eine Extremvariante von Jackass, im Kino wird ausschließlich gefurzt, der Zeitschriftenmarkt beschränkt sich auf Tittenblätter, es gibt nur noch Fastfood und der US-Präsident war früher mal Wrestler und Pornostar. Klar, dass unser Soldat aus dem Jahr 2005 in dieser Welt (wo er durch einen Computerfehler den schönen Namen Not Sure bekommt) der klügste Mann auf Erden ist. Zuerst mal macht er sich allerdings wegen seiner snobistischen Sprache und seinem komischen Verhalten sehr verdächtig, wird verhaftet und muss sich vor Gericht verantworten. Die Gerichtsverhandlung sieht natürlich aus wie Barbara Salesch auf Speed. Später wird Not Sure jedoch wegen seines hohen IQ zum Innenminister ernannt und bekommt die Aufgabe, das Problem der Dürre zu lösen.

Idiocracy macht sich keineswegs nur auf billige Weise über Doofies lustig (das auch, aber eher im Vorbeigehen), sondern versucht sich eher an Gesellschaftskritik. Mitverantwortlich für die allgemeine Verdummung sind die großen Firmen, die von der Dummheit des Volkes profitieren. Und einige dieser Firmen werden überraschend unverblümt genannt. Bei Starbucks z.B. gibt es in der Zukunft Handjobs statt Kaffee, die Fastfood-Ketten Fuddruckers und Carl’s Jr. kommen vor (und nicht gut weg), und es gibt den Fox News Channel (auf dem Bodybuilder mit nacktem Oberkörper die Nachrichten aufsagen).

Es gibt im Film einige ziemlich platte Gags, außerdem sieht man dem Film gelegentlich sein knappes Budget an, trotzdem macht Idiocracy unterm Strich richtig Spaß. Das Drehbuch hat genügend originelle Ideen, das Tempo stimmt, die Macher legten viel Wert auf kleine Details am Rande (Schilder, Werbeplakate u.ä.), und es gibt reichlich echte Lacher. Großartig z.B. die Szene, als Not Sure in einen Vergnügungspark geht, wo er eine kleine Geschichtslektion bekommt: “We’re gonna take you back to the year 1939 when Charlie Chaplin and his nazi regime enslaved Europe and tried to take over the world… But then an even greater force emerged, the U.N. [pronounced “un”] … and the U.N. un-nazied the world - forever.”

Eine wirklich witzige Komödie, die hoffentlich auf DVD noch ein kleiner Sleeper Hit werden kann. Sie hätt’s verdient.

Co-Autor des Films ist übrigens ein gewisser Etan Cohen, der aber nichts mit Ethan Coen zu tun hat und wohl auch kein Schreibfehler ist.

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Trailerschau für Filmstarts vom 22.11.

Montag, 26.11.2007

Im Kino sehen:
Persepolis: Wirklich toller Film, eine echte Empfehlung!

Vielleicht mal im Fernsehen:
Rendition (Machtlos): Es ist wieder die Jahreszeit für amerikanischen Mainstream mit etwas Anspruch und politischem Anstrich — Oscar-Season. Hier geht es um den Einsatz von Folter im War on Terror, Jake Gyllenhall spielt die Hauptrolle.

4 Luni, 3 Saptamini si 2 Zile (4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage): Der Sieger von Cannes 2007, ein Abtreibungsdrama aus der harten Realität des kommunistischen Regimes im Rumänien der 80er.

Meine schöne Bescherung : Weihnachten in der Patchworkfamilie, mit einer deutschen All-Star-Besetzung. Läuft in einem Jahr sicher im Fernsehen, dort isses bestimmt ganz nett.

Across the Universe: Eine aus Beatles-Songs gestrickte Hippiegeschichte mit Jude (Hey) und Lucy (in the Sky). Sieht ganz schön kitschig aus, hat aber auch sehr originelle Bilder.

