Im Kino: Joheunnom nabbeunnom isanghannom (The Good, The Bad, The Weird)

Fantasy Filmfest Nights 2009„An oriental western“ nennt Regisseur Ji-woon Kim seinen Film in den Credits. Ein Italo-Western aus Korea, der in den 30er Jahren in der Mandschurei spielt. Der Titel spielt natürlich überdeutlich auf Sergio Leones Klassiker an, den wir hierzulande unter dem nicht so glorreichen Titel Zwei glorreiche Halunken kennen, ist aber kein Remake oder dergleichen, obwohl es ein paar Ähnlichkeiten in der Handlung gibt. Es geht um eine geheimnisvolle Schatzkarte, hinter der alle her sind: der Gute, der Böse, der Durchgeknallte, und noch ein paar mehr.

Der Durchgeknallte ist ein Dieb, nicht besonders intelligent, aber durchaus gewitzt. Bei einem Eisenbahnraub gerät er eher zufällig an die Schatzkarte und wird damit für den Rest des Films die Maus sein, die von diversen Katzen gejagt wird. Vor allem vom Bösen: dem Auftragskiller Park Chang-yi und seiner skrupellosen Gang, der den offiziellen Auftrag hat, die Karte zu beschaffen. Da auf beide ein Kopfgeld ausgesetzt ist, kommt ein Dritter ins Spiel: der Gute, ein mehr oder weniger rechtschaffener Kopfgeldjäger.

Diese Story ist nicht übermäßig elaboriert, sie dient eher als Gerüst, um den Film von einer irrwitzigen Actionszene zur nächsten zu treiben. Es wird viel geballert und viel gestorben und das sieht von vorne bis hinten sehr gut aus. Ji-woon Kim besitzt einen ausgeprägten Stilwillen, und deshalb macht sein Film vom allerersten Frame bis zum letzten Fitzelchen des Abspanns einen ungemein stylishen Eindruck. Der Film kann zwar als Hommage an alte (Italo-) Western gesehen werden, eifert ihnen aber visuell nicht nach, sondern will eine eigene Optik kreieren. Auffällig sind vor allem die grellen Primärfarben und die Kostüme, bei denen auf Authentizität gepfiffen wurde zugunsten eines hohen Coolness-Faktors. Tempomäßig wird permanent aufs Gas gedrückt, Action und Kinetik spielen die Hauptrolle. Auch Humor kommt nicht zu kurz, driftet aber nicht in albernste Schenkelklopfer ab (wie es bei asiatischen Filmen gerne mal der Fall ist). Höhepunkt des Films ist eine überbordende, beinahe halbstündige Verfolgungsjagd durch die Wüste.

Parallelen zu Takeshi Miikes Sukiyaki Western Django (der im letzten Jahr auf den FFFnights lief) sind unübersehbar, aber The Good, The Bad, The Weird ist noch eine ganze Ecke besser. Der Film (der in Korea der Nummer-1-Blockbuster 2008 war) ist in sich homogen, unterhält über die volle Laufzeit (139 Minuten), ist gut geschauspielert, hat einen tollen Score und die Geschichte funktioniert ohne Ausreißer. Außerordentlich gute, aufwendig produzierte Unterhaltung, nicht nur für Asien- und Western-Freaks.

Den Trailer gibt’s hier.

 

2 Gedanken zu „Im Kino: Joheunnom nabbeunnom isanghannom (The Good, The Bad, The Weird)

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