Am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder

Es dürfte der seltsamste Brief sein, der seit langem in meinem Briefkasten lag. „An alle Münchnerinnen und Münchner“ war er adressiert, Absender: der Abfallwirtschaftsbetrieb München. Was ist so wichtig, dass man es schriftlich an alle Einwohner verbreiten muss? Das Verbot der Trinkgeldannahme für Müllmänner! Genau, Müllmänner dürfen ab sofort kein Trinkgeld mehr annehmen. Begründet wird das mit der notwendigen Gleichstellung mit anderen Beschäftigten (z.B. auf Wertstoffhöfen) die auch kein Trinkgeld nehmen dürfen. Außerdem soll das Verbot zu dienen, „jeden Anschein von Vorteilsnahme schon im Vorfeld abzuwehren“. Korruptionsbekämpfung also, und Korruption scheint nirgendwo schwerwiegender zu sein als ausgerechnet bei der Müllabfuhr.

Mit der Gründlichkeit, die dem Öffentlichen Dienst zueigen ist, wird dann noch aufgezählt, was erlaubt ist (Getränke und Lebensmittel bis 15 Euro) und was nicht (Lose und Telefonkarten). Die Herren in Orange sind also in Zukunft unbestechlich, da bin ich ja wirklich froh. Und dürfen diese Briefe bei der nächsten Tour in tausendfacher Ausführung wieder mitnehmen, wenn sie die blauen Tonnen leeren.