Trailerschau für Filmstarts vom 7.10.

Im Kino sehen:
Mein halbes Leben: Ungewöhnliche Doku aus Österreich, von Marko Doringer in Ego-Shooter-Perspektive gedreht. Es geht ums 30-Jahre-alt-werden, ohne „was erreicht“ zu haben, um Lebensplanung, (Nicht-) Karrieren, Erwartungen der Eltern, das Sich-Vergleichen mit Anderen, usw. Ein Generationenporträt also, das interessant und sympathisch ausschaut.

Auf die DVD warten:
Midsummer Madness: Nochmal was aus Österreich: Allerlei komische Käuze reisen nach Lettland, um dort Mittsommer zu feiern. Betont schräg, vielleicht ein wenig zu sehr (die Rezensenten mochten es eher nicht), aber grundsätzlich bin ich für sowas durchaus zu haben.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Shotgun Stories: Düstere Geschichte über Wut, Gewalt und Rache zwischen mehreren Halbbrüdern, die nach dem Tod des Vaters um dessen Erbe streiten. Die Kritiker sagen „Daumen hoch“ (93% auf dem Tomatometer), aber sehr viele werden den Film wohl nicht sehen. Auf der Berlinale lief er schon 2007, jetzt nochmal in genau einem Kino in Deutschland.

Männerherzen: Eine deutsche Beziehungskomödie, sowas kann eigentlich nur grausam sein. Immerhin ist die Besetzung, von Til S. mal abgesehen, sehr ordentlich (Christian Ulmen, Jana Pallaske, Nadja Uhl), aber laut film-dienst verlässt sich der Film zu sehr auf diese und hat zu „wenig Charme, Witz oder Gefühl“.

Muss nicht sein:
Lippels Traum: Verfilmung eines Kinderbuch-Bestsellers von Sams-Autor Paul Maar, die sicher gut laufen wird. Schließlich gehen deutsche Kinderfilme fast immer sehr gut, außerdem spielen genügend bekannte Gesichter (Anke Engelke, Moritz Bleibtreu) mit. Da freut sich die Filmförderung.

Eloïse: Lesbische Liebesgeschichte aus Spanien, deren Trailer auch eher nach konventionellem TV-Drama aussieht. Sollte man den Film sehen wollen: Viel Glück, der scheint nirgends zu laufen – allerdings erscheint er in einem Monat auch auf DVD.

The Children of Huang Shi (Die Kinder der Seidenstraße): Im China zur Zeit des 2. Weltkriegs rettet der Engländer George Hogg (Beruf laut Wikipedia: „adventurer“) 60 Waisenkinder vor den japanischen Besatzern, indem er sie auf eine dreimonatige Flucht durchs Gebirge anführt. Schon im Trailer fällt der typische Historien-Melodram-Hochglanz auf, der immer so bleischwer auf Filmen dieser Art liegt. Passend dazu der Original-Pressetext „[…] Along the way they discover the true meaning of love, responsibility and courage.“ Alles klar.

Unter Bauern — Retter in der Nacht: Mal wieder deutsche Vergangenheitsbewältigung, mal wieder „nach einer wahren Begebenheit“, mal wieder ein jüdisches Schicksal (Marga Spiegel), mal wieder Veronika Ferres in allen Talkshows. Die FR nennt’s „Laienspiel mit Hakenkreuz“. Die Ferres als Jüdin ist ja auch mal eine interessante Besetzung. Karmaausgleich für Schtonk?

Aliens in the Attic (Die Noobs – Klein aber gemein): Mit n00bs hat das ganze nichts zu tun, dieser Film erzählt familienfreundlich von einer Invasion dreier niedlicher kleiner grüner Männchen, die bei Familie Normalverbraucher auf dem Dach landen. Belangloses Vehikel für den Teeniestar Ashley Tisdale.

Fuera de carta (Chefs Leckerbissen): Spanische RomCom um einen schwulen Spitzenkoch. Was im Trailer schon ziemlich platt aussieht, bestätigt die spanische Wikipedia, bei der ich allerdings die Hilfe der Google-Übersetzung in Anspruch nehmen musste. Demnach schrieb ein spanischer Kritiker: „Witze und Plattitüden über Marienkäfer produzieren eine unerträgliche Peinlichkeit.“ Marienkäfer??

 

3 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 7.10.

  1. Bei den Marienkäfern von „Fuera de carta“ springe ich doch gerne ein. Marienkäfer heißt auf spanisch mariquita. Mariquita ist der Diminutiv von marica und ist ein relativ sanfter Begriff für männliche Hure oder für Schwule. Wer männliche Nutte auf spanisch gescheit sagen will, sagt PUTO.

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