Im Kino sehen:
Joheunnom nabbeunnom isanghannom (The Good, the Bad, the Weird): Wunderbar überdrehte koreanische Pop-Version eines Italowesterns. Ein großer Spaß, den ich bereits auf den Fantasy Filmfest Nights gesehen und besprochen habe.
Fanboys: Ein Nerdfilm von Nerds über Nerds für Nerds: Vier absolute Star-Wars-Fanboys unternehmen 1998 einen Trip, um in der Skywalker Ranch eine Kopie der noch nicht veröffentlichten Episode I zu stehlen, weil einer von ihnen den offiziellen Premierentag vielleicht nicht mehr erleben wird. Der Film hat eine bewegte Produktionsgeschichte, mal wieder mit Harvey Scissorhands als Bösewicht. Auch wenn die Kritiken eher verhalten bis schlecht sind: Mein Geek-Herz fühlt sich viel zu sehr angesprochen, um das nicht sehen zu wollen.
Auf die DVD warten:
Adventureland: Superbad-Regisseur Greg Mottola mit einer neuen Coming-of-Age-Komödie, die in den 80er Jahren spielt, sehr, sehr charmant aussieht und wohl weitgehend ohne zotigen Pennälerhumor auskommt. Dazu noch zwei Zahlen, eine gute und eine schlechte. Tomatometer: 88 Prozent. Anzahl der deutschen Kinos, die den Film zeigen: 5.
Vielleicht mal im Fernsehen:
Mitte Ende August: Paar im Sommerurlaub auf Selbstfindung, das gab es im deutschen Kino gefühlt auch schon ein Dutzend Mal in letzter Zeit. Hier basiert es lose auf Goethes Wahlverwandtschaften, und die Feuilletons sind überwiegend recht angetan davon.
With Gilbert & George: Unglaublich, wie viele Dokus über bildende Künstler in die Kinos kommen. Hier ist schon wieder eine, diesmal mit dem sympathisch kauzigen Pärchen Gilbert & George.
Muss nicht sein:
Parlez-moi de la pluie (Erzähl mir was vom Regen): Französische Tragikomödie um eine Gruppe von Midlife-Crisis-geplagten Damen und Herren, die sich im Sommer in Südfrankreich treffen. Ce n’est pas ma tasse de thé.
Je l’aimais (Ich habe sie geliebt): Liebesdrama voller großer Gefühle, typisch französisch. Gibt sicher ein festes Stammpublikum für derlei Stoffe, aber ich gehöre da nicht dazu.
The Proposal (Selbst ist die Braut): Wer hier regelmäßig vorbeiliest, weiß, dass ich auf RomComs ungefähr so gut zu sprechen bin wie Jermaine Jones auf Joachim Löw. Erst recht, wenn’s ein komplett unorigineller “Aus Scheinheirat wird Liebe”-Plot ist, der so wahnsinnig altbacken daherkommt wie hier. Würg.
meinKinoprogramm (nur echt mit Camel-Case-Schreibweise) ist ein Spin-Off des Kostenlos-Magazins Kulturnews, das man immer wieder mal an Vorverkaufsstellen, in Kneipen oder Kultureinrichtungen aufliegen sieht, und dem ich nie sonderlich viel Beachtung geschenkt habe, weil man ja zu wissen glaubt, wie es um die redaktionelle Unabhängigkeit solcher Publikationen bestellt ist. Auch der Kino-Ableger der Kulturnews ist kostenlos und finanziert sich vermutlich über Anzeigen – bereits das Cover ist eine. Der Schwerpunkt besteht in einer Vorstellung der Kino-Neustarts des jeweiligen Monats, und zwar in sehr knapper Form und mit einem angenehm Schnickschnack-freien, reduzierten Layout. Für jede Kinowoche gibt es eine Einstiegsseite mit einem großen Foto, auf der jeder Film mit einem Satz und mit Sternchenwertung vorgestellt wird. Danach folgen Kurzvorstellungen der einzelnen Filme, wobei kleine Produktionen wie z.B. Kleine Tricks gleichrangig neben Blockbustern wie Harry Potter stehen. Was schonmal ein angenehmer Gegensatz zu anderen kostenlos verteilten Film-Blättchen ist.

Montreal in der Zukunft. Die globale Erwärmung hat dafür gesorgt, dass dort extrem viele Trüffel wachsen. Charles hat ein besonders gutes Näschen und findet mehr als alle anderen. Doch weil es so viele Trüffel gibt, wird man davon auch nicht reich. Die Dinge ändern sich, als ein mysteriöser Großkonzern mit allen Mitteln versucht, Charles anzuwerben. Dieser ist jedoch keine normale Firma — oder ist es etwa normal, Nerze in Umlauf zu bringen, die nicht nur kuschelig, sondern auch ziemlich bissig sind?