Trailerschau für Filmstarts vom 28.5.

Diese Woche wieder in der regulären Form, so wie sich das gehört.

Im Kino sehen:
The Limits of Control: Der neue Jim Jarmusch. Nach allem was man so hört (und wie man Jarmusch eben so kennt) passiert hier wieder mehr oder weniger gar nichts. Das aber auf hohem künstlerischen Niveau und mit guter Besetzung. Ich finde Jarmusch teilweise großartig (Ghost Dog, Coffee and Cigarettes), manchmal aber ganz schön langweilig (Down by Law). Hier könnte wieder letzteres der Fall sein — SZ-Kritiker Tobias Kniebe spricht von einem „fast vollständigen Verzicht auf Plot, Handlungslogik und Figurenentwicklung“. Wenn man sowas sehen will, funktioniert es bestimmt am besten im ablenkungsarmen Kinosaal.

Vielleicht mal im Fernsehen:
In die Welt: Dokumentarfilm, der in einer Wiener Geburtsklink entstand und die dortigen Abläufe zeigt. Hier gibt’s wohl kein sentimentales, auf Drama getrimmtes Rührstück, wie es TV-Dokus über das Thema Geburt gerne vorführen, sondern „ein wohltuend nüchternes und reflektiertes Gegenbild“, wie Daniel Nehm bei critic.de schreibt.

Im nächsten Leben: Edgar Selge spielt einen ostdeutschen Reporter in einer Lebenskrise. Klingt für mich nicht allzu attraktiv, aber Selge ist eigentlich meist sehenswert und soll auch hier wieder sehr gut sein.

Muss nicht sein:
Elektrokohle (Von Wegen): Wie die Einstürzenden Neubauten im Dezember ’89 in Ost-Berlin auftraten (präsentiert von Heiner Müller). Als Zeit- und Subkulturdokument sicher nicht uninteressant, aber persönlich kann ich mit den Neubauten nichts anfangen.

Hannah Montana – The Movie (Hannah Montana – Der Film): Und hier das exakte Gegenteil zu den Einstürzenden Neubauten: Dass es zu dem weltweit erfolgreichen Mix aus TV-Serie und Pre-Teen-Gesangssternchen irgendwann auch mal einen Spielfilm geben wird, war eigentlich klar. Wer auf aalglatten, durchdesignten Disney-Stoff und ebensolche Popmusik steht, bekommt hier genau die Konfektionsware, die er erwartet.

The Uninvited (Der Fluch der zwei Schwestern): Und wieder mal ein US-Remake eines asiatischen Horrorfilms. Zwei Schwestern sind überzeugt, dass Papas neue Freundin eine Mörderin und vielleicht Schuld am Tod ihrer Mutter ist. Das beste an dem Film ist wahrscheinlich, dass sein Start auf das koreanische Original aufmerksam macht, das soll nämlich richtig gut sein.

12 Rounds (Zwölf Runden): Ein Kidnapper spielt ein tödliches Spielchen mit einem Cop, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. Durchschnittsthriller mit Durchschnittsaction, Durchschnittsschauspielern und unterdurchschnittlichen Kritiken. Vom Regisseur von Cliffhanger und dem total verkorksten Exorcist-Sequel.

Ghosts of Girlfriends Past (Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen): Matthew McConaughey als frauenverbrauchender Playboy, dem die Geister aller seiner Ex-Freundinnen erscheinen und der geläutert werden muss. Klischeereiche Variante des Christmas Carol, vermutlich mit einem ekelhaft moralischen Ende. Mir ist jetzt schon schlecht.

So.
Normalerweise geht mein Weg immer dann, wenn ich die Trailerschau fertig habe, zur Kinoprovinz, um zu sehen, wie dort die vorurteilsbehafteten Kinoempfehlungen ausgefallen sind (oft ziemlich ähnlich, manchmal auch ganz anders). Das geht jetzt leider nicht mehr, die Kinoprovinz will Schluss machen, was sehr schade ist. Vielleicht schaffen wir es ja, Gunnar umzustimmen, wenn wir alle seinen RSS-Feed abonnieren, auch wenn da jetzt erstmal nix Neues mehr kommt.