Trailerschau für Filmstarts vom 9.7.

Heute aus aktuellem Anlass mit zwei neuen Kategorien.

Im Kino sehen, aber nur wenn dort die Original- oder OmU-Fassung läuft:
Brüno: Nach Borat der neue Streich von Sacha Baron Cohen, in dem er eine weitere Figur aus seiner Ali G Show ins Kino bringt: den schwulen Modereporter aus Österreich. Was man bisher so hört, ist das nicht ganz so brillant geworden wie Borat, dürfte aber immer noch recht vergnüglich sein. Vorausgesetzt, man erwischt ein Kino, das die Original-Tonspur aufführt.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Klang der Seele: Ein Porträt von vier Studenten, die Komposition an der Darmstädter Akademie für Tonkunst studieren. Ich hab’s ja nicht so mit klassischer Musik, aber mir gefällt das Leuchten in den Augen und die ehrliche Begeisterung für Musik, die man im Trailer schon ansatzweise erkennt.

Lass uns’n Wunder sein – auf der Suche nach Rio Reiser: Rio in allen Ehren, es kann eigentlich nicht genug Material über ihn geben. Viele Künstler seines Kalibers haben wir ja nicht. Andererseits ist das bereits der dritte Dokumentarfilm von Stefan Paul, der sich an Rio abarbeitet, da kann man schon mal fragen, ob nicht ein großer auch gereicht hätte. Und ob man wirklich Lust hat, Leuten wie Achim Reichel, den Scorpions, Claudia Roth und Daniel Cohn-Bendit im Kino zu begegnen.

Bellamy (Kommissar Bellamy): Regie: Claude Chabrol, Hauptrolle: Gerard Depardieu. Den Frankophilen unter uns genügen diese Argumente vielleicht schon für einen Kinobesuch. Es handelt sich um einen Krimi, bei dem weniger ein spannender Plot als vielmehr die Hauptfiguren bzw. die Schauspieler im Mittelpunkt stehen. Also möglicherweise sowas wie eine bessere Tatort-Folge?

Muss nicht sein:
La misma luna: Ernstes Thema (Illegale Einwanderung mexikanischer Familien in die USA), aufbereitet als rührseliges Familiendrama mit einem kleinen Jungen als Sympathieträger, und die Streicher jaulen dazu. Schmeckt ganz eklig nach Süßstoff.

Nicht gucken, wenn die deutsche Synchro läuft:
Brüno: Es ist eigentlich eine Frech- nein, eine Unverschämtheit, dem zahlenden Zuschauer überhaupt eine synchronisierte Version eines solchen Films anzubieten. In diesem Fall zerstört die Synchronisation ja nicht nur den dokumentarischen Charakter des Films und verhaut den ein oder anderen Gag — nein, hier wird eine der Stützen hinweggefegt, auf denen der Bruno-Charakter basiert. Dass er nämlich aus Österreich kommt und ein Kauderwelsch-Deppen-Englisch mit deutschen Einsprengseln spricht. Bei der SZ hat man das kapiert, hat auf die Übersetzung eines Bruno-Interviews verzichtet und lieber nur im Original online gestellt.