Happily N’Ever After (Es war k’einmal im Märchenland): Digital animierte Märchenparodie, in Deutschland produziert. Wirkt ein bisschen glatt und zahnlos.

Muss nicht sein:
Tell: Auch die Schweiz kriegt ihre 7 Zwerge, mit dieser Wilhelm-Tell-Klamotte, unterstützt von ein paar Comedynasen aus dem deutschen Privatfernsehen.

Seed: “Meister” Uwe Boll und sein Versuch, auf der Welle der harten, schlimmen, Horrorfilme mitzureiten.

Abgelegt unter: Trailerschau
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Novemberbilanz

Sonntag, 25.11.2007

DSL-Zugang: Nach wochenlangem Rumzicken und regelmäßigen Verbindungsabbrüchen hat sich der Provider entschlossen, ein neues Modem zu schicken. Seitdem flutscht’s wieder.

Strom: Eine verschmorte Leitung bescherte uns eine Woche ohne Licht in Bad, Küche, Flur und Mehrzweckraum, den Kauf einer Arbeitslampe als Notbeleuchtung, neue Übungen in der Kunst der Improvisation und am Ende einen komplett neuen Sicherungskasten mit schönen kleinen Kippschalterchen statt der uralten Schraubdinger.

MP3-Player: 10 Monate hat er gehalten, mein schicker kleiner Minifestplattenplayer ohne Apfellogo. Bis eines Tages nichts mehr ging und der Player außer “Checking Disk” nichts mehr zum Besten gab. Gut, dass da noch Garantie drauf war, der Händler hat mir nach Rücksendung des Geräts den vollen Kaufpreis erstattet. Ich mochte den ganz gerne, bestelle aber jetzt trotzdem lieber ein anderes Gerät als Ersatz. Flash scheint mir für den Hosentascheneinsatz doch besser geeignet zu sein als ‘ne Festplatte.

Jetzt reicht’s aber langsam mal wieder mit den Defekten, okay?

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Im Kino: Persepolis

Freitag, 23.11.2007

Eine Frau sitzt am Pariser Flughafen und erinnert sich. An ihre Kindheit im Iran, an ihre Familie, die sie dort zurückgelassen hat. An die Zeit in Wien, wo sie als Jugendliche lebte, an ihre kurzfristige Rückkehr in den Iran. An verschiedene Ex-Freunde. Und immer wieder an ihre Großmutter, ihre vielleicht wichtigste Bezugsperson.

Die Frau ist Marjane Satrapi, geboren 1969 in der iranischen Stadt Rasht. Zwischen 2000 und 2003 hat sie ihre Erinnerungen in Form eines Comics festgehalten: Persepolis wurde ein großer Erfolg und hat international zahlreiche Leser gefunden, darunter auch viele, die bis dahin nie einen Comic in der Hand gehalten hatten. Der Persepolis-Comic ist zeichnerisch äußerst simpel gehalten: schwarz und weiß, klare Linien, ein reduzierter einfacher Strich, wie er manchmal in Kinderbüchern zu finden ist. Vielleicht war es gerade diese Einfachheit, die den Comic auch Leuten zugänglich machte, die sonst keine Comics lesen.

Es ist ein Glücksfall, dass diese Ästhetik für die Persepolis-Verfilmung (Regie: Satrapi selbst, unterstützt von ihrem Kollegen Vincent Paronnaud) beibehalten wurde. Die klassische 2D-Zeichentrick-Animation folgt den Zeichnungen von Marjane Satrapi, und ebenso wie im Comic sind die Bilder auch auf der Leinwand in purem schwarz und weiß gehalten (mit ganz wenigen Ausnahmen). Lediglich für die Hintergründe wurden auch Grautöne verwendet. Dieser einfache und sehr wirkungsvolle Look sorgt für eine sehr unmittelbare Nähe zwischen dem Zuschauer und dem, was da auf der Leinwand erzählt wird. Man fühlt sich sofort verbunden mit dem Mädchen Marjane und den Menschen, von denen sie erzählt. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass sie von einer Welt erzählt, die dem durchschnittlichen Westeuropäer völlig fremd ist bzw. komplett aus Klischeevorstellungen besteht. Der Iran? Ist das nicht dieses Land mit dem durchgeknallten Präsidenten, wo alle mehr oder weniger radikale Muslime sind?

