Archive for August, 2008

2 Jahre Trailerschau

Das hat mich selbst überrascht: Die erste Folge der “Trailerschau”-Rubrik in diesem Blog ist bereits zwei Jahre alt. Ich habe also nun schon ungefähr hundertmal (einmal gab’s eine Pause von ein paar Wochen) alle verfügbaren Trailer zu den Kinostarts der Woche geguckt, kommentiert und eingeordnet.

Bisweilen ist das mühsam und wird mit der Zeit auch ein wenig langweilig, weil es immer wieder Filme gibt, zu denen einem wenig einfällt und bei denen man immer das gleiche schreiben will. Nach zwei Jahren wäre jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, diese Rubrik zu beerdigen.

Auf der anderen Seite: Seit ich mich mit der Trailerschau quasi zwinge, zu jedem Filmstart wenigstens minimale Informationen einzuholen, fühle ich mich bestens informiert und kann behaupten, einen sehr guten Überblick darüber zu haben, was gerade im Kino läuft. Auch wenn ich immer seltener hingehe. Und meistens macht’s ja doch Spaß, sich über Filme, die man nicht kennt, zwei Sätze aus den Fingern zu saugen. Der werte Kollege in der Kinoprovinz nennt das “Vorurteile statt Filmkritik”. Genau so ist es. Wir machen also erstmal noch ‘ne Weile weiter damit.

I want my MP3

Musik kaufen ist gar nicht so leicht. Viel seltener als früher, aber immer noch ab und zu, kaufe ich CDs. Entweder beim Online-Giganten mit A, oder beim Elektrosupermarkt 1, der dem gleichen Konzern angehört wie Elektrosupermarkt 2. Dann gibt’s in München auch noch sehr sympathische Plattenläden wie Resonanz und Optimal. Die sind toll, total indie und kredibel bis zum Anschlag, Publikum und Personal lieben Musik und verstehen was davon. Allerdings wird dort vor allem Vinyl verkauft, die CD-Bestände sind eher klein.

Aber warum eigentlich noch CDs? Nach dem Kauf lege ich die CD sowieso ins CD-Laufwerk meines Rechners und ziehe mir die eben gekaufte Musik auf die Festplatte und von dort auf den MP3-Player. Denn damit höre ich inzwischen am meisten. Konsequent wäre also, die Musik gleich auf MP3 zu kaufen (ja, klar, kein Booklet, kein Artwork usw. — Finde ich auch schade, aber das ist ein anderes Thema). Ich war einige Monate Kunde bei eMusic. Ein ziemlich guter Download-Store mit einem eigentlich cleveren Prinzip: Man bezahlt einen Monatsbeitrag und darf dafür pro Monat eine bestimmte Zahl von Tracks herunterladen. Das Angebot ist preislich recht attraktiv, so dass man bei Ausschöpfen des Download-Limits einen sehr günstigen Preis pro Song zahlt (deutlich unter den sonst üblichen 99ct pro Titel). Der Katalog von eMusic ist sehr umfangreich, man bekommt wirklich viel Musik. Aber: Keine Major-Labels.

Das klingt erstmal gar nicht schlimm, wenn man sich sowieso eher in den Gefilden jenseits der Charts bewegen möchte. Aber es gibt eben doch inzwischen erstaunlich viele sog. “Indie”-Acts, die sich direkt oder indirekt an ein Major-Label gebunden haben. Und darum enden viele Suchen erfolglos. Oder man bekommt zwar ältere Alben angeboten, aber nicht die aktuellen (z.B. bei Arcade Fire oder The Decemberists). Oder, noch doofer, das Album ist zwar verfügbar, aber nicht in Deutschland. Am allerblödesten: nach 30 Tagen läuft eine Monatsfrist ab, und wenn man in dieser Zeit nicht ans Downloaden gedacht hat, hat man einen Monatsbeitrag für nix ausgegeben. Immerhin kann man ohne lange Fristen kündigen, und das habe ich dann auch nach etwas mehr als einem Jahr gemacht.

Wenn ich mich nun also für ein neues Album interessiere, schaue ich nicht mehr zuerst bei eMusic. Aber wo schaue ich jetzt? Der iTunes Music Store mag vielleicht in Ordnung sein, aber wenn die mich als Linux-User ausschließen möchten, dann bitte. Musicload und Konsorten habe ich bisher gemieden, weil die bis vor kurzem nur DRM-verseuchte Musik angeboten haben. Inzwischen sieht es etwas anders aus, ein Teil der Major-Labels hat seine Blockadehaltung aufgegeben und lässt nun auch Musik im MP3-Format ohne Einschränkungen verkaufen. Leider noch nicht alle, bzw. nicht in allen Ländern und nicht auf allen Plattformen. Es ist also immer noch Glückssache, ob man beim Downloadshop XY ein Album von A, B oder C bekommt. Die Antwort lautet immer: Kommt drauf an. Selbst wenn jedes Album bei wenigstens einem Shop verfügbar wäre, müsste man sich als Kunde immer noch bei viel zu vielen Seiten registrieren (und natürlich jedesmal hübsch ganz viele persönliche Daten hinterlassen).

