Im Kino: My Bloody Valentine 3D

Der kanadische Slasher My Bloody Valentine von 1981 (Blutiger Valentinstag) war laut Lexikon des internationalen Films ein „billig gemachter Horrorschocker voller blutrünstiger Effekte“. Für das 2009er Remake kann man das wohl auch sagen. Die ziemlich belanglose Story vom mysteriösen Killer, der im Minenarbeiter-Outfit mit der Spitzhacke sein blutiges Unwesen treibt, wäre eigentlich ein typischer Fall für ein kleines Direct-to-DVD-Release, wo es sich zwischen all die anderen B- und C-Horrormovies einreihen könnte. Mit seinem unoriginellen Plot, seinem hanebüchenen Twist und den mittelprächtig agierenden Durchschnittsgesichtern passt My Bloody Valentine 3D da auch sehr gut hin.

Wäre da nicht der eine Spezialeffekt, der den Film von seinen Kollegen abhebt, und den das Marketing schlauerweise auch als „Unique Selling Point“ hervorhebt: Er ist in der neuen digitalen 3D-Technik produziert, die (vor allem in den USA) als das große Ding gehandelt wird, das die Leute wieder in die Kinos ziehen soll und nicht zuletzt auch als Waffe gegen Filmpiraterie gedacht ist. Kam die Technik bisher vor allem bei Animationsfilmen (Monsters vs. Aliens, Blot) oder kindgerechten Abenteuerspektakeln (Reise zum Mittelpunkt der Erde) zum Einsatz, ist dies der erste Film des Horrorgenres, „the first R-rated film to be projected in Real D technology“.

Dreidimensional also (zumindest in den, hierzulande noch wenigen, Kinos, die mit dieser Technik ausgestattet sind), räumliche Tiefe auf der Leinwand — und was macht der Film daraus? Nicht viel. Im Grunde genommen hatten die Macher genau eine Idee: Wir picken mit der Spitzhacke ins Publikum. Und beim ersten Mal zuckt man tatsächlich zusammen, wenn der Pickel direkt auf einen zusaust, denn rein technisch funktioniert dieses 3D tatsächlich erstaunlich gut. Leider wird dieser eine Effekt in My Bloody Valentine 3D immer und immer wieder variiert und wiederholt — statt der Spitzhacke fliegt dann halt mal ein Unterkiefer oder eine Blutfontäne ins Parkett –, viel mehr weiß der Film mit der Dreidimensionalität nicht anzufangen.

Außerdem bemerkenswert: Anders als man vielleicht erwarten würde, wirkt das Geschehen auf der Leinwand in 3D eher künstlicher als realistischer als bei der herkömmlichen 2D-Projektion. Man hat das Gefühl, eine Guckkastenbühne zu betrachten, auf der diverse Scherenschnittfiguren agieren — die einen weiter vorne, die anderen weiter hinten.

My Bloody Valentine 3D funktioniert leidlich als moderne (aber überlange) Geisterbahnfahrt und wäre damit auf einer Kirmes ganz gut aufgehoben. Das Slasher-Genre wird hier aber nicht neu erfunden, sondern recht uninspiriert fortgeführt. Bleibt zu hoffen, dass die demnächst anlaufenden 3D-Filme mehr mit der Technik anzufangen wissen. Coraline, ich zähle auf dich!