Archive for Dezember, 2008

Live: Die große Olli Schulz Show

Es war eine Art Preview-Abend mit einer umfassenden Vorschau auf das, was man 2009 von Olli Schulz hören und sehen wird. “Die große Olli Schulz Show” überraschte erstmal mit einem ungewöhnlichen Setting: Das Backstage-Werk mit Graben und martialischen Absperrgittern vor der Bühne, darunter dann aber ein vollständig bestuhlter Raum. Schulz versuchte diesen Widerspruch damit aufzulösen, dass er einen Fresskorb herumreichte, aus dem sich jeder Zuschauer ein Teil nehmen durfte (der bei mir aber leider nicht mehr ankam).

Der erste Teil des Abends (und vermutlich der Grund für die Bestuhlung) war eine knapp halbstündige Lesung, in der Schulz ein Kapitel aus seinem in Kürze erscheinenden Buch Rock’n'Roll verzeiht Dir nichts zum Besten gab. Darin erzählt er autobiografisch aus seinen Jahren als Roadie, Stagehand und Türsteher. Der Stoff, der ihm seit Jahren als reicher Anekdotenschatz für seine legendär launigen Bühnenansagen dient, wird nun also zum Buch verdichtet. Ein guter Vorleser ist Olli Schulz zwar nicht, aber ein toller Geschichtenerzähler. Die Kostprobe aus dem Buch (featuring Edo Zanki) machte jedenfalls Lust darauf.

Zwischen den Leseabschnitten gab es Musik, und zwar von Home of the Lame. Felix Gebhardt, bärtiger Singer-Songwriter aus dem Grand-Hotel-van Cleef-Stall und mit einer wunderbar sonoren Gesangsstimme gesegnet, spielte mit seiner Band ein paar Lieder aus dem letzten Album. Und weil die Band, mit der Olli Schulz zuletzt unterwegs war (einschließlich dem Hund Marie) zur Zeit teilweise unter dem Namen “Tomte” auf Tour ist, wird eben Home of the Lame zur neuen Liveband von Olli Schulz. Im zweiten Teil des Abends wechselte Schulz also wieder vom Vorleser zum Sänger. Und abermals gab es einen Ausblick auf 2009: Mit einer Ausnahme spielte er nämlich ausschließlich Songs vom noch nicht veröffentllichten vierten Album,

Zu erwarten hat man da die mittlerweile Schulz-typische Mischung aus ernsthaften und nachdenklichen Texten, gepaart mit Humor und Nonsens. A propos Nonsens: 2009 wird auch das Jahr sein, in dem Olli Schulz die Charts, Skihütten und Großraumdiscos erobern wird! “Mach den Bibo, mach das UFO, mach den Grobi” ist die Schulz’sche Verson von Animations-Wahnsinn auf der Tanzfläche. Wird bestimmt ganz groß. München ist jedenfalls bereits infiziert.

Am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder

Es dürfte der seltsamste Brief sein, der seit langem in meinem Briefkasten lag. “An alle Münchnerinnen und Münchner” war er adressiert, Absender: der Abfallwirtschaftsbetrieb München. Was ist so wichtig, dass man es schriftlich an alle Einwohner verbreiten muss? Das Verbot der Trinkgeldannahme für Müllmänner! Genau, Müllmänner dürfen ab sofort kein Trinkgeld mehr annehmen. Begründet wird das mit der notwendigen Gleichstellung mit anderen Beschäftigten (z.B. auf Wertstoffhöfen) die auch kein Trinkgeld nehmen dürfen. Außerdem soll das Verbot zu dienen, “jeden Anschein von Vorteilsnahme schon im Vorfeld abzuwehren”. Korruptionsbekämpfung also, und Korruption scheint nirgendwo schwerwiegender zu sein als ausgerechnet bei der Müllabfuhr.

