2. vs 1.

Es ist ja nicht ganz einfach, Karten für die Münchner Fußball-Arena zu bekommen (wir reden hier nicht von 60er-Spielen). Wie man an dieser Auflistung schön sehen kann, gehen pro Bundesliga-Spieltag nur sehr wenige Tickets in den freien Verkauf, und selbst da haben Mitglieder vorrang (und bei aller Liebe zum FC Bayern: Nein, Vereinsmitglied werden will ich eigentlich nicht). Seit der FC Bayern in Fröttmaning spielt, bekommt Otto Normalzuschauer bestenfalls Tickets für Spiele unter der Woche oder für Spiele gegen Teams aus der Abstiegszone.

Um so mehr freue ich mich auf den Arena-Besuch heute abend. Denn in der Anfangsphase der Saison wurden auf der Bayern-Homepage Karten für Spiele gegen vermeintlich unattraktivere Gegner angeboten: Bochum, Bielefeld und so. Und eben auch diese TSG Hoffenheim. Und so kam ich ganz ohne Vitamin B an ganz reguläre Karten. Der Gast kommt nun als Tabellenführer, man spielt eine Art kleines Finale um die Herbstmeisterschaft und die Medien veranstalten seit Tagen einen Riesenhype um „das Duell, auf das ganz Deutschland wartet“ (sagt Monsieur Ribéry laut bild.de).

In München werden sich wohl die Hasstiraden gegen Mäzen Hopp und seine TSG in Grenzen halten. Erstens ist das hiesige Publikum ohnehin ein leises, zweitens haben Bayernfans verständlicherweise wenig Probleme mit Sportvereinen, die Geld haben. Drittens klingt der Hoffenheim-Hass allgemein langsam ab, was einfach an der sehr überzeugenden Art liegt, wie die Mannschaft in der Liga auftritt. (Und viertens müssen all die Anhänger der sogenannten Traditionsklubs ohnehin ganz kleinlaut werden, wenn sie sich ansehen, wie sich ihre Teams der Reihe nach auf europäischer Ebene blamieren — falls sie dort überhaupt teilnehmen.) Hoffenheim macht im Moment einfach halt viel genau richtig und darum scheinen viele der Mannschaft heute auch einen Sieg gegen Bayern zuzutrauen. Ich nicht, ich tippe 3:1 für Rot.