Im Kino sehen: No Country for Old Men: Yay! Die Coen-Brüder, nach zwei schwächeren Filmen zurück in der alten Spur und frisch gekürt mit vier Goldburschen. Genialer kann man einen Starttermin nicht legen. Zum Wochenbeginn bei den Oscars abräumen, direkt im Anschluss in die Kinos. So geht das. Die beiden Filme, die als nächstes kommen, haben auf den gleichen Effekt spekuliert, waren aber nicht ganz so erfolgreich.
I’m not there: Cate Blanchett ist Bob Dylan. Und Heath Ledger ist Bob Dylan. Christian Bale auch. Und Richard Gere. Ben Whishaw ebenso. Geile Idee, und nach allem, was man so liest, auch ein toller Film. Und Bob Dylan find ich ja eh toll.
Auf die DVD warten: Michael Clayton: George Clooney soll als Anwalt einen Kollegen zur Räson bringen, der nicht mehr im Sinne der Firma funktioniert. Mit sieben Nominierungen und einem Sieg (Tilda Swinton, Best Supporting Actress) ein bisschen der Verlierer der Oscar-Verleihung.
Vielleicht mal im Fernsehen: Der lange Weg ans Licht: Eine hörbar in Sachsen gedrehte Doku übers Kinderkriegen. Schön lakonisch und in seiner Ästhetik meilenweit entfernt von den furchtbaren Doku-Soaps des Privatfernsehens.
Ossi’s Eleven: Ein Heist-Movie in der deutschen Provinz. Der Titel schreckt erstmal ab, aber das scheint ein schöner, kleiner deutscher Genrefilm zu sein, der Spaß macht, ohne blöde zu sein. Hat man auch nicht jeden Tag.
Vantage Point (8 Blickwinkel): Mainstream-Polit-Action-Thriller um ein Attentat auf den US-Präsidenten, der die Handlung nach dem großen Vorbild Rashomon aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Besetzt mit ein paar guten Hollywood-Männern, in der Hauptrolle Dennis “Wo warst du eigentlich die letzten 10 Jahre” Quaid.
Muss nicht sein: The Cats of Mirikitani (Mirikitanis Katzen): Doku über einen malenden obdachlosen Japaner in New York, mit dem es Amerika nicht gerade gut gemeint hat. Riecht ein bisschen nach Sozialkitsch.
Trip to Asia - Die Suche nach dem Einklang: Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker auf Konzertreise in China. Wenn da nicht dieser Esoterik-Unterton wäre… Sorry, nicht mein Beuteschema.
Meet the Spartans (Meine Frau, die Spartaner und ich): Ja doch, 300 schreit geradezu danach, parodiert zu werden, aber das hier ist ja nicht mal die 80 Sekunden lang lustig, die der Trailer dauert. Ein Extra-Buh für den schlimmen deutschen Titel.
Der Ohrensessel, dieser äußerst unterhaltsame und empfehlenswerte Film-Podcast, geleitet und angetrieben von Bernd Begemann, gehostet und finanziert von Universal Pictures (aber trotzdem ziemlich unabhängig), feierte letzte Woche seine 100. Folge. Diese könnte, so scheint es im Moment, die letzte gewesen sein. So interpretiere ich jedenfalls die Andeutungen in Folge #100: Es geht um Filme, die Selbstmorde zum Thema haben, und es scheint, als wollten Begemann und seine Mitstreiter damit auch den Ohrensessel zu Grabe tragen.
Kleine Zerfallserscheinungen gab es schon vorher: In Folge #97 verabschiedete sich Benjamin Maack aus dem dreiköpfigen Team. Ein Verlust, denn Benjamin redet gerne und viel, was für ein Audio-Angebot nicht das schlechteste ist. In Folge #98 und #99 wurde er vom neuen Teammitglied Kai Otto vertreten, den 100. Teil bestritt Begemann dann zu zweit mit Ben Schadow, der in den ersten 99 Folgen immer sehr zurückhaltend und schweigsam aufgetreten war.