Mit der Gründlichkeit, die dem Öffentlichen Dienst zueigen ist, wird dann noch aufgezählt, was erlaubt ist (Getränke und Lebensmittel bis 15 Euro) und was nicht (Lose und Telefonkarten). Die Herren in Orange sind also in Zukunft unbestechlich, da bin ich ja wirklich froh. Und dürfen diese Briefe bei der nächsten Tour in tausendfacher Ausführung wieder mitnehmen, wenn sie die blauen Tonnen leeren.

Münchner Blogwichteln

Markus vom feinen Isarstadt-Blog hatte eine Idee: Man könnte ja unter Münchner BloggerInnen eine Wichtelaktion veranstalten. Anstelle von Staubfängern und Ladenhütern beschenkt man sich gegenseitig mit Blogbeiträgen. Und deshalb wird am 10. Dezember auf insgesamt 14 Blogs aus München jeweils ein Beitrag zum Thema Weihnachten in München veröffentlicht. Mit der Besonderheit, dass die Autoren von einem anderen Münchner Blog stammen. Hier im Blog wird also ein Beitrag von jemand anders erscheinen (und ich weiß noch nicht, von wem!) und ein Beitrag von mir wird in einem anderen Blog erscheinen.

Ich bin gespannt was dabei rauskommt. Die (nicht sehr zahlreichen) hiesigen Blogs sind doch recht verschieden und nicht alles wird da ganz harmonisch zusammenpassen. Aber das macht ja gerade den Reiz an der Sache aus. Während ich im Moment noch an meinem Beitrag sitze (gar nicht so einfach!), wollte ich diesen Hinweis schon mal als Vorwarnung und Ankündigung bringen. Und hier noch die Liste der teilnehmenden Blogs:

Bogenhausener Geschichten
Digitale Notizen
Dr. Sno*
isarstadt
Lyroholisch
münchenblogger
Mittagesser
Notebook München
Snowflakes & Black Vampires
Stadtneurotiker
Tivoli-Blog
Unilife live
Vorspeisenplatte
und meine Wenigkeit.

2. vs 1.

Es ist ja nicht ganz einfach, Karten für die Münchner Fußball-Arena zu bekommen (wir reden hier nicht von 60er-Spielen). Wie man an dieser Auflistung schön sehen kann, gehen pro Bundesliga-Spieltag nur sehr wenige Tickets in den freien Verkauf, und selbst da haben Mitglieder vorrang (und bei aller Liebe zum FC Bayern: Nein, Vereinsmitglied werden will ich eigentlich nicht). Seit der FC Bayern in Fröttmaning spielt, bekommt Otto Normalzuschauer bestenfalls Tickets für Spiele unter der Woche oder für Spiele gegen Teams aus der Abstiegszone.

Um so mehr freue ich mich auf den Arena-Besuch heute abend. Denn in der Anfangsphase der Saison wurden auf der Bayern-Homepage Karten für Spiele gegen vermeintlich unattraktivere Gegner angeboten: Bochum, Bielefeld und so. Und eben auch diese TSG Hoffenheim. Und so kam ich ganz ohne Vitamin B an ganz reguläre Karten. Der Gast kommt nun als Tabellenführer, man spielt eine Art kleines Finale um die Herbstmeisterschaft und die Medien veranstalten seit Tagen einen Riesenhype um “das Duell, auf das ganz Deutschland wartet” (sagt Monsieur Ribéry laut bild.de).

In München werden sich wohl die Hasstiraden gegen Mäzen Hopp und seine TSG in Grenzen halten. Erstens ist das hiesige Publikum ohnehin ein leises, zweitens haben Bayernfans verständlicherweise wenig Probleme mit Sportvereinen, die Geld haben. Drittens klingt der Hoffenheim-Hass allgemein langsam ab, was einfach an der sehr überzeugenden Art liegt, wie die Mannschaft in der Liga auftritt. (Und viertens müssen all die Anhänger der sogenannten Traditionsklubs ohnehin ganz kleinlaut werden, wenn sie sich ansehen, wie sich ihre Teams der Reihe nach auf europäischer Ebene blamieren — falls sie dort überhaupt teilnehmen.) Hoffenheim macht im Moment einfach halt viel genau richtig und darum scheinen viele der Mannschaft heute auch einen Sieg gegen Bayern zuzutrauen. Ich nicht, ich tippe 3:1 für Rot.

