Trailerschau für Filmstarts vom 29.1.

Im Kino sehen:
The Curious Case of Benjamin Button (Der seltsame Fall des Benjamin Button): Darauf freu ich mich schon sehr lange: Meine Lieblingsschauspielerin Cate Blanchett in der weiblichen Hauptrolle, Brad Pitt in der männlichen, David Fincher als Regisseur, in einem versponnen-surrealen Märchen, das lose auf einer alten Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald basiert. Schon einer dieser Punkte hätte gereicht, mich ins Kino zu locken. Alle zusammen sind umso toller. Und dass der Film für stolze 13 Oscars nominiert ist, macht ihn auch nicht uninteressanter. Ich will das jedenfalls sehen, auch wenn die Kritik ziemlich gespalten ist: die Stimmen reichen von „ein Ereignis, wie es nur selten das Licht der Leinwand erblickt“ bis „Geistiger Haferbrei“.

Vielleicht mal im Fernsehen:
In the Shadow of the Moon (Im Schatten des Mondes): Rollt nochmal die Geschichte der bemannten Reisen zum Mond auf, zeigt Bilder aus den NASA-Archiven und interviewt alle noch lebenden Astronauten der Apollo-Missionen, die den Mond betreten haben. Für eine interessante Geschichtsstunde mit einigen schönen Bildern dürfte das allemal gut sein.

Ghost Town (Wen die Geister lieben): Nach Simon Pegg ist Ricky Gervais (Erfinder von The Office und Extras) der nächste lustige Brite, der’s in Hollywood versucht. Und er ist auch der nächste, dessen US-Filme bei weitem nicht an das Zeug heranreichen, das er in bloody ol‘ England gemacht hat. Gervais gibt einen Misanthropen, der nach einer Operation mit Geistern sprechen kann, woraus sich eine romantische Komödie entwickelt.

Teenage Angst: Ein Film über Gruppendynamik: Vier Internatsschüler machen aus ihrer Clique eine Art Geheimbund, experimentieren mit Alkohol udn Gewalt, bis es zur unvermeidlichen Eskalation kommt. Die jungen Darsteller und der junge Regisseur werden teils gelobt, teils aber auch nicht: „Der Film widert einen an“, schreibt das Festivalblog.

Reich des Bösen – Fünf Leben im Iran: Mohammad Farokhmanesh ist im Iran geboren und lebt heute in Hamburg. Er hat einen Dokumentarfilm gedreht, in dem er fünf Menschen im Iran in ihrem Alltag begleitet. So will er die andere Seite eines Landes zeigen, von dem unsereins ja nur ein sehr eindimensionales Bild hat. Die staatliche Zensur hatte aber beim Filmdreh auch ein Wörtchen mitzureden.

Seaview: Ein Porträt des Örtchens Mosney, das nach dem Krieg als Feriencamp für irische Familien gegründet wurde und heute als Lager für Asylbewerber dient. Dürfte einige bizarre Ansichten zu bieten haben.

Caos Calmo (Stilles Chaos): Poetischer Realismus aus Italien, mit Nanni Moretti als Witwer, der die Tage damit verbringt, vor der Schule seiner Tochter auf einer Parkbank zu sitzen. Ein Film über Trauer, der nicht nur traurig sein will. Wem diese Woche der Sinn nach gediegener europäischer Filmkunst steht, muss wohl hier rein.

Muss nicht sein:
The Rocker: Rainn Wilson kennt man als Nebendarsteller aus mittelprächtigen Filmkomödien und aus einer exzellenten TV-Serie (Six Feet Under), jetzt darf er auch mal als Hauptdarsteller ran: als Schlagzeuger in einer Rock’n’Roll-Komödie, der in den 80ern aus einer Band geworfen wurde, bevor diese richtig groß durchstartete. Da denkt man doch sofort an Pete Best — und siehe da, der hat eine kleine Nebenrolle bekommen. Ansonsten klappert der Film sämtliche Rock-Klischees ab und setzt vor allem auf Slapstick-Humor. Dann doch lieber nochmal This Is Spinal Tap schauen, den kann man gar nicht oft genug sehen.

Feuerherz – Die Reise der jungen Awet: Verfilmung des Bestsellers, der von Kindersoldaten in Eritrea handelt. Regisseur Luigi Falorni verzichtet auf allzu harte Bilder und muss von den Kritikern jede Menge Prügel einstecken.

Die wilden Hühner und das Leben: Fortsetzung des erfolgreichen Mädchen-Franchise, inklusive Ferres-Alarm.

***

Ich habe übrigens beschlossen, die türkischen Filme, die neuerdings fast im Wochentakt starten, ab sofort außen vor zu lassen. Man möge mir das bitte nicht als Chauvinismus auslegen — es sind halt Filme, die sich an ein ganz anderes Publikum richten, und wenn man ein bisschen mehr über die Filme herausfinden möchte, scheitert’s meist schon an der Sprache.

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 29.1.

  1. Cate Blanchett deine lieblingsschauspielerin?
    durch welche filme hat sie diesen status erreicht?

  2. Kann ich gar nicht so genau sagen …
    Vielleicht sind es gar nicht so sehr die Rollen, sondern die Aura, die diese Frau ausstrahlt. Ich fand sie einfach jedes Mal klasse, wenn ich sie gesehen habe (z.B. Heaven, Babel, auch ihre Rolle in Herr der Ringe ist irgendwie … magisch). Ganz wunderbar fand ich sie in Jim Jarmuschs Kurzfilm-Mix Coffee and Cigarettes. Und sie ist eine von denen, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie nie in echten Mistfilmen mitspielt.

Kommentare sind geschlossen.