Diese Woche fällt der Podcast erstmal aus, offiziell wegen Grippe. Sollte es danach keine Folge #101 mehr geben, es wäre tatsächlich ein ziemlich stilvoller und cooler Abgang. Ich hoffe trotzdem auf eine Fortsetzung, denn dieses kleine wöchentliche Hörmagazin würde mir echt fehlen: Filme, die nicht von Filmkritikern rezensiert, sondern von Filmfans bequatscht werden, mit einer Mischung aus Sachkenntnis, Hingabe und Augenzwinkern. Der Ohrenssessel hat(te?) wirklich diese gemütliche Sofa-Atmosphäre und, trotz professioneller Produktion, den Charme des Selbstgemachten.
Für einen Nachruf ist es noch zu früh. Wir warten erstmal ab, gratulieren zum Hundertsten und empfehlen den Uneingeweihten, sich durchs umfangreiche Ohrensessel-Archiv zu hören.
Die dicksten Ausgaben des SZ-Magazins sind die, die am schnellsten gelesen sind: die Modehefte. Voll nich mein Thema. Kurz durchblättern sollte man diese Hefte dann aber doch, denn die Redaktion findet immer wieder recht originelle Zugänge zum Thema. Diesmal geht’s um “40 Jahre ‘68″, und eine Seite zeigt einen Zeitungsausschnitt vom September 1965. Die F.A.Z. berichtet über die Rolling Stones. Unglaublich:
Wem galt der Rausch? Fünf jungen Männern, die die Haare länger tragen als Mädchen und eine erbärmlich einfallslose primitive Musik zum besten geben.
[…]
Wir sahen dank der Vermittlung des Bildschirms den Rollenden Steinen zu, hatten ihnen zugehört, als sie, von einem Reporter befragt, mit seltsam affenähnlichen ruckweisen Bewegungen Auskunft über An- und Abfahrtszeiten und die Auflagenhöhe ihrer Schallplatten gaben. Es kann doch wohl nicht sein, daß man als älterer Mensch bereits jeden Kontakt zu dem, was junge Menschen bewegt, verloren haben soll?
[…]
Wie ist es möglich, daß fünf lächerlich unmännlich gekleidete und behaarte Wesen Tausende junger Menschen zu frenetischem Hüftwippen und Kopfnicken bringen?
Heute Nacht ist wieder Oscar-Verleihung, die Autoren streiken nicht mehr, alles ist in Butter und der Hunger nach Glamour wird auf beiden Seiten des roten Teppichs größer denn je sein. Als braver Werktätiger haue ich mir die Nacht nicht um die Ohren, sondern werde den Rekorder seine Arbeit machen lassen und am Montag abend gemütlich bei einem Glas Apfelsaft die Show ansehen. Und das ganz ohne Bloggen, gemütlich eben.
Ich hoffe, dass Jack Nicholson wieder mit Sonnenbrille in der ersten Reihe sitzt und sich eins grinst, ich hoffe, dass John Stewart als Moderator mindestens so gut in Form ist wie vor zwei Jahren, und ich tippe mit, bei Dramakings Tippspiel.
