Film-Quickies (2)

Kurze Worte zu fünf Filmen, die ich kürzlich gesehen habe.

Hotel von Jessica Hausner ist eine Art Arthouse-Thriller aus Österreich. Er erzählt von einem jungen Mädchen, das eine Ausbildung in einem einsam gelegenen Hotel anfängt und statt alpenländischer Gemütlichkeit eine unsagbare Kälte vorfindet. Handlung gibt es wenig, umso mehr wird Stimmung erzeugt, und zwar eine sehr unbehagliche. Mindestens so wichtig wie die Schauspieler sind auch die exquisit fotografierten Räume. Hotel erzeugt keinen Horror oder Grusel, sondern ein starkes Gefühl von Unbehagen und Beklemmung, bis hin zum Ende, das viele Fragen offen lässt. Kein leichter Film, aber ein guter.
 

Aaltra ist eine ganz und gar wunderbare, sarkastische Komödie aus Frankreich. Das Gespann Gustave de Kervern und Benoît Delépine fungiert als Autoren, Regisseure und Hauptdarsteller des kleinen, in schwarz-weiß gedrehten Roadmovies. Zwei Typen, beide namenlos, sind Nachbarn und hassen sich. Der eine ist Bauer, und bei einem Streit geraten beide unter einen Landmaschinen-Anhänger und sind anschließend gelähmt. Gemeinsam brechen die beiden in ihren Rollstühlen auf nach Finnland, wo sie sich Schmerzensgeld vom Hersteller des Anhängers, der Firma Aaltra holen wollen.

Ein großartiger, wortkarger, schwarzhumoriger Spaß, bei dem die Behinderten weder die bemitleidenswerten Underdogs noch die starken, edelmütigen „besseren Menschen“ sind, sondern egoistische Arschlöcher wie du und ich. Super.
 

21 von Robert Luketic klingt auf dem Papier nach einem unterhaltsamen und spannenden Thema: Kevin Spacey gibt einen Matheprofessor, der mit seinen Studenten systematisch das Blackjack-Spielen übt und mit ihnen in Las Vegas absahnt — durch Zählen, nicht durch Betrügen, natürlich „based on a true story“. Leider ist das ganze sehr konventionell inszeniert und erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines blassen Bübleins, der einem die ganze Zeit ziemlich egal bleibt.
 

Der neue Coen-Film ist sicher nicht der beste des Duos, aber allemal ein sehr gelungener und vergnüglicher. Ausnahmslos alle Figuren sind Idioten, und die Hollywoodstars nutzen diese Einladung zum gnadenlosen Chargieren, allen voran John Malkovich und Brad Pitt. Burn After Reading ist ein Film, in dem es ständig um ein riesengroßes Nichts geht, was im genialen Schlussdialog auch wunderbar auf den Punkt gebracht wird.
 

Ein wirklich toller Film, mit dem sich Pixar selbst übertroffen hat. Auch wenn’s langsam langweilt, der Animationsfilm-Oscar ist dem Studio mal wieder gewiss. Bisschen schade, dass Wall·E in der zweiten Hälfte weg vom wortlosen Endzeitszenario geht und in Richtung herkömmliche Familienunterhaltung driftet, trotzdem absolut sehenswert. Und jetzt warte ich auf den Tag, an dem man bei Pixar mal richtig mutig ist und sich traut, einen Film zu machen, bei dem die Kinder draußen bleiben müssen.

 

2 Gedanken zu „Film-Quickies (2)

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