Too big to fail.

Auf DVD: Neues vom Wixxer

Mittwoch, 16.04.2008

Eigentlich war ich ja scharf auf den Audiokommentar, als ich diese DVD in der Stadtbibliothek vorgemerkt habe. Denn dies dürfte einer der wenigen Filme sein, bei denen die Kommentarspur um einiges witziger, geistreicher und unterhaltsamer ausfällt als der Film selbst. Leider hatte die Bibliothek nur die Standard-Edition der DVD und die enthält keine Kommentare. So musste ich also mit dem Hauptfilm vorlieb nehmen, und der war dann auch wie erwartet: leidlich unterhaltsam, mit einer kleinen handvoll brillanten, ein paar guten und ziemlich viel miesen Gags.

Wie im ersten Teil spielen Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe in Neues vom Wixxer ein dusseliges Inspektoren-Duo in London, das einen Bösewicht dingfest machen muss; wie im ersten Teil werden fleißig alte Edgar-Wallace-Filme parodiert. Unterstützt werden die beiden von einer Riege Comedians sowie von einigen deutschen Kino-Urgesteinen, die schon bei den richtigen Wallace-Filmen dabei waren (u.a. Wolfgang Völz, Blacky Fuchsberger und Chris Howland). Dazu gibt es noch kurze Cameo-Auftritte diverser Promis, die mal doof (Achim Menzel), mal großartig (Roberto Blanco und Bernd Clüver) sind. Und natürlich Christoph Maria Herbst als Butler Alfons Hatler, der im Grunde allen die Show stiehlt und dessen Szenen zu den Highlights des Films gehören.

Oliver Kalkofe ist leider kein sehr begnadeter Schauspieler, beim ihm hat man eigentlich nie das Gefühl, den Inspektor Evan Longer im Bild zu sehen, sondern man sieht immer nur Kalkofe im Trenchcoat. Kollege Pastewka gelingt es dafür ganz gut, dieses Manko wieder wett zu machen.

Die Story ist bei Produktionen dieser Art ohnehin nicht von Belang. Hier hat man sich immerhin Mühe gegeben und sich eine halbwegs stringente Handlung ausgedacht. Aber was wirklich zählt, sind Gags und Pointen — und hier ist leider ein Mangel festzustellen. Die wirklich guten Gags sind an einer Hand abzuzählen, manche Witze werden endlos ausgewalzt und andere sind komplette Rohrkrepierer, die auch aus einer Komödie mit Ilja Richter und Rudi Carell stammen könnten.

Einsames Highlight im Teich der flachen Witze ist ausgerechnet ein Element, das mit dem Rest des Films überhaupt nichts zu tun hat. Ein knallhart mittenrein platzierter Werbeblock mit Parodien auf Klingeltonwerbung und mit einem fantastischen Roger Willemsen als Anpreiser einer Time-Life-CD-Kollektion. Allein für diese Szene hat sich das Ausleihen schon gelohnt. Aber ein dritter Wixxer muss dann eigentlich nicht mehr sein.

Abgelegt unter: geguckt

1 Kommentar »

  1. Is halt sone Komikerkrankheit, dass ihre Filme oft nicht mehr als eine Sketchaneinanderreihung sind. Ausnahmen gibt es natürlich (Life of Brian und so). Aber noch eins zum Wixxer: Eine Szene hat den seichteren rest für mich erträglich gemacht: Christoph Maria Herbst als singender Führer Alfons Hatler. Total daneben, so schön skurril und genial gespielt.

    Kommentar von Miss Marple — 30.04.2008 @ 09:45

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