Wenn man die EM im britischen TV verfolgt, dann stößt man ab und zu mal auch auf solche Perlen wie die hier. Namenswitze sind ja eigentlich verboten, aber in dem Fall machen wir mal eine Ausnahme:
Archive for Juni, 2008
Im Kino sehen:
The Bank Job (Bank Job): Britisches Heist Movie mit Jason Statham, basierend auf der wahren Geschichte eines Bankraubs in London 1971. Ich steh auf sowas.
Auf die DVD warten:
Julia: Tilda Swinton als Alkoholikerin, deren Leben den Bach runter geht, bis sie sich zu einer Entführungsaktion überreden lässt und einen achtjährigen Jungen kidnappt, was natürlich nicht gut gehen kann. Dürfte vor allem dank der Hauptdarstellerin sehenswert sein.
Vielleicht mal im Fernsehen:
Jump: Patrick Swayze (!) in einem österreichischen (!) Film, zusammen mit Heinz Hoenig. Erzählt wird von Philippe Halsman, der in den 20er Jahren in Österreich des Mordes verdächtigt wurde und der später, nach seiner Emigration in die USA, ein berühmter Fotograf wurde.
Reservation Road (Ein einziger Augenblick): Krimi – Schrägstrich – Familien-Drama, eine Romanverfilmung mit Joaquin Phoenix als Vater, dessen Sohn von einem Auto erfasst und getötet wird, und der den Schuldigen später als dessen Anwalt trifft. Wer auf Filme steht, in denen die Schauspieler vor allem ganz viel leiden dürfen, wird hier wohl ganz gut bedient.
L’Étoile du soldat (Der Stern des Soldaten): Deutsch-französisch-afghanischer Film, der aus der Sicht eines russischen Soldaten von der sowjetischen Besatzungszeit in Afghanistan erzählt. Der Regisseur nahm sich kurz nach Fertigstellung des FIlms das Leben.
Über Wasser: Doku aus Österreich, die an drei Orten gedreht wurde: in überschwemmten Gebieten in Bangladesch, in Nairobi, wo stets Wasserknappheit herrscht, und in Kasachstan, wo einmal der Aralsee war und heute nur noch Steppe ist.
Muss nicht sein:
Ich will da sein – Jenny Gröllmann: Porträt der Schauspielerin Jenny Gröllmann, die in der DDR eine große Nummer war und 2006 an Krebs starb.
Nim’s Island (Die Insel der Abenteuer): Abenteuerfilmchen für Kinder mit Jodie Foster, Gerard “This is Sparta!” Butler und der Kleinen aus Little Miss Sunshine. Weia, ist das alles bunt hier.
Aus gegebenem Anlass:
Thomas Pigor – Österreich ist raus
Naja, glorreich war das ja nicht heute – aber Hauptsache, mit dem ganzen Cordoba-Getue ist endlich mal Schluss.
Übrigens, die feine österreichische Mockumentary Das Wunder von Wien, deren Trailer ja schon überall die Runde machte, gibt’s in voller Länge (ca. 50 Minuten) als Stream auf orf.at. Jetzt erst recht zu empfehlen!
London ruft. In Kürze bin ich für ein paar Tage dort und es ist das erste Mal. Ja, ich weiß, scheiß Timing, während einer EM, bei der England nicht mitspielen darf. Macht aber nix.
Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn jemand von euch nen guten Geheimtipp hat (gerne auch kulinarischer Art) oder von bestimmten Programmpunkten dringend abraten möchte, wäre jetzt die Gelegenheit.
Auf die DVD warten:
Doomsday (Doomsday – Tag der Rache): Endzeit-Thriller von Neil Marshall (The Descent): Der Film spielt 25 Jahre nach einer Epidemie, deren Opfer man in Schottland hinter einer hohen Mauer weggesperrt hat. Sieht nach einem soliden Genre-Reißer aus.
You kill me: “Killer-Comedy” mit Ben Kingsley als alkoholkrankem Auftragskiller, der einen Job im Leichenschauhaus annimmt und sich dort in Laura Linney Téa Leoni verliebt. Sicher nix weltbewegendes, könnte aber ganz unterhaltsam sein.
Wild Tigers I have known: Angenehm eigenartig aussehendes Coming-of-Age-Drama, produziert von Gus van Sant. Erzählt wird vom 13jährigen Logan und seinem (homo)sexuellen Erwachen. Er verliebt sich in einen Jungen und erfindet eine fiktive weibliche Figur, über die er sich seinem Schwarm annähert. Vermutlich nicht ganz unanstrengend, aber sehenswert.
The Happening: Neues von M. Night Shyalamallimalli. Eine mysteriöse Welle von Selbstmorden fegt durch die USA. Wie meistens bei M. Night sieht der Trailer interessant aus und der Film ist wohl eher mies. Ich empfehle den sehr amüsanten Verriss von Rajko.
Vielleicht mal im Fernsehen:
Eisenfresser: Doku über die harte Schufterei auf Schiffsabwrack-Werften in Bangladesch, wo alte Schiffe von Hand zerlegt werden.
Muss nicht sein:
Forgetting Sarah Marshall (Nie wieder Sex mit der Ex): Neue Zotenkomödie aus der Judd-Apatow-Gagfabrik. Der grottige deutsche Titel macht’s nicht besser.
Deal (All in – Alles oder nichts): Schon wieder ein Las-Vegas-Zocker-Film. Altmeister bringt Jungspund das Pokern bei. Am interessantesten daran ist vielleicht, dass der Altmeister von Burt Reynolds gespielt wird.
Der Weiße mit dem Schwarzbrot: Doku über den Schauspieler und Ex-RAFler Christoph Wackernagel auf einem Trip nach Mali. Für Alt-68 und solche, die es werden wollen.

