Archive for November, 2007

Im Kino: 30 Days of Night

Barrow, das nördlichste Nest der USA, am Rande Alaskas, umgeben von Eis und Schnee. Im Winter gibt es hier eine Spanne von 30 Tagen, in denen die Sonne nicht aufgeht. Nur die Hartgesottenen bleiben dann im Ort. Wer die Gelegenheit hat, flüchtet lieber für ein paar Wochen in hellere und wärmere Gefilde. Für Vampire allerdings, die das Sonnenlicht bekanntlich scheuen, sind 30 Tage Dunkelheit ein paradiesischer Zustand. So kommt es, dass pünktlich zum Start der dunklen Zeit alle Kommunikationsmittel und mögliche Fluchtvehikel in Barrow zerstört werden, ehe ein Rudel Vampire in die Stadt einfällt, um sich in den nächsten 30 Tagen mal so richtig satt zu essen.

Der gleichnamige Comic von Steve Niles, erschienen 2002, lebte vor allem von zwei Aspekten: Erstens von der simplen, aber sehr bestechenden Grundidee, dass ein Ort in Alaska, in dem 30 Tage Dunkelheit herrschen, der ideale Spielplatz für Vampire sein müsste. Zweitens von Ben Templesmiths Artwork, das sich stark vom Comicmainstream abhebt, dabei aber trotzdem zugänglich ist und für eine sehr düstere Atmosphäre sorgt.

Würde man die Story aus dem Comic eins zu eins als Film adaptieren, wäre dieser nach 30 bis 40 Minuten vorbei. Niles und Templesmith erzählen ihre Geschichte sehr komprimiert, in dreimal 22 Seiten, zwischen denen jeweils eine gewisse Zeitspanne vergeht. Sie konzentrieren sich auf wenige Einzelpersonen und vertrauen ansonsten auf die graphischen Effekte zwischen weißem Schnee, rotem Blut und schwarzer Nacht.

Eine direkte, sehr werkgetreue Adaption wäre wohl zum Scheitern verurteilt, also lösen sich Produzent Sam Raimi, Regisseur David Slade und die Drehbuchautoren (darunter verblüffenderweise auch Steve Niles selbst!) von der Vorlage und machen dabei einiges richtig. Aber auch vieles falsch.

Sehr gelungen ist der visuelle Look. Hier bleibt der Film eng am Comic und versucht mit ungesättigten Farben und viel Düsternis eine ähnliche Atmosphäre zu erzeugen. Auch das Design der Vampire folgt Ben Templesmiths Vorlage. Das Ergebnis scheint nicht jedermanns Sache zu sein, mir gefielen die anzugtragenden Blutsauger mit den Raubtiergebissen jedoch sehr gut. Diese Vampire entsprechen nicht dem Klischee der langhaarigen, irgendwie verführerischen Spezies im Gothic-Chic mit Rüschenhemd. Das sind schon eher richtige Monster.

Was das menschliche Personal angeht, gibt der Comic außer der Hauptfigur, Sheriff Eben, und dessen Frau wenig her. Hier mussten die Drehbuchschreiber kreativ werden, etwas originelles ist ihnen allerdings nicht eingefallen. Eben bekommt eine Mutter und einen Bruder (Familienbande!), aus seiner ihn liebenden Frau wird die Ex, damit diese sich in all dem Drama nochmal neu verlieben kann, dazu gibt es einen dementen Opa, einen burschikosen Draufgängertypen und ähnliche Stereotypen. Das Problem ist: Für keine dieser Figuren interessiert man sich als Zuschauer wirklich. Alle bleiben extrem blass, und auch das Drehbuch legt sie irgendwann einfach zur Seite wie einen ausgelöffelten Joghurtbecher. So dienen die einzelnen Figuren hauptsächlich den in diesem Genre üblichen Dezimierungsspielchen, bis am Ende nur noch ein kleiner Teil der Gruppe am Leben ist.