Hier sind, basierend auf der untrüglichen Mischung von persönlichen Präferenzen, behauptetem Halbfachwissen und der Kraft des fünfseitigen Würfels, meine Favoriten:
Bester Film
No Country for Old Men
Beste Regie
Paul Thomas Anderson / There Will Be Blood
Bester Hauptdarsteller
Daniel Day-Lewis / There Will Be Blood
Beste Hauptdarstellerin
Julie Christie / An ihrer Seite
Bester Nebendarsteller
Casey Affleck / Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Beste Nebendarstellerin
Cate Blanchett / I’m Not There
Bestes Original-Drehbuch
Juno
Beste Drehbuch-Adaption
Abbitte
Bester fremdsprachiger Film
Polen: Katyn
Bester animierter Film
Persepolis
Beste Kamera
Schmetterling und Taucherglocke
Beste Ausstattung
Sweeney Todd
Beste Kostüme
Elizabeth II
Bester Schnitt
Das Bourne Ultimatum
Bester Song
“Falling Slowly” from “Once” (Fox Searchlight) Music and Lyric by Glen Hansard and: Marketa Irglova
Beste Original-Musik
Drachenläufer
Bester Ton
Das Bourne Ultimatum
Bester Tonschnitt
Transformers
Bestes Make-up
Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Beste visuelle Effekte
Der Goldene Kompass
Bester Kurzfilm
At Night
Bester animierter Kurzfilm
I Met the Walrus
Bester Dokumentarkurzfilm
Sari’s Mother
Bester Dokumentarfilm
Operation Homecoming: Writing the Wartime Experience
Im Kino sehen: Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street (Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street): Yeah, der langerwartete neue Tim-Burton-Film! Mal wieder mit Johnny Depp, der diesmal singen darf, denn wir haben es mit einem Musical zu tun, allerdings mit einem sehr blutigen. Ein singender Frisör auf Rachefeldzug, und die MPAA verspricht “Graphic Bloody Violence”. Lecker!
Auf die DVD warten: We Own the Night (Helden der Nacht): Eine, ähem, “Räuberpistole” (das Wort wollte ich schon lang mal verwenden) mit der auch nicht ganz so frischen Idee vom Brüderpärchen, bei dem der eine ein Bulle und der andere ein Verbrecher ist. Schön düster inszeniert und ordentlich besetzt mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg und Robert Duvall.
Vielleicht mal im Fernsehen: Staub: Eine Doku über, nunja, Staub. Muss man auch erstmal drauf kommen. Könnte wirklich sehr interessant sein.
La Citadelle assiégée (Micropolis): Eine Insektendoku über Termiten, das klingt ganz gut. Der Trailer lässt allerdings schlimmste Dramatisierungen befürchten, da ist vom “Krieg gegen die Ameisen” die Rede, von Feinden und von Opfern und vom Kampf ums Überleben. Hat der Regisseur zu viel 300 geguckt?
Muss nicht sein: Love in the Time of Cholera (Die Liebe in den Zeiten der Cholera): Einer dieser Filme, wo das Wort “Kostümschinken” so richtig trifft. Viel lieber würde ich ja den hier sehen.
Die wilden Kerle 5 - Hinter dem Horizont: Ein erstaunlich langlebiges Franchise hat man da aufgebaut. Aus den netten Fußball-Kids zu Beginn sind inzwischen herrlich rumposende Halbstarke geworden, die einer gewissen unfreiwilligen Komik nicht entbehren. Und die fußball-spielenden Vampire erst recht.
Die BBC betreibt geschicktes Produktrecycling und bringt den Zusammenschnitt einer TV-Serie ins Kino, die im Fernsehen und auf DVD längst international ausgewertet ist. Das ist in diesem Fall durchaus legitim, denn Naturdokumentationen lassen sich ja durchaus ganz gut dehnen oder zusammenkürzen und spektakuläre Bilder wie die hier vorliegenden schreien nun mal nach der großen Leinwand. Beim Vorgängerprojekt Deep Blue war man genauso vorgegangen.
Earth versucht, den Lebensraum Erde möglichst umfassend abzubilden und reist dazu vom Nordpol zum Südpol und wieder zurück. Es geht dabei um Landschaften, Vegetation und vor allem um Tiere; der Mensch wird ebenso vollständig ausgeblendet wie jegliche menschliche Spuren. Man sieht weder Autos noch Straßen, kein Haus, kein Schiff. Den Filmemachern ist es mit enormem technischen und zeitlichen Aufwand gelungen, wirklich eindruckvolle Bilder einzufangen, die man in dieser Form noch nicht gesehen hat, und sie wissen ihre Bilder effektiv zu präsentieren. Zeitraffer zeigen Pflanzen beim Wachsen, extreme Superzeitlupen zeigen Jagdszenen. Detaillierte Close-Ups gibt es ebenso wie großartige Panoramen aus der Luft. Rein fotografisch gesehen ist Unsere Erde ein absolutes Prachtstück, ein filmgewordener National-Geographic-Edelkalender im Überformat.
