Live: Die große Olli Schulz Show

Es war eine Art Preview-Abend mit einer umfassenden Vorschau auf das, was man 2009 von Olli Schulz hören und sehen wird. „Die große Olli Schulz Show“ überraschte erstmal mit einem ungewöhnlichen Setting: Das Backstage-Werk mit Graben und martialischen Absperrgittern vor der Bühne, darunter dann aber ein vollständig bestuhlter Raum. Schulz versuchte diesen Widerspruch damit aufzulösen, dass er einen Fresskorb herumreichte, aus dem sich jeder Zuschauer ein Teil nehmen durfte (der bei mir aber leider nicht mehr ankam).

Der erste Teil des Abends (und vermutlich der Grund für die Bestuhlung) war eine knapp halbstündige Lesung, in der Schulz ein Kapitel aus seinem in Kürze erscheinenden Buch Rock’n’Roll verzeiht Dir nichts zum Besten gab. Darin erzählt er autobiografisch aus seinen Jahren als Roadie, Stagehand und Türsteher. Der Stoff, der ihm seit Jahren als reicher Anekdotenschatz für seine legendär launigen Bühnenansagen dient, wird nun also zum Buch verdichtet. Ein guter Vorleser ist Olli Schulz zwar nicht, aber ein toller Geschichtenerzähler. Die Kostprobe aus dem Buch (featuring Edo Zanki) machte jedenfalls Lust darauf.

Zwischen den Leseabschnitten gab es Musik, und zwar von Home of the Lame. Felix Gebhardt, bärtiger Singer-Songwriter aus dem Grand-Hotel-van Cleef-Stall und mit einer wunderbar sonoren Gesangsstimme gesegnet, spielte mit seiner Band ein paar Lieder aus dem letzten Album. Und weil die Band, mit der Olli Schulz zuletzt unterwegs war (einschließlich dem Hund Marie) zur Zeit teilweise unter dem Namen „Tomte“ auf Tour ist, wird eben Home of the Lame zur neuen Liveband von Olli Schulz. Im zweiten Teil des Abends wechselte Schulz also wieder vom Vorleser zum Sänger. Und abermals gab es einen Ausblick auf 2009: Mit einer Ausnahme spielte er nämlich ausschließlich Songs vom noch nicht veröffentllichten vierten Album,

Zu erwarten hat man da die mittlerweile Schulz-typische Mischung aus ernsthaften und nachdenklichen Texten, gepaart mit Humor und Nonsens. A propos Nonsens: 2009 wird auch das Jahr sein, in dem Olli Schulz die Charts, Skihütten und Großraumdiscos erobern wird! „Mach den Bibo, mach das UFO, mach den Grobi“ ist die Schulz’sche Verson von Animations-Wahnsinn auf der Tanzfläche. Wird bestimmt ganz groß. München ist jedenfalls bereits infiziert.