Über weite Strecken bietet 30 Days of Night das, was man so ähnlich aus einigen Zombiefilmen, aber auch aus Western und anderen Genrestoffen kennt: Eine kleine Gruppe von Menschen in der Defensive, kein Kontakt zur Außenwelt, eingesperrt in engen Räumen, draußen lauert der Tod. Das eigentliche Drama könnte hier in der zeitlichen Dimension liegen, die man ja schon im Titel spazieren führt. 30 Tage, eine verdammt lange Zeit. Das Drehbuch (das wohl unter etlichen Re-Writes zu leiden hatte) verschenkt diese Gelegenheit völlig: Zwischendurch werden Tage und Wochen einfach übersprungen, und in der Zwischenzeit scheint exakt nullkommanichts passiert zu sein. Timing und Rhythmus stimmen hinten und vorne nicht. Nicht nur, dass sich Geschichte sich ohne weiteres auch an einem Wochenende hätte abspielen können, die langen Zeitspannen eröffnen auch allerlei riesige Logiklöcher.

Eine weiteres Manko sind die Darsteller: Dass man das Kanonen-, pardon, Vampirfutter nicht mit Hochkarätern besetzt, ist nachvollziehbar. Für die Hauptrolle aber hätte man wirklich nicht gerade den glatten Schönling Josh Hartnett besetzen müssen. Der ist auch mindestens 10 Jahre zu jung für die Rolle. Das hier wäre ein Job für Bruce Willis oder Michael Madsen gewesen!

Was bleibt, ist das Gemetzel. Freunde stilvollen Gesplatters kommen in 30 Days of Night allemal auf ihre Kosten. Blutige Szenen gibt es reichlich, auch wenn wirklich harte Gore-Szenen nur ganz vereinzelt zu sehen sind. In Deutschland hat der Film keine Jugendfreigabe (ist also “ab 18″), was wohl auch in Ordnung geht (und allemal besser ist als die Schere).

Unterm Strich ist man mit der Comicversion von 30 Days of Night besser bedient. Deren Story hat zwar auch nicht viel mehr Substanz, bietet aber zumindest ein originelles und sehr ansehnliches Artwork und funktioniert in sich als kurze, komprimierte Horrorstory viel besser als der Film mit seinen arg langen 113 Minuten.

In etwas längerer Form erschienen bei Comicgate.

Yeah, but no, but yeah

Gordon Brown will ein offizielles Motto für Großbritannien. Auf dem Blog der Times dürfen Vorschläge abgegeben werden. Sehr hübsche Ideen sind da dabei, z.B.:

“That’s really most awfully kind.”
“Our glass is half empty.”
“At least we’re not American”.
“Please keep ‘Posh’ and Becks.”

Oder, einer meiner Favoriten:
“Mind your own bloody business!”

Bilderrätsel (3)

Es wird wieder Zeit für ein Bilderrätsel. Gesucht wird, wie immer, ein Film. Die Fotos stellen aber nicht direkt den Filmtitel dar! Den kleinen Umweg müssen wir schon gehen.


(Fotos: chatiryworld, windscafe)

Ältere Film-Bilderrätsel: 1, 2.

Im Kino: Stardust (Der Sternwanderer)

Seit Peter Jacksons Lord of the Rings und den Harry-Potter-Filmen ist Fantasy im Kino wieder en vogue, mit äußerst gemischten Resultaten. Die meisten Vertreter dieses Genres sind entweder primär für Kinder und Jugendliche gedacht (was immer bedeutet: Kind aus der normalen Welt betritt eine fantastische Welt und erlebt dort Abenteuer), oder aber sie wollen “erwachsen” sein, was auf einen Overkill von Monstern und Schlachten hinausläuft. Stardust von Matthew Vaughn zeigt, dass es auch anders geht.

1997/98 brachte der Brite Neil Gaiman, der mit seiner Sandman-Serie zum Star unter den Comicautoren aufgestiegen war, seinen zweiten Roman heraus — und zwar in Form einer Miniserie bei einem Comiclabel. Begleitet von Zeichnungen von Charles Vess entstand ein illustriertes Märchenbuch für erwachsene Leser. Jetzt gibt’s das Märchen auch als Film, und trotz amerikanischem Geld und amerikanischen Stars hat der Film einen sehr angenehm englischen Touch.

Tristan, der Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen englischen Örtchen lebt, ist verliebt. Seine Angebetete ist zwar eine schnöselige Schnepfe, die selber einen arroganten Schnöseltyp bevorzugt, aber trotzdem verspricht er ihr beim Anblick einer Sternschnuppe, diesen zur Erde gefallenen Stern zu finden und ihr zu bringen. Um den Stern zu holen, muss er eine Mauer überqueren, hinter der eine Welt voller Magie liegt, was eigentlich allen Menschen untersagt ist. Was Tristan noch nicht weiß: Vor 18 Jahren hat auch sein Vater diese Mauer überquert und auf der anderen Seite eine Frau geschwängert — Tristan ist das Resultat.