Persepolis macht klar, dass der Iran und seine Menschen vielschichtiger sind als dieses Klischeebild. Wir sehen den Alltag in diesem Regime, der vor allem für Frauen von zahlreichen Tabus und Verboten geprägt ist, wir sehen Verhaftungen und hören von Hinrichtungen. Wir sehen aber auch, wie Menschen versuchen, sich in dieser engen Welt kleine Freiräume zu schaffen, wie sie keineswegs alle ihren politischen Führern willenlos folgen. Marjanes Familie steht stellvertretend für aufgeklärte, gebildete Bürger, die mit dem Regime nicht einverstanden sind, aber ihre Heimat zu sehr lieben, um fortzugehen. Wie viele andere freuen sie sich zunächst über den Sturz des Schahs (1979), ehe sie begreifen, dass dessen Nachfolger vielleicht sogar schlimmer sind.

Über die enge Verbindung zwischen dem Privaten und Alltäglichen mit dem Politischen bekommen wir nebenbei einen kleinen iranischen Geschichtskurs, der federleicht und beiläufig eingeflochten wird und überhaupt nicht schulmeisterlich wirkt. In einer Szene, in der Marjanes Onkel, ein Widerständler, erzählt, ist die Geschichtslektion stilistisch sehr schön umgesetzt: Ein Vorhang öffnet sich und wir blicken auf eine Bühne, auf der historische Ereignisse mit Stabpuppen dargestellt werden.

Als Marjane in die Pubertät kommt und immer aufmüpfiger wird, schicken die Eltern ihre Tochter nach Wien, um sie vor möglichen schlimmen Folgen ihres Freiheitsdrangs zu schützen. In Wien wird Marjane erwachsen, und zwar auf die harte Tour. Sie muss lernen, was es heißt, fremd zu sein und von vermeintlichen Freunden enttäuscht zu werden. Sie erlebt einen regelrechten Absturz, der sie beinahe umbringt.

Vor allem in diesem Kapitel gibt es einige sehr bittere Momente, aber als ganzes ist Persepolis kein bitterer Film. Denn alle Tragik wird hier von einem äußerst liebenswerten Humor aufgefangen. Einige Szenen, die die absurd strengen religiösen Regeln und ihre Überwacher zeigen, müssen gar nicht großartig übertrieben dargestellt werden, sie sind an sich schon komisch genug. Drama und Witz halten sich die Waage und harmonieren so gut, wie man das höchst selten im Kino sieht. Dazu tragen auch die Ausflüge ins Surreale bei, in Marjanes Vorstellungswelt, wo ein hübscher Jüngling zum hässlich entstellten Typen wird und wo sich Gott mit Karl Marx unterhält. Zudem gibt es eine großartige Musicalnummer zum Rocky-Song “Eye of the Tiger”. Szenen, die wohl nur in einem Zeichentrickfilm funktionieren, und die sich hier nahtlos ins Ganze fügen.

Auf dem Festival in Cannes gewann Persepolis den Preis der Jury, und Frankreich schickt den Film ins Rennen um den Auslands-Oscar 2008. Aber es braucht gar keine glänzenden Preise, um die Besonderheit und die Qualität des Films zu erkennen. Er ist politisch und unterhaltsam, anrührend und witzig zugleich, und damit tatsächlich einer der wenigen Filme, die man wirklich fast jedem empfehlen kann (es sei denn, derjenige sieht ausschließlich Action-Blockbuster) und bei denen man auch Lust bekommt, ihn ein zweites Mal zu sehen.

In ein klein wenig längerer Form erschienen bei Comicgate.

