Der erste Superheldenfilm, für den Marvel nicht die Lizenz an ein Hollywoodstudio verkauft, sondern die Produktion selbst übernommen hat, ist ein absolut gelungenes Unterfangen. Iron Man funktioniert hervorragend als das was es ist: Popcorn-Genreunterhaltung, ein Sommerblockbuster eben. Der Film ist in sich stimmig, hat vernünftige Dialoge, gute Action und vor allem Schauspieler, die ihren Figuren eine Seele geben. Robert Downey Jr. in der Hauptrolle ist eine goldrichtige Wahl, er verkörpert den Rüstungsmillionär Tony Stark, der sich eine Hightech-Rüstung baut, als hätte er nie was anderes gemacht. Jeff Bridges als Antagonist ist ein Genuss, und sogar Gwyneth Paltrow kann als sommersprossige Assistentin Pepper Potts zeigen, dass sie sehr viel Charme haben kann.

Iron Man ist Kino-Entertainment, wie es sein sollte. Man muss eben nicht das vielzitierte Gehirn an der vielzitierten Kasse abgeben, Denken ist nicht verboten. Natürlich ist das hier kein Oscar-verdächtiges Drama und keine subtile Erörterung über Waffenhandel. Aber es ist durch und durch solide, unlangweilige Hollywood-Unterhaltung, bei der man nie das Gefühl hat, als Zuschauer nach Strich und Faden verarscht zu werden. Und das will heutzutage ja schonmal was heißen. Außerdem findet der Film eine wunderbare Balance zwischen Spaß und Ernst: Man streut immer wieder augenzwinkernde Momente ein, die der Sache wirklich gut tun, ohne die Geschichte zum Klamauk verkommen zu lassen. Die Kinoumsätze des Films sind ein klarer Erfolg, eine Fortsetzung wird wohl unvermeidlich sein. Man darf sich drauf freuen.

Abspann: Comicfans im allgemeinen und Marvel-Fanboys im besonderen werden ganz feucht: Was sich in der kurzen Szene ganz am Schluss abspielt, deutet nicht nur auf einen zweiten Teil hin, er deutet auch auf einen Avengers-Film hin und obendrein deutet er die Möglichkeit an, dass die Marvel-Filme in einem gemeinsamen Universum spielen könnten. Und außerdem ist die Szene ein toller Insider-Gag für alle, die den Ultimates-Comic gelesen haben.