Auf der anderen Seite der Mauer existiert ein magisches Königreich, und auch dort haben es einige auf den Stern abgesehen: Ein Hexentrio, angeführt von Michelle Pfeiffer, und eine Schar von Prinzen, alles Brüder, die ihren kürzlich verstorbenen Vater beerben wollen. Unser Held Tristan jedoch findet sehr schnell den Stern und stellt fest: Jenseits der Mauer nehmen Sterne eine menschliche Form an. Der Stern ist eine hübsche blonde Frau (Claire Danes). Und während Tristan nun versucht, den Stern zu seiner Schnepfe zu bringen, ohne dabei in die Hände von Hexen oder Prinzen zu fallen, verliebt sich der Stern in ihn. Zwischenduch machen die beiden noch einen Abstecher auf ein Luftschiff — in diesem Fall wörtlich zu verstehen: ein fliegendes Piratenschiff, angeführt von Käpt’n Robert de Niro.

Die Geschichte verwendet viele kleine Bestandteile, die wir aus Märchen und Fantasy kennen, setzt sie aber auf eine sehr frisch und unverbraucht wirkende Weise zusammen. Stardust ist wahnsinnig romantisch und geht wirklich ans Herz. Mehrfach schrammt der Film haarscharf an der Grenze zum Kitsch entlang, kriegt aber immer rechtzeitig die Kurve — und zwar mit Humor. Er steckt voller Witz und Ironie und macht einfach eine Menge Spaß. Michelle Pfeiffer als von jugendllicher Schönheit besessene alte Hexe legt eine ebenso große Spielfreude an den Tag wie Robert de Niro: Der beweißt, das man nicht Johnny Depp heißen muss, um einen tuntigen Piraten spielen zu können. Und: er schminkt seine Warze. Er! Schminkt! Seine! Warze! Großartig.

Die fantastischen Elemente des Films verlangen ausgiebigen Einsatz von CGI-Effekten. Diesen sieht man leider sehr oft an, dass sie aus dem Computer stammen. 70 Millionen sind zwar ein großes Budget, aber eben noch nicht die erste Liga (Transformers oder der letzte Bond kosteten das doppelte). Die Effekte sehen also manchmal etwas billig aus, aber man verzeiht das dem Film jederzeit, denn er hat einfach jede Menge Charme. Herrlich zum Beispiel die Prinzenbrüder, die der Reihe nach dezimiert werden, die aber nach ihrem Tod ihre lebendigen Brüder begleiten. Ihre Geister laufen genau in der Form herum, in der sie gestorben sind, also z.B. mit zerquetschtem Kopf oder mit einer Axt im selbigen. Das ist genau die Sorte von — manchmal mordibem — Humor, die Neil Gaimans Werke auszeichnet, und die im Film erhalten blieb.

Für mich (nach Pan’s Labyrinth) der zweitbeste Fantasy-Film des Jahres, der leider nicht die ganz große öffentliche Aufmerksamkeit bekommen hat, die er verdient hätte.

Trailerschau für Filmstarts vom 8.11.

Im Kino sehen:
30 Days of Night: Höchstwahrscheinlich Style over Substance, aber hey: Vampire und Comicverfilmung, das lässt das Herz des Popkulturfreunds schon höher schlagen.

Auf die DVD warten:
The Three Burials of Melquiades Estrada (Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada): Das Regiedebüt von Tommy Lee Jones, ein Roadmovie mit Western-Touch, nach einem Drehbuch von Guillermo Arriaga, der auch die drei Iñárritu-Filme (Babel) geschrieben hat. Klingt verlockend.

Lions for Lambs (Von Löwen und Lämmern): Konnte ich bereits vorab sehen. Kein Muss, aber ich fand’s ganz ordentlich.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Ich will dich – Begegnungen mit Hilde Domin:
Filmporträt der 95jährigen Dichterin. Normalerweise reizt mich sowas kein Stück, aber diese alte Dame hat schon im Trailer so eine große Schaufel Charme, dass das doch mein Interesse weckt.

