Trailerschau für Filmstarts vom 4.6.

Auf die DVD warten:
Leonera (Löwenkäfig): Argentinischer Film über eine schwangere Frau, die ins Gefängnis muss, wo auch viele andere junge Mütter (und ihre Kinder) einsitzen. Kein klassischer WiP-Trash, eher ein sehenswertes, realistisches Drama. Als es letztes Jahr in Cannes lief, lobte SpOn besonders die Hauptdarstellerin: „In Martina Gusmans hungernde, sehnende Augen zu blicken, heißt, in die seelischen Abgründe isolierter menschlicher Existenzen in den alles verschlingenden Großstadt-Ghettos dieser Welt zu werfen. Brrrr.“

Vielleicht mal im Fernsehen:
Korankinder: Die Doku zeigt uns den Alltag in einer Koranschule in Bangladesch. Von dort stammt Regisseur Shaheen Dill-Riaz, der in Deutschland Film studiert hat und sich dem Phänomen eher distanziert und kritisch nähert. Die Kritiken sind fast durchweg positiv. Sollte ich ihn mir ansehen, bräuchte ich wahrscheinlich als Ausgleich direkt danach Religulous.

Der rote Punkt: Habe ich letzten Herbst auf dem Asia-Filmfest, wo der Film ziemlich gefeiert wurde, gesehen. Ich hab nicht mitgefeiert. Es geht um die Vergangenheitsbewältigung einer jungen Japanerin, die als kleines Mädchen auf einem Europaurlaub ihre Eltern verloren hat und nun im Allgäu auf Spurensuche geht. Das fängt hübsch an und ist sehr ansprechend inszeniert, leidet aber an einer allzu vorhersehbaren Pointe und vor allem daran, dass die angeblichen Bewohner des nordöstlichen Allgäus keinerlei Lokalkolorit versprühen (der Film wurde in und um den Ort gedreht, in dem ich aufgewachsen bin, drum fiel mir das so schmerzlich auf). Dann hätte man die Geschichte auch ganz woanders spielen lassen können.

Muss nicht sein:
Terminator Salvation (Terminator – Die Erlösung): Christian Bale in der sehr sehr düster-dreckigen Zukunftswelt, in der die Maschinen regieren. Teil 4 der Terminator-Saga muss ohne Schwarzenegger auskommen, dafür wurde dem Franchise laut Andrian Kreye auch jede Ironie ausgetrieben. Für Actionfans vielleicht ganz sehenswert. Mich persönlich interessiert’s gar nicht, was bestimmt daran liegt, dass ich noch keinen der Terminator-Filme gesehen habe. Mir ist aber bewusst, dass man sich zumindest T2 mal ansehen müsste.

Jakobs Bruder: Christoph Maria Herbst darf hier endlich mal in einer ernsthaften Rolle ran. Zusammen mit Klaus J. Behrendt, der seinen Bruder spielt, fährt er in diesem Roadmovie durch die Gegend (Mallorca, Siegerland, Ostfriesland) und arbeitet ordentlich Konflikte der Vergangenheit auf. Wenn man die nicht allzu berauschenden Rezensionen so ansieht, dann ist das ein eher endtbehrlicher Film (no pun intended). Schade für Herbst, ich würde ihm durchaus gönnen, ein bisschen vom lustigen Vogel wegzukommen.

Rückenwind: Schwule Lovestory aus Deutschland. Würde man im Trailer die beiden Jungs gegen ein Heteropärchen austauschen, er hätte ungefähr überhaupt keinen Reiz mehr. Den Besprechungen nach ist das immerhin anspruchsvoll inszeniert, aber inhaltlich belanglos.

The Promotion (Topjob – Showdown im Supermarkt): Ach, John C. Reilly — du bist so ein toller Schauspieler, warum musst du immer wieder in mittelprächtigen Mainstreamkomödien mitspielen? Hier geht es um den Konkurrenzkampf zweier Supermarktangestellter um einen Führungsposten. Interessante Erkenntnis am Rande: Ein direkter Vergleich des US-Trailers mit dem deutschen zeigt exemplarisch das ganze Jammertal des Synchro-Wesens.

 

4 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 4.6.

  1. Mir ist aber bewusst, dass man sich zumindest T2 mal ansehen müsste.

    Papperlapp! T1 darf man mal gesehen haben, T2 muss nicht unbedingt.

    Der lebte primär von den damals revolutionären CGI-Effekten. Nur dass die, anders als Harryhausen-Stop-Motion, heute nicht charmant, sondern nur noch *gähn* sind.

  2. Dem Kommentar zustimm.

    Es gibt in T1 aber auch Szenen, in denen ein Schauspieler das Modell trägt :-)

    Für mich ist T1 aber aus zwei Gründen besser.

    Er bietet ein astreines moralisches Dilemma.

    2. Ich frage mich heute noch, ob (und wenn ja was) geschnitten wurde an der Hotelszene als Arnie sagt „Fuck you“

    Gruß
    Frank

  3. Den ersten und zweiten Terminator sollte man als Filmfan schon gesehen haben, meiner Meinung nach. Den dritten Teil nicht unbedingt, genau wie den neuesten Aufguß. Komme gerade aus dem Kino und kann sagen: Eine arg zwiespältige Sache, mit zwar guten Ansätzen, aber insgesamt nicht überzeugend umgesetzt.

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