Archive for April, 2008

Bilderrätsel (5)

Wenn ich schon so wenig Zeit zum Bloggen habe, muss ich halt andere arbeiten lassen. Hier habt ihr wieder was zu tun: ein neues Bilderrätsel! Gesucht werden drei Namen, die dann wiederum auf einen Film hinweisen. Wie heißt der Film?

ON
 

(Foto: Wikimedia Commons)

Ältere Film-Bilderrätsel: 1, 2, 3, 4.

Drah di, Franck!

Das Ergebnis war zwar enttäuschend, das Spiel aber war sehr ansehnlich und nie langweilig, und allein für diese Szene hat sich der Eintrittspreis fürs Stadion schon gelohnt:

Woohoo!

Es ist offiziell: Guillermo del Toro dreht in Neuseeland The Hobbit und gleich dazu noch ein noch unbenamstes Sequel, das die Zeitspanne zwischen dem Hobbit und Lord of the Rings abdecken wird. Peter Jackson produziert und wird dafür sorgen, dass wohl zum Großteil die selben Leute mitarbeiten wie bei seiner LotR-Trilogie. Das ist eine Super-Nachricht, schließlich ist del Toro spätestens seit Pan’s Labyrinth einer der ganz tollen, sein Hellboy II verspricht ein echter Hammer zu werden, und wenn irgendeiner für den Hobbit genau der richtige ist, dann er.

Ich beteilige mich ja normalerweise nicht an all dem Prä-Filmstart-Hype im Netz, bei dem jedes Castinggerücht, jedes kleine Foto vom Set und jede Magenverstimmung einer Nebendarstellerin herumposaunt wird. Hier mache ich aber gerne eine Ausnahme und freu mich jetzt schon auf jeden Infoschnipsel.

Trailerschau für Filmstarts vom 17.4.

Mit Verspätung nachgereicht: Die Neustarts von letzter Woche. Interessante Beobachtung am Rande: Von all den Filmen, die in jener Woche anliefen, stammt nur ein einziger aus den US von A.

Im Kino sehen:
Fleisch ist mein Gemüse:
Einerseits freu ich mich ja sehr, dass eines meiner Lieblingsbücher verfilmt wurde, aber wie das eben so ist: Ich habe auch Angst, dass der Film dem Buch nicht gerecht wird. Der Trailer konzentriert sich sehr auf die lustigen Teile der Story, aber Heinz Strunks Roman ist eben auch eine Tragödie. Ich bleibe skeptisch, werde aber wohl reingehen.

Auf die DVD warten:
Sieben Mulden und eine Leiche: Eine sogenannte “Doku-Komödie” aus der Schweiz mit einem etwas pietätlosen, aber interessanten Ansatz. Filmemacher Thomas Haemmerli besucht mit der Kamera das Haus seiner toten Messie-Mutter und findet dort neben ihrer Leiche allerlei Tand. Vielversprechend!

Vielleicht mal im Fernsehen:
Chiko: Sich ziemlich authentisch anfühlender Film über den Aufstieg eines jungen Deutschtürken im im Hamburger Drogenmilieu, der allerdings auch viel Wert auf cooles Gangsta-Getue legt, weisstu Alda. Moritz Bleibtreu spielt den Paten, Fatih Akin ist als Produzent an Bord.

Muss nicht sein:
Street Kings: Ein leicht aufgedunsener Keanu Reeves als korrupter, unmoralischer Cop. Oder war’s so, dass er der ehrliche Cop ist, der die korrupten unmoralischen Kollegen stellen muss? Wie auch immer: Muss man nicht gesehen haben, glaube ich. Guckt lieber The Shield!

Le rêve de la nuit d’avant (Actrices … oder der Traum aus der Nacht davor): Toller Film, wenn man sich für 40jährige Französinnen in der Midlife-Crisis interessiert. Und wer tut das nicht? Ich.

Khadak: Ethno- und Esoterik-Kram rund um Schamanen in der Mongolei.

Buitenspel (Gilles): Belgischer Jugendfilm mit viel Fußball.

