Die gute alte Glotze

Natürlich kann man das Fernsehen als nichts als Scheiße verströmendes, todgeweihtes Medium betrachten. In letzter Zeit hab ich aber wieder vermehrt TV-Sendungen geguckt, und das nicht nur, weil die Sommerpause im Fußball zuende ist.

My Name is Earl (RTL): Wurde ja leider ganz schnell wieder eingestellt. Die Folgen, die liefen, waren aber prima Unterhaltung und haben auch in der deutschen Synchro relativ ordentlich funktioniert.

Dead Like Me (RTL 2): Auch diese tolle US-Serie wird von der deutschen Synchro nicht drastisch kaputtgemacht und wäre zur Zeit mein Lieblingsprogramm im Fernsehen, wenn’s RTL 2 nicht komplett versauen würde.

Dr. Psycho (Pro Sieben): Die zweite Staffel der Polizei-Comedy mit Christian Ulmen, auf die das Wort „Comedy“ eigentlich gar nicht passt, hat mir genauso gut gefallen wie die erste Staffel und hatte ähnlich schlechte Quoten. Autor Ralf Husmann (der auch bei Stromberg mitmischt) ist ja inzwischen auch auf der Bestsellerliste vertreten – mit einem Buch, das mich von außen eher abschreckt (der Look geht so in Richtung Tommy Jaud). Hat das jemand gelesen?

Kalkofes Mattscheibe (Pro Sieben): Lief praktischerweise direkt nach dem Psycho. Immer wieder super, auch wenn ich die Sendung ohne Kalkofes Parodien und nur mit dem puren TV-Wahnsinn noch mehr lieben würde.

Switch reloaded (Pro Sieben): Die TV-Parodien-Show, die immer besser wird. Interessanter Nebenffekt: Wenn man direkt im Anschluss noch ein bisschen umherzappt, ergibt sich die äußerst surreale Situation, dass man nicht mehr genau weiß, ob man sich immer noch in der Parodie befindet oder schon wieder in der grausamen Realität. Das zeigt, wie genau und detailgetreu diese Parodien sind.

Kurt Krömer – Die internationale Show (ARD): Es gibt richtig doofe und schlechte Momente in dieser Show (vor allem die vorproduzierten Einspieler), aber wenn ein Gast auf Krömers Bühne sitzt und sich von ihm schlecht behandeln lässt, dann amüsiert mich das meistens vortrefflich. Nach einer mehrwöchigen Pause gibt es übrigens seit dieser Woche wieder montags neue Folgen im Ersten und alte im RBB!

Gernstls Deutschlandreise (BR): Franz Xaver Gernstl, in Bayern längst eine Art Star, macht wieder das, was er so gut kann: Mit einem Kamera- und einem Tonmann durchs Land fahren und skurille Begegnungen festhalten. In der aktuellen Serie fährt Gernstl immer an der deutschen Grenze entlang und kommt so durch die verschiedensten Landstriche. Gerne besucht er Sonderlinge, Freaks und Außenseiter, führt sie aber nie vor. Er hört ihnen zu, lässt sie reden und lässt das Besondere plötzlich ganz normal wirken. Auf der anderen Seite hat Gernstl ein Talent dafür, aus dem Alltäglichen das Sonderbare herauszukitzeln: z.B. wenn er einen Angler fragt, was denn der Hauptpreis beim Wettfischen sei. Die Antwort: „Fleisch“. Am Donnerstag läuft die letzte von 13 Folgen, es gibt aber sicher bald Wiederholungen in anderen Dritten oder bei BR-alpha.

 

3 Gedanken zu „Die gute alte Glotze

  1. Gernstls Deutschlandreise ist übrigens 15-teilig, wie mir der Bayerische Rundfunk mitteilte. Für die letzten beiden Folgen gibt es aber noch keinen Termin. Weshalb ich mich frage, warum sie die nicht einfach am Samstag senden, anstatt einen Film zu wiederholen, der eh ständig auf sämtlichen Dritten die Runde macht. Aber naja, werden schon ihre Gründe haben.

  2. Husemanns Buch ist so so lirum larum, um mal im Stromberg-Jargon zu bleiben.

    Teilweise hat es sicherlich seine Momente, aber insgesamt wirkt es, nunja, bemüht. Der Vergleich mit Jaud hinkt gar nicht mal so sehr. Sprachlich ist „Nicht mein Tag“ geringfügig gewitzter, inhaltlich etwas weniger banal, aber trotz der ansatzweise reißerischen Thematik (Sex & Crime) ähnlich wenig mitreißend.

    Für den Urlaub hat’s so gerade gereicht.

Kommentare sind geschlossen.