Die Zeichentrickserie Futurama, gestartet 1999, trägt von Anbeginn den Vergleich mit den Simpsons mit sich herum. Kein Wunder, ist ihr Schöpfer doch der gleiche, Matt Groening. Dieser Vergleich war und ist für Futurama vielleicht Fluch und Segen zugleich. Segen, weil ein bestimmter Teil der Simpons-Zielgruppe (die Popkultur-Freaks, die Nerds, generell die älteren Zuschauer) bald merkten, dass hier die kreativere, witzigere und subversivere Trickserie läuft, während die Simpsons ihren qualitativen Zenit deutlich überschritten hatten. Ein Fluch aber auch, weil Futurama (vielleicht schon durch das Science-Fiction-Setting) nie den Massen-Appeal der Simpsons erzielte und damit einen schweren Stand bei den quotenfixierten TV-Sendern hatte. Für Deutschland gilt das genauso wie für die USA, wo die Serie zwar immerhin vier Staffeln überlebte, dann aber von Fox Networks gekippt wurde.
Das Fandom von Futurama war jedoch groß und zahlungskräftig genug, um die DVD-Boxen zu einem Bestseller zu machen, und auch die Wiederholungsschleifen im Fernsehen liefen gut. Und so kam es zu einer Wiederauferstehung. Das Futurama-Team bekam den Auftrag, vier 90minütige Filme zu entwickeln. Diese sollten zuerst als DVDs veröffentlicht werden und später, in Häppchen aufgeteilt, wieder in TV-Serienform gezeigt werden. Aus vier Filmen wird so eine 16teilige Serienstaffel. Der erste dieser Filme heißt Bender’s Big Score und erschien in Europa mit der unanständigen Verspätung von einem halben Jahr.
Nach dieser viel zu langen Einleitung endlich mal zum Film: Der Beginn ist ziemlich großartig; in den ersten Minuten ziehen die Figuren erstmal frech gegen die Chefetage von Fox vom Leder. Die Handlung dreht sich um Nudisten-Aliens, die als spammende Internetbetrüger irgendwie dazu kommen, ein Tattoo auf Frys Hintern zu finden, das ihnen als Eintrittscode für ein Zeitreiseportal dient. Das ist so wirr wie es klingt, aber Plots sind bei Serien wie dieser ohnehin zweitrangig. Bender’s Big Score hat eher ein anderes Problem. Man merkt ihm an, dass er zwar als 90-Minüter eine durchgehende Story erzählen, möglichst aber auch in Form von vier Episoden funktionieren soll. Dadurch entsteht ein eigenartiges Zwischending. Einiges wirkt zu ausgewalzt — von den Alien-Bösewichten zum Beispiel hat man nach etwa einer Stunde die Nase voll — anderes kommt eher hektisch daher, vor allem der Drang der Macher, möglichst jede Futurama-Figur der ersten Staffeln irgendwie unterzubringen.
So richtig großartig ist Bender’s Big Score also nicht geworden, das Niveau der Originalserie erreicht er nicht. Aber ein mäßiger Futurama-Film ist immer noch deutlich spaßiger als vieles andere, und für Fans ist die DVD ohnehin Pflicht: Der Film ist voll mit Referenzen an die alten Folgen, und wer die richtig gut kennt, wird daran viel Freude haben. Es gibt einige gute und sehr gute Gags, nur eben auch viele mittelmäßge. Dazu kommen die Probleme mit der 90-Minuten-Struktur. Letztlich sollte man jedoch froh sein, dass Futurama wieder da ist und die Daumen drücken, dass der nächste Film (der in den USA schon in gut zwei Wochen erscheint) noch einen Tick besser wird.
Rundum gelungen ist allerdings das üppige Bonusmaterial. Neben Standards wie Charakterentwürfen, Storyboards und Trailern gibt es wunderbares Nerd-Futter: Eine Comic-Lesung von der San Diego Comic Con, eine halbstündige(!) Folge der Hypnotoad-TV-Serie (herrlich!) und eine sehr vergnügliche Mathe-Vorlesung der Professorin Sarah Greenwald, die die Website Futurama Math betreibt.
17:40
Die Feier wird wohl nur ganz kurz, 10-15 Minuten. Musss ja nix schlechtes sein.
Und los geht’s. Komisch gekleidete Leute tragen Tetris-Steine ins Stadion.
17:42
Diese Würfel werden wohl irgendein Logo ergeben. Béla Rethy hat auch keine Ahnung.
17:44
Jetzt kommen Kühe, aber nur welche aus Plastik. Dazu ein paar Model-Heidis auf Stelzen und andere Alpen-Klischees.
17:47
Jetzt kommt eine Skifahrerfigur rein. Hallo? Wir spielen hier eine Fuß! Ball! EM!
Platini zeigt sich angemessen desinteressiert. Passiert ja auch fast nix. Und die anderen Zuschauer kommen auch immer erst dann in Bewegung, wenn sie merken, dass sie grade im Bild sind.
17:49
Nun eine kleine Tanz-Choreographie in rot und weiß. Wo bleiben DJ Ötzi und DJ Bobo?
17:51
Miss Schweiz betritt den Rasen und Béla Rethy kommt sofort ins verbale Sabbern.
17:53
So, noch ein paar tausend Luftballons, ein bisschen Feuerwerk und raus in die Werbung. So schnell geht das.
Gut, das ging wirklich sehr kurz und schmerzlos. Ist wohl auch besser so, das erspart so manche Peinlichkeit. Ab jetzt wird Fußball gespielt. Live-Blogging zu vermutlich fast allen Spielen gibt’s bestimmt bei allesaussersport.