Die Tieraufnahmen sind eine gelungene Mischung aus “süüüßen” Bildern mit Tierbabies (fantastisch: kleine Entenjungen beim ersten Flugversuch), Absurditäten (Paradiesvögel beim Balztanz) und den unvermeidlichen Jagdszenen. Diese werden jedoch alles andere als blutrünstig präsentiert. Meist blendet die Kamera pietätvoll ab, wenn’s blutig wird, und die in Extrem-Zeitlupe gefilmte Jagd eines Geparden nach einer Antilope hat eine besondere Grazie und Eleganz — den finalen Griff des Raubtiers nach seinem Opfer könnte man fast schon zärtlich nennen. Nicht minder aufregend sind die Szenen, die einen Weißen Hai beim Mittagessen zeigen. Verzichtet wird dagegen auf Paarungsszenen. Komisch, Viechersex gibt’s doch sonst in wirklich jeder Tierdoku.
Nicht immer glücklich gerät der Hang der Macher, ihre Tierszenen als kleine Geschichten zu erzählen. Was in der Natur wahrscheinlich Alltag ist, wird in Form von kleinen Dramen inszeniert. Elefanten auf der Suche nach Wasser, Wale auf der Suche nach Nahrung, Zugvögel beim Versuch, den Himalaya zu überqueren. Und natürlich der obligatorische, unvermeidliche und vielzitierte Eisbär, dem die Klimaerwärmung das Eis unter den Tatzen wegschmelzen lässt. Aus dem Off kommentiert und mit einem eigens komponierten Score unterlegt. Ob das wissenschaftlich seriös ist, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall wirkt es künstlich und unangemessen. Speziell gegen Ende gleitet der Film leider arg ins Pathetische ab. Es ist ja in Ordnung, dass ein Film wie dieser eine Botschaft (”Natur schützen!”) hat, aber man muss sie einem auch nicht derart mit dem moralischen Holzhammer um die Ohren hauen.
Locker überboten wird dieses Ärgernis allerdings von einem kurzen Clip vor Beginn des Films. Als Hauptsponsor wünschen viel Spaß: Die Klimafreunde von Ford. Das ist nun wirklich sowas von perfide und ekelhaft, dass man das Kino eigentlich schon wieder verlassen müsste. Wäre dann aber letztlich doch schade gewesen, denn am Ende sind es die starken Bilder, die hängen bleiben. Schwimmende Elefanten. Ein nächtliches Treffen von Löwen mit Elefanten. Wasserscheue Affen. Riesige Vogelschwärme. Sowas bestaunt man halt doch gerne.
Im Kino sehen: There Will Be Blood: Der lange erwartete, neue P.T.-Anderson-Film mit dem manischen Extremschauspieler Daniel Day-Lewis als irrem Ölmagnaten. Die Kritiker überschlagen sich, man liest praktisch nur Lobeshymnen. Pflichtprogramm.
Auf die DVD warten: El Orfanato (Das Waisenhaus): Atmosphärischer Geister-Grusel aus Spanien, beworben mit dem Namen von Guillermo del Toro, der hier als Produzent dabei war. Wäre eigentlich fast ein Fall für “Im Kino sehen”, aber die Konkurrenz ist im Moment verdammt gut, vor allem wenn man schaut, was die nächsten Wochen noch so ansteht.
Um Himmels Willen, ich dachte immer, die Google-Leute hätten Geschmack.
Sind wir hier bei Barbie oder was?
Hoffentlich ist dieser Valentinstag bald vorbei…
Update: Warren Ellis hat zum Valentinstag dieses schöne Bonmot zu sagen:
Valentine’s Day is a Christian corruption of a pagan festival involving werewolves, blood and fucking. So wish people a happy Horny Werewolf Day and see what happens.