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Och

Mittwoch, 21.11.2007
SZ: Auf Ihrer DVD ist auch ein Video des Popsängers TIM zu sehen. Das war das frühe Scheitern des jungen Olli Dittrich.
 
Dittrich: Das war ein sehr aufwendiges Video, das damals in England gedreht wurde.
 
SZ: Wie kommt man auf den Namen TIM?
 
Dittrich: Ich war damals ein großer Fan von Tim und Struppi.
 
SZ: Och.
 
Dittrich: Ja, so einfach ist das manchmal.

Hans Hoff interviewt Olli Dittrich in einem SZ-Interview, in dem er sich u.a. auch für die neue Elektromarkt-Kampagne rechtfertigt.
Ach, übrigens, wer’s noch nicht bemerkt hat: Seit ein paar Wochen laufen neue Dittsche-Folgen, beim WDR gibt’s die auch als Podcast.



Auf DVD: Cars

Mittwoch, 21.11.2007

Cars wurde ja (ganz im Gegensatz zu den anderen Animationsfilmen aus dem Hause Pixar) von den meisten eher reserviert aufgenommen, und so hat es auch eine Weile gedauert, bis ich mir den Film dann doch mal zu Gemüte geführt habe. Und es hat sich nicht wirklich gelohnt. Cars ist kreuzbrave Familienunterhaltung, technisch brillant, mit ein paar netten kleinen Gags am Rande, aber ohne das gewisse Etwas, das Begeisterung auslösen könnte. Dazu ist das Ding dann auch noch amerikanisch bis zum Anschlag. Es bedient einen ausgeprägten Automobil-Fetischismus ebenso wie die nostalgische Verklärung der legendären Route 66 (beides Anknüpfungspunkte, die bei mir überhaupt nicht funktionieren).

Die Story dreht sich um den Sportwagen Lightning McQueen (im Original gesprochen von Owen Wilson), ein hochnäsiger, aufgeblasener Typ, dem sein schneller Erfolg zu Kopf gestiegen ist. Durch Zufall landet er in einem kleinen, halbverfallenen Nest an der halbverfallenen Route 66, das von halbverfallenen Autos notdürftig am Leben erhalten wird. Natürlich sind die Bewohner dieses Nestes alles dufte Typen, halten toll zusammen, Lightning wird geläutert und verlieben darf er sich auch noch. Der klassische Mainstream à la Disney eben.

Interessant wird die Sache erst dadurch, dass die Welt von Cars eben von Autos bevölkert wird, und zwar ausschließlich. Die Pixar-Leute haben es wirklich erstaunlich gut hinbekommen, aus Autos echte, ziemlich lebendig wirkende Charaktere zu schmieden und fahren dabei auch das ganze Arsenal auf, vom schnittigen Sportcoupé über rostige Landmaschinen bis zum eleganten Straßenkreuzer (der moderne Standard-Mittelklassewagen, der von jedem Hersteller gleich aussieht, kommt auch kurz vor, in Form von zwei doofen Touristen, die sich auf dem Weg nach Graceland verirrt haben). Sehr hübsch sind auch die kleinen Details, z.B. Kondensstreifen am Himmel in Form von Reifenspuren, geflügelte VW-Käfer als Insekten oder Autowerkstätten als Kliniken.

Und trotzdem: ein Auto bleibt ein Auto und wird, zumindest in meinen Augen, niemals so menschlich, wie eine Weltraumfahrerpuppe, ein haariges Monster, ein Clownfisch oder eine Ameise werden kann. Das fängt schon damit an, dass so einem Auto die Arme fehlen und geht damit weiter, dass ich mich frage, was die beiden verliebten Blechbüchsen wohl anstellen, nachdem die Kamera weggeschwenkt hat. Vielleicht fehlt mir hier der kindliche Blick, der einfach akzeptiert, dass Autos auch Menschen sind.