Trailerschau für Filmstarts vom 4.12.

Uff, schon wieder 12 Filme. Ich bin so müde …

Im Kino sehen:
Vicky Cristina Barcelona: Von allen Altherrenfantasien, die das Kino so zu bieten hat, sind mir die von Woody Allen noch immer am liebsten. Da kann Björn noch so sehr schimpfen, aber der hat den Film ja nicht mal zu einem Drittel gesehen.

Auf die DVD warten:
Madagascar: Escape 2 Africa (Madagascar 2): Zweiter Teil eines sehr amüsanten Kurzfilms um eine Gruppe sehr amüsanter Pinguine. Leider haben sie abermals um den guten Kurzfilm einen mäßigen Langfilm herumgebastelt.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Balkan Traffic – Übermorgen Nirgendwo: Road-Movie, in dem Leichen auf ungewöhnliche Weise von Deutschland in den Balkan überführt werden. “Schwarze Komödie, die ihr humoristisches Potenzial mit vorhersehbaren Gags und einem schwerfälligen Plot verspielt”, meint der film-dienst.

El baño del Papa (El baño del Papa – Das große Geschäft): Ein kleines uruguayisches Bauerndorf gerät in Wallung, als sich Papst Johannes Paul II. für einen Besuch ankündigt. Also bereiten sich die verarmten Bewohner darauf vor, einmal im Leben richtig Kasse zu machen. Sympathischer Kleine-Leute-Film, den man sich mal auf Arte ansehen kann.

Muss nicht sein:
Neben der Spur: Eins der besten Münchner Kinos geht unter die Filmverleiher und zeigt einen Film, der sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt. Laut Verleih ist es “ein deutsches Roadmovie und Detlef Bothes Antwort auf die ‘Berliner Schule’”. Nicht ganz meine Kragenweite.

Between Something & Nothing (Licht und Schatten – Between Something and Nothing): Schwules Love-and-Sex-Drama im Kunststudentenmilieu, preiswert auf DV gedreht. Ist auch schon auf DVD erhältlich. Die zitty schreibt: “Der Zuschauer erlebt behämmerte Dialoge, furchtbare Schauspieler und famos schlechte Kunsterziehung.”

Bill – Das absolute Augenmaß: Künstler-Biografie aus der Schweiz. Special-Interest-Kino für wenige.

Four Christmases (Mein Schatz, unsere Familie und ich): Die alljährliche Hollywood-Mainstream-Komödie, in der zynische Weihnachtshasser zum Besseren bekehrt werden müssen. Diesmal mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon. Gähn.

Quarantine (Quarantäne): Ein weiteres Kapitel im unendllichen Buch “Hollywoods unnötige Remakes ausländischer Filme”. Es gibt keinen Grund, warum man hier nicht das spanische Original [Rec] vorziehen sollte.

A.R.O.G.: Türkische Zeitreise-Klamauködie, die wie alle diese Filme wohl zu 99% von türkischstämmigen Zuschauern geguckt werden.

Muro – Nalet Olsun Içimdeki Insan Sevgisine (Tal der Wölfe 2 – Muro): Hat mit dem Aufreger-Kriegsfilm von 2006 wohl nicht allzu viel zu tun, außer einer gemeinsamen Hauptfigur. Ansonsten gilt hier das gleiche wir für A.R.O.G.

Geliebte Clara: Ein filmgewordener Groschenroman fürs Bildungsbürgertum. Unerträglich.