Sommer: Teenie-Vehikel für Wolfgang Amadeus Ochsenknecht oder wie der heißt.

Live: José Gonzales

Wer einmal bei der Musikexpress-Akustik-Konzertreihe Schweine am Samstag war, die man vielleicht besser in “Perlen vor die Säue” umbenennen sollte, kennt das: ein netter Club, nette Leute, nette Gespräche, nette Getränke. Und irgendwo auf ner Bühne sitzt ein introvertierter Typ mit Gitarre und versucht, leise Lieder zu spielen. Nur hört ihm fast keiner zu. Es geht aber auch ganz anders, und das hängt ganz entscheidend mit der Location zusammen.

In der Dachauer Pfarrkirche St. Jakob, wo es vor kurzem schon ein feines Gastspiel von Iron & Wine gab, fand gestern erneut ein schönes Akustik-Konzert statt. Zu Gast war José Gonzales, der, wie man am Namen schon eindeutig feststellen kann, aus Schweden kommt. Am bekanntesten ist er ausgerechnet für zwei Coverversionen: für die des Knife-Songs “Heartbeats” (Ihr erinnert euch an den Werbespot mit den bunten Bällen?) und für seine großartige Version von Massive Attacks “Teardrop”. Beide brachte er natürlich in der vollbesetzten Kirche zu Gehör, aber auch viele Stücke aus eigener Feder, die sich dahinter nicht verstecken müssen. Beeindruckend an der Musik von José Gonzales ist vor allem der Klangteppich, den er mit einer einzigen Akustikklampfe zu erzeugen in der Lage ist.

Feine, leise Musik also, nur gelegentlich mal unterstützt von zurückhaltender Percussion oder auch mal einer Melodika. Und die Kirche ist der perfekte Ort dafür. Hier sitzt man (leider sehr unbequem, der Kirchenbestuhler hatte wohl kein Interesse an Ergonomie), und wenn die Musik beginnt, wird andächtig geschwiegen und zugehört. Was für alle Beteiligten sicher eine angenehme Abwechslung bedeutet und das musikalische Erlebnis intensiver macht. Wenn’s nach mir geht, kann das gerne so weiter gehen mit Konzerten in St. Jakob.

Familienzuwachs

Mein Rechner hat ein kleines Brüderchen bekommen. Nieeedlich.

Auf DVD: Neues vom Wixxer

Eigentlich war ich ja scharf auf den Audiokommentar, als ich diese DVD in der Stadtbibliothek vorgemerkt habe. Denn dies dürfte einer der wenigen Filme sein, bei denen die Kommentarspur um einiges witziger, geistreicher und unterhaltsamer ausfällt als der Film selbst. Leider hatte die Bibliothek nur die Standard-Edition der DVD und die enthält keine Kommentare. So musste ich also mit dem Hauptfilm vorlieb nehmen, und der war dann auch wie erwartet: leidlich unterhaltsam, mit einer kleinen handvoll brillanten, ein paar guten und ziemlich viel miesen Gags.

Wie im ersten Teil spielen Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe in Neues vom Wixxer ein dusseliges Inspektoren-Duo in London, das einen Bösewicht dingfest machen muss; wie im ersten Teil werden fleißig alte Edgar-Wallace-Filme parodiert. Unterstützt werden die beiden von einer Riege Comedians sowie von einigen deutschen Kino-Urgesteinen, die schon bei den richtigen Wallace-Filmen dabei waren (u.a. Wolfgang Völz, Blacky Fuchsberger und Chris Howland). Dazu gibt es noch kurze Cameo-Auftritte diverser Promis, die mal doof (Achim Menzel), mal großartig (Roberto Blanco und Bernd Clüver) sind. Und natürlich Christoph Maria Herbst als Butler Alfons Hatler, der im Grunde allen die Show stiehlt und dessen Szenen zu den Highlights des Films gehören.

Oliver Kalkofe ist leider kein sehr begnadeter Schauspieler, beim ihm hat man eigentlich nie das Gefühl, den Inspektor Evan Longer im Bild zu sehen, sondern man sieht immer nur Kalkofe im Trenchcoat. Kollege Pastewka gelingt es dafür ganz gut, dieses Manko wieder wett zu machen.

