Auf DVD: Ghost Rider

Mann, war der schlecht. Nicht dass ich hier viel erwartet hätte, ich war von vornherein auf ein eher trashiges Machwerk eingestellt, aber ein bisschen Unterhaltung hätte ich mir schon gewünscht. Okay, schon der Plot klingt nicht unbedingt nach Qualität: Basierend auf einer eher obskuren Marvel-Comicserie (von der ich nie ein Heft gelesen habe) erzählt Ghost Rider von einem Motorradfahrer, der nach einem Deal mit dem Teufel des Nachts zu einem Höllen-Biker wird, der mit einem brennenden Totenschädel und brennenden Reifen rumheizt. Oh yeah.

Gut, das ist kein Oscar-Material, aber mit der richtigen Herangehensweise könnte sowas mächtig Spaß machen. Leider leidet Ghost Rider unter miesen Dialogen, schlechter Regie und schlechtem Drehbuch (beides von Mark Steven Johnson, der schon bei Daredevil und Elektra ziemlichen Murks abgeliefert hatte). Am meisten geärgert hat mich, dass der Film seine Zuschauer permanent unterfordert. Hier dienten wohl ADS-kranke Teenies als Maßstab, die im Kino gleichzeitig Popcorn naschen, knutschen und SMS-Konversationen führen und gleichzeitig noch die Filmhandlung verstehen können sollen. Deshalb wird alles haarklein auserzählt und durcherklärt, deshalb wird es nie auch nur ein kleines bisschen kompliziert und deshalb gibt es ständig Rückblenden auf Dinge, die man grade vor 10 Minuten schon gesehen hat.

Eine nette Idee war es, den Teufel mit Peter Fonda zu besetzen, der ja in Sachen Film und Motorrad einschlägig vorbelastet ist. Sonderlich dämonisch kommt er allerdings nicht rüber. Die Hauptrolle gibt Nicolas Cage, der immer dann am besten ist, wenn sein Gesicht verschwindet und von einem halbwegs okay animierten brennenden Totenschädel ersetzt wird. Außerdem spielt noch das Dekolleté von Eva Mendes mit. Wer die Bösewichte spielt, die der Rider fertigmachen muss, ist egal, weil sie für den Rider praktisch gar kein Problem darstellen. Die putzt er mit links weg. Selten waren Konflikte im Actionkino konfliktärmer. Ein kleiner Trost sind die Auftritte von Sam Elliott (den man als lässigen Erzähler in Big Lebowski kennt) als alter Herr, der selber mal der Rider war, damals aber noch zu Pferde statt auf dem Feuerstuhl.

Ich habe noch einen Film mit Nicolas Cage auf Halde (The Weather Man). Den schau ich mir noch an, und dann war’s das wohl mit uns beiden. Ich mag dieses Gesicht nicht mehr sehen und drücke ihm die Daumen, dass er die Goldene Himbeere 2008 mit nach Hause nimmt.

 

Ein Gedanke zu „Auf DVD: Ghost Rider

  1. „Mann, war der schlecht.“ – das war genau das, was mir durch den kopf ging, als ich den film gesehen habe.

    nicolas cage ist echt ein phänomen: „adaption“ cool, durchdacht, witzig. „the weather man“ – auch ok, genauso wie „lord of war“. und dann solche totalausfälle wie „ghost rider“ und „next“ *würg* ;)

    peace

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