Einen digitalen MP3-Download-Shop, der (für deutsche Kunden) ein mehr oder weniger lückenloses Angebot bereithält, wird man also noch nicht so schnell bekommen. Eine erste Abhilfe und Annäherung sind Dienste wie kix.de (das kürzlich vom Musikportal laut.de gestartet wurde): Hier kann ich nach Künstlern und Titeln suchen und sehe, wo ich den Song zu welchem Preis und in welchem Format bekomme. Feine Sache*. So bin ich auch auf den mir bislang unbekannten Dienst 7digital gestoßen. Dort gibt’s eine recht ordentliche Auswahl von MP3s in guter Qualität zu einem fairen Preis. Es gibt einen sogenannten “Locker”, aus dem man die einmal gekauften Files bis zu fünfmal downlaoden kann. Und — für mich auch sehr wichtig: Für den Download benötigt man keinen proprietären Download-Manager, den man extra runterladen und installieren müsste (und den es ja meistens sowieso nur für Windows gibt). Alles klappt im Browser oder ganz simpel mit wget. Und hey, außer meiner e-Mail-Adresse wollten die noch nichtmal persönliche Daten von mir. Fast wie ein richtiger Oflline-Laden. Was ich vermisse: Eine Vormerk-Funktion à la “Jetzt nicht kaufen, aber vielleicht später”: Aber fürs erste bin ich zufrieden. Während ich dies schreibe, pluckert im Hintergrund das frisch gekaufte neue Sigur-Rós-Album.

Trotzdem, liebe Musikindustrie: Da muss noch was gehen. Mit mir könntest du nämlich Umsatz machen. Mit schönen Hörproben bin ich leicht zu ködern, und wenn ich dann mit wenigen Klicks einkaufen kann, dann kann man mit mir tatsächlich Geld verdienen. Und ich bin da bestimmt nicht der einzige. Also, wo bekomme ich das Fleet-Foxes-Album als MP3, bitte?

* Allerdings kann man im Moment noch nicht so recht drauf vertrauen, dass die Angaben von kix.de vollständig sind. Das Hellsongs-Album z.B. gibt’s bei 7digital, aber kix weiß davon nix.

Noch ein passender Link dazu: Stars on MP3 — der Tonspion testet anhand der Alben-Top-10, was man wo zum Download bekommt — und was nicht.

Trailerschau für Filmstarts vom 7.8.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Un baiser s’il vous plaît (Küss mich bitte!): Französische Romanze, u.a. mit Virginie Ledoyen, wo mal es mal wieder um die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Liebe geht. Sieht eigentlich ganz sympathisch aus.

Sankt Pauli! Rausgehen – Warmmachen – Weghauen: Doku über den FC St. Pauli und dessen Wiederaufstieg in die 2. Liga 2007. Obwohl das Image langsam zum Klischee wird, muss man St. Pauli ja irgendwie mögen. Trotzdem schau ich mir diese Sorte Film dann doch lieber im Fernsehen an.

Factory Girl: Zum 80. Geburtstag von Andy Warhol kommt ein Biopic über Edie Sedgwick, mit Sienna Miller in der Hauptrolle. Bob Dylan hat gegen den Film geklagt – aber leider nicht deshalb, weil er im Film ausgerechnet von Hayden Christensen gespielt wird.

Mongol (Der Mongole): Russisch-Kasachischer Monumental-Kostümschinken über Dschingis Khan, der wohl vor allem auf Schauwerte und Action setzt. Soll ja Leute geben, die auf sowas stehen.

St. Trinian’s (Die Girls von St. Trinian): Die St. Trinian’s-Filme waren in den 60ern laut film-dienst eine Art britisches Pendant zu den deutschen Pauker-Doofkomödien. Jetzt gibt es ein Update. Sieht zwar ganz unterhaltsam aus und hat mit Rupert Everett und Stephen Fry schon mal zwei dicke Pluspunkte, aber wenn Mark Kermode sagt, dass der Film furchtbar ist, dann glaub ich ihm das.

Muss nicht sein:
Fireflies in the Garden (Zurück im Sommer): Ein Drama um die Hölle namens Familie, mit prominenter Besetzung. Scheint aber eher fade zu sein, und dass die Amis den Film erst mal in Europa starten lassen, zeugt auch nicht von großem Vertrauen in den Film.

Adama Meshuga’at (Sweet Mud – Im Himmel gefangen): Israelisches Drama über Leben und Erwachsenwerden im Kibbuz. Wenn der ganze FIm soviel Pathos hat wie der Trailer, dann dürfte der Film ziemlich unerträgllich sein.

Nue Propriété: Französisches Familiendrama mit Isabelle Huppert. Die Musik im Trailer hat eine garstige Fingernagel-auf-Schultafel-Qualität.

The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor (Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers): Das Sequel vom Sequel vom Remake, diesmal asiatisch angehaucht mit Jet Li und Michelle Yeoh. Außer Special-Effects-Gewittern gibt’s hier nicht viel, ein Rotten-Tomatoes-Rating von ganzen 9% sollte Warnung genug sein.