Auf DVD: Alien Autopsy

1997 machte der Engländer Ray Santilli Furore, als er der Weltöffentlichkeit brisante Videoaufnahmen präsentierte: Die stammten angeblich aus Roswell, entstanden 1947 und zeigten einen toten Außerirdischen, der gerade in einem Labor seziert wird. Einige Jahre später gab Santilli zu, dass die Aufnahmen nicht echt, sondern von ihm und ein paar Freunden selbst gedreht waren. Er betonte allerdings, dass er die Bilder nicht frei erfunden hätte, sondern die Originalaufnahmen selbst gesehen und dann „rekonstruiert“ hätte.

Diese wahre Geschichte, mit erzählerischer Freiheit fiktional aufgepeppt, erzählt der britische Film Alien Autopsy. Seine Hauptdarsteller Declan Donnelly und Ant McPartlin sind im UK als Ant & Dec ein bekanntes Comedy-Duo. Im Film erzählen die beiden einem amerikanischen Reporter (Bill Pullman) ihre Geschichte: Wie sie in den USA zufällig auf einen alten Mann stießen, der damals in Roswell hinter der Kamera stand. Wie er ihnen sein Filmmaterial zeigte und verkaufte, das sich allerdings — einmal an der frischen Luft — schnell verflüchtigte. Wie sie dann beschlossen, die Szenen einfach selbst nachzudrehen. Und wie sie es schafften, die Rechte an diesen Bildern weltweit für einen Haufen Geld an TV-Sender zu verhökern.

Seine besten Momente hat Alien Autopsy in den Szenen, die die Dreharbeiten für den Film zeigen. Ein Schaufensterpuppen-Hersteller liefert den Alienkörper, ein befreundeter Metzger sorgt für die Innereien. Diesen Abschnitt kann man als Liebeserklärung ans Filmemachen verstehen. Man meint, dem „Making of“ eines Amateur-Splatterfilms zuzusehen, was großen Spaß macht. Später wird der Film zur Mediensatire, die sich über Fernsehsender und ihr Publikum lustig macht, die bedenkenlos einen Hype aufbauen bzw. diesem hinterherlaufen.

Insgesamt ist Alien Autopsy ein unterhaltsames, flott erzähltes Filmchen für zwischendurch, das mit seinem Britpop-Soundtrack schon fast eine Art 90er-Nostalgie aufkommen lässt. Eher unnötig sind höchstens die Szenen, die sich um das Privatleben von Santilli und seinem Kumpel Gary drehen. Die wurden halt gebraucht, um das Ding auf Spielfilmlänge zu strecken, sind aber auch nicht ärgerlich störend.

Ein Film, der ein besseres DVD-Cover verdient hätte. Dieses sieht vielzusehr nach trashigem Billig-B-Movie aus. Warum hat man hier nicht das englische verwendet?