Das eigentliche Problem neben der sehr flachen und vorhersehbaren Story: Der ganze Film fühlt sich wahnsinnig langatmig und zäh an und zieht sich über lange 110 Minuten. Bis man die Exposition hinter sich hat und die eigentliche Geschichte beginnt, vergeht schon eine halbe Stunde. Es fehlt an Überraschungsmomenten, an Esprit, an wirklich guten Gags, an Rasanz (Ja, okay, wir haben zwei sehr schick inszenierte große Autorennen, aber die haben niemals den Wahnwitz, den z.B. die Incredibles stellenweise hatten). Dazu kommt die aufgesetzte Moral des Films, die noch dazu mit schmalzigster Musik unterstrichen wird, und der kitschige Nostalgiefaktor.

So ist Cars, obwohl animationstechnisch auf extrem hohem Niveau, der bisher schwächste Pixar-Film. Aber es sieht so aus, als wäre das nur ein kleines Wellental. Von Ratatouille hört man vorwiegend gutes, und die ersten Teaser für Wall-E sehen sehr vielversprechend aus.

Abspann: Der macht fast mehr Spaß als der ganze Film. Die Cars gehen ins Autokino und gucken Toy Car Story 2, Monster Trucks, Inc. und A Bug’s Life. Und ganz am Ende sehen wir als Schlussgag nochmal die beiden Touristen auf Elvis-Suche.

DVD-Bonus: Ein langweiliger (Mater and the Ghostlight) und ein sehr hübscher Kurzfilm (One Man Band), ein paar entfallene Szenen und eine Doku, in der Regisseur und John Lasseter seine Liebe zur Route 66 zum Ausdruck bringt. Und dabei ein Hemd trägt, dass mich noch lange in meinen Albträumen verfolgen wird.

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Trailerschau für Filmstarts vom 15.11.

Dienstag, 20.11.2007

Im Kino sehen:
Ex Drummer: Dieser schmutzige kleine Film aus Belgien kam wohl auf dem Fantasy Filmfest richtig gut an, z.B. beim Wortvogel.

Auf die DVD warten:
Beowulf (Die Legende von Beowulf): Pro: Neil Gaiman und Roger Avery verantworten das Drehbuch. Contra: Dieses glatte Digitalrendering gibt allem einen so künstlichen Look. Pro: Den gibt’s in 3D! Contra: Angelina Jolie tut mit.

Free Rainer - Dein Fernseher lügt: Kriegt von den Filmkritikern grade böse aufs Maul. Ich mochte Hans Weingartners bisherigen Output sehr und finde auch das Thema (Fernsehen macht uns alle blöd) interessant, werde mir also selbst ein Bild machen.

American Gangster: Hier scheint die Kritik dagegen recht begeistert zu sein. Björn fands jedoch arg zäh. Denzel Washington spielt einen Drogenbaron der 70er Jahre.

Wir sagen Du! Schatz.: Kleiner, schräger deutscher Film über einen Typen, der sich ein paar Leute kidnappt, die dann mit ihm Familie spielen sollen. Sieht ziemlich interessant aus.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Takva (Takva - Gottesfurcht): Türkischer Film über den Gegensatz zwischen Religiosität und modernem Alltag. Sieht spannender aus, als sich das auf den ersten Blick anhört. (Blicken und anhören? Naja, egal.)

The 11th Hour (11th Hour - 5 vor 12): Leonardo DiCaprio mit dem Quasi-Sequel zum Al-Gore-Smashhit An Inconvenient Truth. Hier geht’s etwas allgemeiner um Umweltschutz, und natürlich wird das auf eine durch und durch amerikanische Weise präsentiert.

Das Erbe der Bergler: Schweizer Doku über die sog. Wildheuer, die noch auf traditionelle Weise Heu in den Schweizer Bergen ernten.

King of California: Michael Douglas als leicht verrückter alter Zausel auf Schatzsuche, den man irgendwie lieb haben muss. Naja.

Schöner leben: Episodenfilm mit Szenen aus Berlin am Heiligabend.

