Auf DVD: Batman Begins

Anachronismus beim Abspannsitzenbleiber: Alle haben schon Dark Knight gesehen, bei mir ist es erst heute abend soweit. Am Abend des Deutschland-Starts habe ich mir nochmal Batman Begins auf DVD verabreicht. Dieser war ja — für die Uneingeweihten sei es nochmal erwähnt — der gelungene „Reboot“ des Batman-Franchise, in dem man nach den beiden Tim-Burton-Filmen und den zwei Gurken von Joel Schumacher noch einmal ganz von vorne anfangen wollte.

Christopher Nolan inszenierte diesen Batman als düsteres, realistisches Drama, in dem die Figur des Bruce Wayne und seines Alter Ego Batman ganz klar im Mittelpunkt steht. Keine Sidekicks, keine abgedrehten Superschurken. Nolan wollte der Comicverfilmung das comichafte austreiben. Batman Begins verwendet viel Zeit darauf, auf nachvollziehbare Weise zu erklären, warum dieser junge Millionenerbe Bruce Wayne unbedingt als Einzelkämpfer das Verbrechen in Gotham City bekämpfen muss, warum er sich dabei als Fledermaus verkleidet, wo er kämpfen gelernt hat und wo er all die coolen Gadgets herhat. Für die „Origin“ seines Helden lässt er sich viel Zeit, es dauert fast eine Stunde, bis wir zum ersten Mal den Batman sehen können (eine Krankheit, an der fast jeder erste Teil von Superhelden-Verfilmungen leidet). Aber es lohnt sich: Dieser Batman ist eine ernstzunehmende Figur. Sie will nicht nur einfach für Recht und Ordnung sorgen, sie will den Verbrechern Angst einjagen, sie will zu einem Mythos werden, zu einer urbanen Legende. Und Katie Holmes stellt am Schluss ganz richtig fest, dass nicht Batman die Maske von Bruce Wayne ist, sondern umgekehrt.

Natürlich muss auch Christopher Nolan irgendwann den Regeln des Genres Genüge leisten, braucht also einen Schurken und einen actionreichen Kampf mit Verfolgungsjagd, Explosionen und fliegenden Fäusten. Zwar wird auch die Motivation des Schurken Scarecrow, ein Psychologe, der sich als Vogelscheuche verkleidet, ordentlich erklärt, doch die Figur bleibt blass und unspektakulär, kein Gegner von Format für jemanden wie Batman. Diesen Gegner hat sich Nolan für die Fortsetzung aufgehoben – der wunderschöne Epilog deutet es an, wenn Polizist Gordon über den Dächern von Gotham dem Flattermann eine Spielkarte in die Hand drückt.

Wie man an den euphorischen Reaktionen auf Dark Knight merkt, war Batman Begins nur das Vorspiel. Hier setzte Nolan den Ton. Der Film beeindruckt besonders durch seine überzeugende Atmosphäre und die düsteren Settings. Und nicht zuletzt durch die hervorragende Besetzung mit Christopher Nolan Christian Bale als Wayne, dem wunderbaren Michael Caine als Butler Alfred, Gary Oldman als Sergeant Gordon und Morgan Freeman als Mr. Q Lucius Fox. Ich bin gespannt auf heute abend.

 

2 Gedanken zu „Auf DVD: Batman Begins

  1. Ich bezweifle stark, dass Christopher Nolan Wayne gespielt hat ;)
    Stimme dir aber zu, hab den Film gestern selbst nochmal gesehen, weil ich heute ( zum zweiten mal ) ins kino gehe und das mit dem Vorspiel ist schon ziemlich richtig, denn the dark knight ist um einiges rasanter und cooler =)

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