Nicht böse sein!: Doku über eine skurille Unterschichten-WG aus drei nicht mehr ganz jungen Männern. Hat was.

Atonement (Abbitte): Viel gelobte Verfilmung eines Romans von Ian McEwan, mit Keira Knightley. Wenn der Trailer nicht gar so bedeutsam “Drama, Drama, Drama” rufen würde, würd’s mich vielleicht mehr interessieren.

Gedo Senki (Die Chroniken von Erdsee): Die Ghibli Studios verfilmen einen amerikanischen Fantasyzyklus. Sieht ganz hübsch aus, aber nach dem, was man so hört, reicht Regisseur Goro Miyazaki nicht an seinen Vater, Meister Hayao, heran.

Pas douce: Drama aus der französischen Schweiz über eine lebensmüde Krankenschwester. Etwas für die Tage, an denen man’s gerne anstrengend mag.

Muss nicht sein:
Liebesleben: Romanverfilmung von Maria Schrader, die in Israel spielt: ein Beziehungsdrama, junge Frau liebt älteren Mann. Nicht so mein Ding.

Martian Child (Mein Kind vom Mars): Kauziger Singlemann wird Ersatzvater eines noch kauzigeren Jungen. Erinnert ein bisschen an About a Boy. Sieht aber hier, trotz John Cusack, viel mehr nach Hollywood-Schmonz aus.

Good Luck Chuck (Der Glücksbringer): Alle Mädels, die mit Chuck ins Bett gehen, treffen kurz darauf ihren Mann fürs Leben. Jo, ein super Ausgangspunkt für eine prollige Lowbrow-Komödie voller Geschmacklosigkeiten. Letzte Zweifel werden dann von der Hintergrundmusik des Trailers weggeräumt: Scorpions! (später auch Franz Ferdinand, okay…)

The Three Investigators and the Secret of Skeleton Island (Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel): Die drei Detektive werden hier zu einem Indiana Jones für Kinder umgebaut. Neinneinnein, meine Kindheitserinnerungen lass ich mir nicht versauen! Musste das sein?

Auf DVD: Terkel i knibe (Terkel in Trouble)

Den Sticker auf dem DVD-Cover (“Empfohlen von MAD”) könnte man ja durchaus als Warnung verstehen. Andere Aspekte aber fand ich zu verlockend: eine digital animierte, respektlose Jugendcomedy aus Dänemark, ausgedacht vom dortigen Star-Comedian Anders Matthesen, der im Original auch alle Rollen spricht. Und auf deutsch spricht Bela B., auch alle Rollen. Es geht um Terkel, der sich gerade so am Anfang der Pubertät befindet, beschissene Eltern und eine nervige Schwester hat, die Schule nicht mag, und dort auch noch von den Fieslingen gehänselt wird. Liest sich wie 08/15-Teenager-Standardsoße.

Das ist es dann doch nicht ganz, dafür sorgt schon die digitale Animation, die natürlich nicht die Perfektion der großen US-Filme erreicht, die aber einen ganz charmanten Look irgendwo zwischen Muppets und South Park erzielt. Und die Tatsache, dass alle Figuren nicht nur optisch extreme Karikaturen sind: Die Mutter raucht nicht wie ein Schlot, sondern wie ein ganzes Industriegebiet, der Vater hat einen auf ein Wort beschränkten Wortschatz (“Nein”), der neue verständnisvolle Lehrer ist ein extremer Ökogutmensch, der Onkel ist ein versoffenes Schwein, usw. Außerdem gibt es Musikeinlagen.

Terkel in Trouble ist schon ein eigenartiger Film. Man weiß nie so recht, was das jetzt sein will. Ein Kinderfilm? Dafür spricht die Erzählstruktur, die Optik und die Songeinlagen. Ein Kinderfilm ist Terkel aber sicher nicht: Hier gibt es “schlimme Wörter”, Körperflüssigkeiten und tote Kinder. Oder, in den Worten des BBFC: “Contains strong violence, language and solvent abuse”. Also eher sowas wie South Park? Ja, schon, aber eigentlich auch nicht. Terkel ist nie wirklich subversiv, seine Gesellschaftskritik beschränkt sich auf Elternhaus und Schule. Terkel ist nur vordergründig “gewagt”. Ein bisschen politisch unkorrekt, das schon, aber meistens mit Hang zum Derben und Klamottenhaften. Und im Kern dann doch mit einer sehr pädagogischen Botschaft. Und vor allem: Der Film bietet einfach nicht genug Gags, um durchgehend lustig zu sein. Nach zwei Dritteln der Laufzeit sorgt ein Ereignis für einen großen Bruch — von da an wird der Film kurzzeitig fast zum ernsthaften Sozialdrama, ehe er dann eine weitere Kehrtwendung Richtung Horrorfilmparodie macht.

