Auf DVD: The Fountain

Mit Pi und Requiem for a Dream hat sich Darren Aronofsky in die erste Reihe der unkonventionellen und interessanten US-Autorenfilmer gespielt. Sein bisher letztes Werk, The Fountain, dessen Realisierung von vielen Schwierigkeiten begleitet war, fiel bei vielen Kritikern durch: Nach der Uraufführung in Venedig gab es reichlich Häme.

Zugegeben, The Fountain ist schon ein recht eigenartiger Film. Formal hochinteressant, getragen von zwei guten Darstellern, aber ziemlich überladen mit Symbolik und Bedeutung und leider einer Portion Kitsch-Esoterik. Der Kern des Films ist eine simple Geschichte: Der Wissenschaftler Tom (Hugh Jackman) liebt seine Frau Isabel (Rachel Weisz), die unter einem Gehirntumor leidet und sich darauf einrichtet, bald sterben zu müssen. Tom will dies nicht wahrhaben und versucht in seinem Labor in obsessiver Eifrigkeit, ein Heilmittel für seine Frau zu finden.

Zusätzlich gibt es zwei weitere Zeitebenen: Die erste spielt im 16. Jahrhundert, wo der Conquistador Tomas (wieder Hugh Jackman) im Auftrag der spanischen Königin (wieder Rachel Weisz) in Mittelamerika den Baum des Lebens finden soll, der nach alter Überlieferung Unsterblichkeit bringen soll. Und in der dritten Ebene, die wohl in einer fernen Zukunft spielt, sehen wir abermals Hugh Jackman und besagten Lebensbaum in einer großen Luftblase im Weltall schweben. Hier gibt es Tai-Chi-Übungen und tiefsinnige Gespräche mit Bäumen im Flüsterton.

Es ist diese dritte Ebene, die The Fountain ziemlich aus dem Gleichgewicht bringt und die teilweise unfreiwillig komisch wirkt. Gerade im letzten Drittel des Films wird’s dann doch mächtig verschwurbelt und metaphysisch. Schade, denn die anderen zwei Drittel gefielen mir wirklich gut: Aronofsky erzählt auf ruhige Weise vom Schicksal zweier Menschen und entwickelt interessante Gedanken über die Vergänglichkeit und den Tod, und das Streben der Menschen, diese Aspekte des Lebens ausklammern oder ausmerzen zu wollen.

Zudem sieht das alles auch noch sehr sehr gut aus. The Fountain ist toll fotografiert und glänzt mit dem schönen Einsatz der Farbe Gelb, die sich wie ein Leitmotiv durch den ganzen Film zieht. Auch die spacig-esoterische dritte Ebene ist (am Computer) sehr liebevoll gestaltet und visuell reizvoll.

Am Ende ist The Fountain vielleicht nicht das Meisterwek geworden, das mancher erwartet hätte, aber immer noch ein sehenswerter Film, besonders für Leute, die gerne Interpretationsversuche machen und die hier ein weites Feld vor sich finden werden.

 

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