Trailerschau für Filmstarts vom 14.5.

Im Kino sehen:
Eldorado: Mein erster Gedanke beim Trailer: Das KANN kein französischer Film sein, sieht viel zu kauzig aus. Ist es auch nicht, es ist ein belgischer Film, ein lakonisch-schräges Roadmovie. Dieser Film könnte ihnen gefallen, wenn Sie Kaurismäki- und Jarmusch-Filme mögen.

Auf die DVD warten:
Ricky (Ricky – Wunder geschehen): François Ozons neuer Film lief schon auf der Berlinale und schon in der damaligen Berichterstattung klang ziemlich viel Ratlosigkeit durch über einen Film, der als realistisches Sozialdrama anfängt, bis mit dem Baby Ricky was ganz Besonderes passiert. Die meisten — nicht alle — Rezensionen verraten den speziellen Gag dieses Films, der Trailer tut es leider auch. Keine Ahnung, ob der Film was taugt, angenehm anders dürfte er auf jeden Fall sein.

Vielleicht mal im Fernsehen:
WIR sind Papst!: Einen erstmal rein bayerischen Kinostart bekommt diese Doku über das Dorf Marktl am Inn und seine kollektive Papstbegeisterung. Der Titel klingt ja furchtbar ranschmeißerisch, er wirft zum Glück aber einen durchaus kritischen Blick auf Ratzinger-Bratwurst und ähnliche Kuriositäten. Außerdem beruhigend: Der Bayerische Rundfunk, seit der Papstwahl zum zweiten Radio Vatikan mutiert, hat mit dem Film nichts zu tun.

Nach der Musik: Otmar Suitner ist ein berühmter österreichischer Dirigent, der lange auch in der DDR lebte und in dieser Zeit zwei Familien hatte, eine im Westen und eine im Osten. Sein Sohn hat ihn nun in einem Film porträtiert. Sowas interessiert mich normalerweise kein Stück, aber der Trailer hat mich dann doch gepackt, weil das ein hochinteressanter Mensch zu sein scheint.

Im Sog der Nacht: Deutsch-schweizerischer Film über ein Trio junger Leute, die einen Bankraub begehen, bei dem einiges schiefgeht. „Junges, wildes Kino“ behauptet der Trailer, und die Presse spendet viel Lob.

Ichi (Ichi – Die blinde Schwertkämpferin): Japans Popkultur-Ikone Zatoichi, der blinde Samurai, diesmal in einer weiblichen Variante. Der Trailer haut mich nicht vom Hocker, sieht nach durchschnittlicher Genrekost aus.

Tangerine: Ein deutsches Paar auf Reisen in Marokko trifft auf eine marokkanische Frau, woraus sich ein Dreiecks-Drama entwickelt. Ob der Film das Klischee der verführerischen Orientalin jetzt eher bedient oder es bricht, kann ich nicht sagen.

Muss nicht sein:
Were the world mine (Wäre die Welt mein): Musical, das eine schwule Liebesgeschichte erzählt. Wer Musicals mag, wird hier bestimmt ganz gut unterhalten. Für mich ist das aber nix. Die Kinoauswertung findet wohl nur auf sehr kleiner Flamme statt, in zwei Wochen erscheint schon die DVD.

The Last House on the Left: Und schon wieder ein Remake eines 70er-Jahre-Slashers, wie üblich nochmal eine Ecke drastischer, diesmal von Wes Cravens erstem Erfolg, der bei uns damals Das letzte Haus links hieß. Das Original kenne ich nicht. Das Remake reizt mich nicht.

Die Besucherin: Eine Frau landet eher zufällig in einer fremden Wohnung, wo sie die Blumen gießen soll, bleibt dort aber länger als ihr gut tut. Deutsches Charakterdrama, nicht meine Tasse Tee.

17 Again: Teenie-Superstar Zac Efron in einer Körpertausch-und-Zeitreise-Comedy. Für uns Alte, die wir Back to the Future und Big gesehen haben, ist das uninteressant. Aber für uns ist es auch nicht gemacht.

In Berlin: Der weltgrößte Kamera-im-Kreis-fahren-lasser Michael Ballhaus dreht eine Doku über Berlin und seine Bewohner und hat überraschend wenig überraschende Bilder gefunden. Der Trailer jedenfalls könnte auch ein Imagespot des Berliner Städtemarketings sein.

Angels & Demons (Illuminati): Frankly, my dears, I don’t give a damn.