Die Story ist bei Produktionen dieser Art ohnehin nicht von Belang. Hier hat man sich immerhin Mühe gegeben und sich eine halbwegs stringente Handlung ausgedacht. Aber was wirklich zählt, sind Gags und Pointen — und hier ist leider ein Mangel festzustellen. Die wirklich guten Gags sind an einer Hand abzuzählen, manche Witze werden endlos ausgewalzt und andere sind komplette Rohrkrepierer, die auch aus einer Komödie mit Ilja Richter und Rudi Carell stammen könnten.

Einsames Highlight im Teich der flachen Witze ist ausgerechnet ein Element, das mit dem Rest des Films überhaupt nichts zu tun hat. Ein knallhart mittenrein platzierter Werbeblock mit Parodien auf Klingeltonwerbung und mit einem fantastischen Roger Willemsen als Anpreiser einer Time-Life-CD-Kollektion. Allein für diese Szene hat sich das Ausleihen schon gelohnt. Aber ein dritter Wixxer muss dann eigentlich nicht mehr sein.

Im Kino: Juno

Juno ist sechzehn, hat zum ersten Mal mit einem Jungen geschlafen und ist schwanger. Und schon wendet sich ein Teil des Publikums wieder ab, weil es entweder ein sentimentales Rührstück, ein hochmoralisches Zeigefingerdrama oder eine zotige Teeniekomödie erwartet. Dieser Film aber zeichnet sich vor allem durch das aus, was er nicht ist. Stattdessen unterläuft Juno immer mal wieder die Erwartungen und schlägt unerwartete Haken.

Juno plant zuerst eine Abtreibung, beschließt dann aber, das Kind zur Adoption freizugeben und sucht aus den Annoncen im Anzeigenblättchen ein interessiertes Paar. Dieses Paar, gespielt von Jennifer Garner und Jason Bateman, wirkt zuerst wie der Prototyp der ekligen Yuppie-Kotzbrocken, ehe sich zumindest der männliche Teil als sympathischer Kerl entpuppt — aber auch hier gibt es nochmal eine unverhoffte Wende.

Was Juno so unterhaltsam macht, ist zum einen die sehr lässige, sympathische Indie-Attitüde, die den kompletten Film durchzieht, vom Vorspann über den Soundtrack bis zu den Klamotten (weniger Wohlmeinende können das natürlich alles als kühles Kalkül sehen und haben damit vielleicht sogar recht, aber mich kriegt man mit sowas einfach gut rum), zum anderen die tollen Schauspieler, allen voran Ellen Page in der Titelrolle. Und zum dritten die Dialoge: Drehbuchautorin Diablo Cody, die dafür den Oscar gewann, legt ihren Protagonisten rhetorische Wasserfälle in den Mund, die gleichermaßen smart, zeitgeistig und witzig sind. Schon klar, echte Teenager reden nicht so, aber das macht nichts. Ich habe einfach eine Riesenfreude an dieser Sprache, die vor originellen Einfällen nur so sprüht. Ich war ganz dankbar für die Originalversion mit Untertiteln, denn ohne Untertitel hätte ich doch so manches verpasst, und auf deutsch dürfte auf der Sprach-Ebene einiges verloren gehen.

Regisseur Ivan Reitman (Thank You For Smoking) hat hier ein heikles Thema in einer sehr vergnüglichen Komödie verpackt. Die Vorwürfe, der Film verbreite ein reaktionäres Weltbild und sei praktisch ein U-Boot der Pro-Life-Bewegung, halte ich für verfehlt. Zwar entscheidet sich Juno sehr schnell gegen eine Abtreibung und ihre Schwangerschaft kommt ähnlich unproblematisch rüber wie ein Schnupfen, aber der Film schlägt in meinen Augen zu viele Haken und hat ein zu ambivalentes Ende, so dass ein solcher Vorwurf genau die Schwarz-Weiß-Malerei enthält, die er dem Film vorhält.