Auf DVD: Shine A Light

Keith Richards könnte ich stundenlang beim Gitarrespielen zusehen. Leider schneidet auch Martin Scorsese immer wieder den zappelnden Vorturner mit dem großen Mund dazwischen. Vielleicht sollte man das Konzept aus dem Zidane-Film mal auf Keith Richards bei einem Stones-Konzert anwenden.

Shine A Light ist allerdings, trotz des extra-prominenten Regisseurs, ein ziemlich konventioneller Konzertfilm. Dokumentiert wird ein Abend mit der lustigen Seniorenband The Rolling Stones. Kein Konzert einer Stadiontournee, sondern ein „Special Evening“ im kleinen Rahmen, in einem New Yorker Theater, präsentiert von Bill Clintons Stiftung. Neben den großen alten Hits werden auch ein paar unbekanntere alte Stücke gespielt. Und es gibt ein paar Gaststars, die jeweils bei einem Song mittun dürfen. Diese Gastauftritte gehören zu den Highlights des Films: Jack White ist stolz wie ein kleiner Junge, der mal an der Hand von Luca Toni ins Stadion einlaufen darf. Der alte Bluesman Buddy Guy ist einfach eine verdammt coole Sau, bei der man merkt, wieviel Spaß er und die Stones beim gemeinsamen Jammen haben. Und selbst Christina Aguilera konnte ich nicht so sehr hassen, wie ich gerne gewollt hätte.

Zwischen die Stücke schneidet Scorsese Archivaufnahmen aus 237 Jahren Bandgeschichte, und da sind natürlich ein paar hübsche Sachen dabei. Einschließlich ein kurzer Ausschnitt aus dem deutschen Fernsehen featuring Jochen Bendel.

Ansonsten ist Shine A Light immer dann am besten, wenn’s die Stones mal ein bisschen langsamer angehen lassen und was Bluesiges vom Stapel lassen. Wäre irgendwie toll, wenn diese alten Herren einfach als Bluesband durch die kleinen Kneipen dieser Welt touren würden.

Dass Martin Scorsese eines Tages einen Film mit den Stones machen würde, war irgendwann fällig, wenn man sich ansieht, in wie vielen Soundtracks seiner Filme Stones-Titel vorkommen. Besonders viel eigene Handschrift oder interessante visuelle Ideen gibt es allerdings nicht zu sehen. Ganz hübsch ist die Montage am Anfang, in der Scorsese in einer Art Mini-Making-of selbst zu sehen ist. Und sehr fein ist auch die allerletzte Szene, mit einer geschickt getricksten Kamerafahrt vom Bühnenausgang hoch über die Dächer New Yorks.

 

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