Muss nicht sein:
Daddy Day Camp (Der Kindergarten Daddy 2: Das Feriencamp): Das großartigste an diesem strunzdoofen Ferienlager-Film dürfte Mark Kermodes herrlicher Radio-Verriss (”excrementally terrible”) sein, den man sich hier anhören kann.

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Kuttner und Kuttner, ab morgen bei Radio Eins

Samstag, 17.11.2007

Es ist ein irgendwie logischer Schluss: Jürgen Kuttner, Meister des philosophischen Dauerlaberns, Welterklärer und seit Jahren bei Radio Fritz auf Sendung und seine Tochter Sarah, die, wie sich herausgestellt hat, fürs Fernsehen zu gut ist, machen gemeinsam eine Radiosendung. Die heißt folgerichtig Kuttner & Kuttner, läuft ab morgen Sonntagabends beim RBB-Sender Radio Eins, der für ehrliche Gebührenzahler außerhalb Berlin-Brandenburgs auch einen Stream bereithält. Insgeheim hoffe ich ja darauf, dass die Sendung anschließend als Podcast bereitgestellt wird.

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Im Kino: 30 Days of Night

Donnerstag, 15.11.2007

Barrow, das nördlichste Nest der USA, am Rande Alaskas, umgeben von Eis und Schnee. Im Winter gibt es hier eine Spanne von 30 Tagen, in denen die Sonne nicht aufgeht. Nur die Hartgesottenen bleiben dann im Ort. Wer die Gelegenheit hat, flüchtet lieber für ein paar Wochen in hellere und wärmere Gefilde. Für Vampire allerdings, die das Sonnenlicht bekanntlich scheuen, sind 30 Tage Dunkelheit ein paradiesischer Zustand. So kommt es, dass pünktlich zum Start der dunklen Zeit alle Kommunikationsmittel und mögliche Fluchtvehikel in Barrow zerstört werden, ehe ein Rudel Vampire in die Stadt einfällt, um sich in den nächsten 30 Tagen mal so richtig satt zu essen.

Der gleichnamige Comic von Steve Niles, erschienen 2002, lebte vor allem von zwei Aspekten: Erstens von der simplen, aber sehr bestechenden Grundidee, dass ein Ort in Alaska, in dem 30 Tage Dunkelheit herrschen, der ideale Spielplatz für Vampire sein müsste. Zweitens von Ben Templesmiths Artwork, das sich stark vom Comicmainstream abhebt, dabei aber trotzdem zugänglich ist und für eine sehr düstere Atmosphäre sorgt.

Würde man die Story aus dem Comic eins zu eins als Film adaptieren, wäre dieser nach 30 bis 40 Minuten vorbei. Niles und Templesmith erzählen ihre Geschichte sehr komprimiert, in dreimal 22 Seiten, zwischen denen jeweils eine gewisse Zeitspanne vergeht. Sie konzentrieren sich auf wenige Einzelpersonen und vertrauen ansonsten auf die graphischen Effekte zwischen weißem Schnee, rotem Blut und schwarzer Nacht.

Eine direkte, sehr werkgetreue Adaption wäre wohl zum Scheitern verurteilt, also lösen sich Produzent Sam Raimi, Regisseur David Slade und die Drehbuchautoren (darunter verblüffenderweise auch Steve Niles selbst!) von der Vorlage und machen dabei einiges richtig. Aber auch vieles falsch.

Sehr gelungen ist der visuelle Look. Hier bleibt der Film eng am Comic und versucht mit ungesättigten Farben und viel Düsternis eine ähnliche Atmosphäre zu erzeugen. Auch das Design der Vampire folgt Ben Templesmiths Vorlage. Das Ergebnis scheint nicht jedermanns Sache zu sein, mir gefielen die anzugtragenden Blutsauger mit den Raubtiergebissen jedoch sehr gut. Diese Vampire entsprechen nicht dem Klischee der langhaarigen, irgendwie verführerischen Spezies im Gothic-Chic mit Rüschenhemd. Das sind schon eher richtige Monster.

