Auf DVD: The Proposition (The Proposition – Tödliches Angebot)

Australien, 1880. Eine gewalttätige Verbrecherbande, bestehend aus drei Brüdern, treibt ihr Unwesen. Der zuständige Polizei-Captain ertappt die zwei jüngeren Brüder auf frischer Tat und macht einen Deal: Der Jüngste wird verhaftet, der Mittlere, Charlie, kommt auf freien Fuß und kann mit einer Begnadigung rechnen, wenn er im Gegenzug den ältesten Bruder, den vermeintlichen Anführer, tötet.

Während Charlie (Guy Pierce) also loszieht und seinen Bruder sucht, muss der Captain feststellen, dass er sich mit seiner im Alleingang gefällten Entscheidung in eine Zwickmühle manövriert hat. Der Mob will den jüngsten Bruder hängen sehen, der Vorgesetzte des Captains ist sauer, dass er Charlie laufen ließ und auch seine Ehefrau (großartig: Emily Watson) kann seine Entscheidung nicht verstehen.

The Proposition ist kein echter Western (denn im Westen spielt er ja nicht), fühlt sich aber über weite Strecken so an. Mit seinen ruhigen Passagen, seinen knorrigen, wortkargen Charakteren und der atmosphärischen Musik erinnert er an die großen Italowestern von Sergio Leone, ist aber obendrein auch subtiler Psychokrimi und elegante Studie über das Wesen des Siedelns in einem fremden Land. Das Drehbuch zu diesem wirklich sehenswerten Film stammt übrigens von Nick Cave, der natürlich auch die Musik gemacht hat.

Wunderbar sind die herrlichen Bilder der kargen australischen Landschaft. Ganz und gar nicht wunderbar ist das Finale des Films: ein knallharter, blutiger, bitterböser und sehr pessimistischer Schlag in die Magengrube, der wirklich wehtut. Aber gerade dieses finstere Ende macht The Proposition zu einem außergewöhnlichen Film, der nachhallt. Und außerdem: Fliegen! Das lästige Geschmeiß ist überall in diesem Film und macht die drückende Hitze, das schwitzige und schmutzige im australischen Outback erfahrbar.