Die Figuren, und das ist wohl der größte Fehler des Films, bleiben dabei immer die Abziehbilder, die sie schon zu Anfang sind. Eine Entwicklung findet kaum statt, eine Beziehung zu ihnen baut man als Zuschauer kaum auf. Gut gefallen hat mir allerdings die Idee, einen Erzähler einzubauen, der in verschiedenen Rollen (Fensterputzer, Postbote usw.) auftaucht und mit Blick zur “Kamera” zum Zuschauer spricht.

Für eine ziemlich eng umrissene Zielgruppe (Jungs zwischen 13 und 16 oder so) dürfte Terkel in Trouble ein großer Spaß sein. Sie können sich über die Derbheiten beömmeln und ihre Eltern damit vielleicht sogar ein bisschen schocken. Der Rest dürfte eher enttäuscht sein. In Ansätzen weiß der Film durchaus zu gefallen, aber über die volle Distanz bleibt er ein unausgeglichenes Etwas, mal zynisch, mal ein bisschen sarkastisch, dann wieder plump und albern.

Trailerschau für Filmstarts vom 1.11.

Auf die DVD warten:
Mia san dageng!: Die in langer Fleißarbeit entstandene Doku über Punk in München. Ja, das klingt wie Skifahren in Dubai, aber beides gibt’s tatsächlich. Läuft in München passenderweise im Werkstattkino (ab 8.11.) und wird von diesem auch bundesweit verliehen.

Jindabyne (Jindabyne – Irgendwo in Australien): Wer Altmans Short Cuts gesehen hat, kennt die Episode, in der ein paar Männer auf Angelausflug eine Leiche finden, sie aber erstmal liegen lassen und gemütlich weiterangeln. Dieser Film aus Australien beginnt mit der gleichen Ausgangssituation, spinnt das Drama aber deutlich weiter.

Weißt was geil wär…?!: Zwei Jungs wollen einen Film drehen, casten eine Hauptdarstellerin und verlieben sich alle beide in sie. Riecht ziemlich klischeehaft, aber irgendwie reizt mich das. Ich mag Slackerfilme.

The Heartbreak Kid (Nach 7 Tagen – Ausgeflittert): Super deutscher Titel wieder mal! Der neue Film der Farelly-Brüder. Im Komödienbereich gibt es weiß Gott schlechteres.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Bis zum Ellenbogen: Wenn deutsche Filmemacher einen auf Coen-Brothers machen wollen, aber statt Steve Buscemi und William H. Macy bloß Jan Josef Liefers zur Verfügung haben. Wirkt alles etwas plump, aber doch ganz sympathisch.

I Have Never Forgotten You: The Life & Legacy of Simon Wiesenthal (Ich habe euch nicht vergessen – Simon Wiesenthals Leben und Vermächtnis): Biographische Doku über den sogenannten “Nazi-Jäger”.

Muss nicht sein:
Waitress (Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept): RomCom mit Kuchenbacken. Sieht eigentlich ganz nett, aber auch ziemlich belanglos aus.

Yeladim Tovim (Good Boys): Schwules Drama aus Israel.

Mit den Waffen einer Frau: Nach Fußball-WM-Film und Handball-WM-Film jetzt also der WM-Film mit den deutschen Biathletinnen. Wann kommt denn endlich mal Snooker ins Kino?

Arctic Tale (Königreich Arktis): Tierdoku mit vielen süßen Eisbären. Im Fernsehen mag ich sowas ganz gerne, aber nicht wenn man nervige Kinderstimmen benutzt, den Tieren Namen gibt und ihnen eine künstliche Dramaturgie aufzwingt. “Von den Machern von March of the Penguins” ist hier eher als Warnung zu verstehen.