Was das menschliche Personal angeht, gibt der Comic außer der Hauptfigur, Sheriff Eben, und dessen Frau wenig her. Hier mussten die Drehbuchschreiber kreativ werden, etwas originelles ist ihnen allerdings nicht eingefallen. Eben bekommt eine Mutter und einen Bruder (Familienbande!), aus seiner ihn liebenden Frau wird die Ex, damit diese sich in all dem Drama nochmal neu verlieben kann, dazu gibt es einen dementen Opa, einen burschikosen Draufgängertypen und ähnliche Stereotypen. Das Problem ist: Für keine dieser Figuren interessiert man sich als Zuschauer wirklich. Alle bleiben extrem blass, und auch das Drehbuch legt sie irgendwann einfach zur Seite wie einen ausgelöffelten Joghurtbecher. So dienen die einzelnen Figuren hauptsächlich den in diesem Genre üblichen Dezimierungsspielchen, bis am Ende nur noch ein kleiner Teil der Gruppe am Leben ist.

Über weite Strecken bietet 30 Days of Night das, was man so ähnlich aus einigen Zombiefilmen, aber auch aus Western und anderen Genrestoffen kennt: Eine kleine Gruppe von Menschen in der Defensive, kein Kontakt zur Außenwelt, eingesperrt in engen Räumen, draußen lauert der Tod. Das eigentliche Drama könnte hier in der zeitlichen Dimension liegen, die man ja schon im Titel spazieren führt. 30 Tage, eine verdammt lange Zeit. Das Drehbuch (das wohl unter etlichen Re-Writes zu leiden hatte) verschenkt diese Gelegenheit völlig: Zwischendurch werden Tage und Wochen einfach übersprungen, und in der Zwischenzeit scheint exakt nullkommanichts passiert zu sein. Timing und Rhythmus stimmen hinten und vorne nicht. Nicht nur, dass sich Geschichte sich ohne weiteres auch an einem Wochenende hätte abspielen können, die langen Zeitspannen eröffnen auch allerlei riesige Logiklöcher.

Eine weiteres Manko sind die Darsteller: Dass man das Kanonen-, pardon, Vampirfutter nicht mit Hochkarätern besetzt, ist nachvollziehbar. Für die Hauptrolle aber hätte man wirklich nicht gerade den glatten Schönling Josh Hartnett besetzen müssen. Der ist auch mindestens 10 Jahre zu jung für die Rolle. Das hier wäre ein Job für Bruce Willis oder Michael Madsen gewesen!

Was bleibt, ist das Gemetzel. Freunde stilvollen Gesplatters kommen in 30 Days of Night allemal auf ihre Kosten. Blutige Szenen gibt es reichlich, auch wenn wirklich harte Gore-Szenen nur ganz vereinzelt zu sehen sind. In Deutschland hat der Film keine Jugendfreigabe (ist also “ab 18″), was wohl auch in Ordnung geht (und allemal besser ist als die Schere).

Unterm Strich ist man mit der Comicversion von 30 Days of Night besser bedient. Deren Story hat zwar auch nicht viel mehr Substanz, bietet aber zumindest ein originelles und sehr ansehnliches Artwork und funktioniert in sich als kurze, komprimierte Horrorstory viel besser als der Film mit seinen arg langen 113 Minuten.

In etwas längerer Form erschienen bei Comicgate.

Abgelegt unter: geguckt
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Yeah, but no, but yeah

Dienstag, 13.11.2007

Gordon Brown will ein offizielles Motto für Großbritannien. Auf dem Blog der Times dürfen Vorschläge abgegeben werden. Sehr hübsche Ideen sind da dabei, z.B.:

“That’s really most awfully kind.”
“Our glass is half empty.”
“At least we’re not American”.
“Please keep ‘Posh’ and Becks.”

Oder, einer meiner Favoriten:
“Mind your own bloody business!”

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