Vorgestern endete bei Pro Sieben die dritte Staffel, ohne dass der Sender die Serie abgesetzt hat (man muss sowas ja heutzutage als Besonderheit melden). Am Ende hat mir Lost wieder gut gefallen, aber zwischendurch war’s verdammt hart, dranzubleiben. Ich hatte mehrmals mit dem Gedanken gespielt, auszusteigen. Viele Folgen, vor allem in der ersten Hälfte der ersten Staffel, waren einfach lahmarschig und langatmig.
Für meinen Geschmack blieb man zu starrsinnig an dem Konzept hängen, in jeder Folge mit Hilfe von Flashbacks die Hintergrundgeschichte einer Serienfigur zu erzählen. Dieses Konzept ist als solches ja wirklich gut und trägt entscheidend dazu bei, dass Lost das ist, was es ist. Wenn man dann aber in der dritten Staffel immer wieder ausgiebig Personen beleuchtet, deren Vorleben man schon aus den ersten Staffeln kennt, dann ist die Tür für unseren Freund “Boring” weit offen. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Flashbacks öfter mal bleiben lässt, und lieber den Hauptplot etwas mehr vorantreibt. Oder aber, dass sich die Flashbacks mehr auf die “Anderen” konzentrieren, die ja sowieso der Schwerpunkt dieser Staffel waren. Stattdessen gab es viel zu oft Rückblenden zum Vorleben der Hauptfiguren, die im Grunde schon deutlich genug ausdefiniert waren.
Der Plot mäanderte derweil etwas ziellos herum, drehte sich im Kreis oder trat auf der Stelle. Es dauerte bis ungefähr Folge 10, bis etwas mehr Bewegung in die Geschichten kam. Bis dahin wurde meine Geduld arg strapaziert, aber so langsam zog die Spannung dann doch wieder an und hielt mich bei der Stange. Die Geduld wurde letztlich belohnt, denn die letzten Folgen waren sehr gelungen und in der abschließenden Doppelfolge verabschiedeten sich die Autoren (wie auch schon am Ende der ersten beiden Seasons) mit einem Paukenschlag in die Pause: SPOILER - Zum Lesen markieren:
Anstelle eines Flashbacks gibt es ein Flashforward. Wir blicken in die Zukunft und sehen das Leben von zumindest zwei Hauptfiguren, die offensichtlich von der Insel gerettet werden konnten. Sehr clever eingefädelt, denn als Zuschauer braucht man eine Weile, ehe man kapiert, dass es sich hier nicht um eine Rückblende handelt. Dieser Blick in die Zukunft eröffnet in guter Lost-Tradition auf einen Schlag soviel neue Fragen, dass man ungeduldig die nächste Staffel herbeisehnt.
Staffel 4 hat in den USA gerade begonnen und wird wegen des Autorenstreiks wahrscheinlich kürzer ausfallen — was der Serie nicht unbedingt schaden muss. Ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, wie sich die Autoren aus all den Rätseln herausschreiben werden und bin gespannt, ob sie es schaffen, am Ende eine befriedigende Auflösung hinzukriegen. Bis dahin bleibt der Weg das Ziel und abgesehen von den genannten Schwächen bleibt Lost fürs erste eine gelungene Mystery-Serie. Wie gut Lost wirklich ist, wird man wohl erst ganz am Ende so richtig beurteilen können.
Die dritte Staffel hat jedenfalls ganz klar gezeigt, welche Nachteile die so oft gerühmte Form der “neuen Generation der TV-Serien” hat, die eine durchgehende, fortlaufende Geschichte erzählen: Die einzelne Folge ist immer nur noch ein Teil des Ganzen. Sie gleicht einem Kapitel in einem Roman und kann nicht für sich stehen. Damit der Zuschauer am Ball bleibt, muss es entweder permanent knallen und ein Twist den nächsten jagen (24 oder Prison Break) oder die Figuren und ihre Geschichten sind so lebendig und glaubhaft, dass man sie einfach gerne begleitet (Six Feet Under).
Wer Staffel 1 bis 3 nochmal komplett rekapitulieren möchte, findet hier die offizielle Zusammenfassung in 8:15 Minuten. Superhektisch, superschnell und trocken serviert.