Too big to fail.

Trailerschau für Filmstarts vom 26.11.

Donnerstag, 26.11.2009

Im Kino sehen:
Die Tür: Ein deutscher Thriller, mit Zeitreise-Thematik, oha! Basierend auf einer Romanvorlage von Akif Pirinçci (der mit den Katzenkrimis). Und als Hauptdarsteller hat man sich Mads Mikkelsen ins Boot geholt. Meistens geht sowas ja grandios schief, aber das hier sieht gar nicht mal so verkehrt aus. Könnte man riskieren.

Auf die DVD warten:
Nunta muta (Stille Hochzeit - Zum Teufel mit Stalin): Ein rumänisches Dorf will Hochzeit feiern, darf aber nicht, weil gerade Josef Stalin geboren ist. Komödie im Stil der Balkanfilme von Emir Kusturica. Sieht im Trailer recht unterhaltsam aus, bin mir aber nicht sicher, ob die überdrehte Komik über 90 Minuten erträglich ist.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Allein in vier Wänden: Doku über ein russisches Kindergefängnis. Sieht ziemlich interessant aus.

Das Vaterspiel: Michael Glawogger, kürzlich noch mit Contact High im Kino, drehte danach wieder etwas ernsthafteres: Die Romanverfilmung nach Josef Haslinger verknüpft mehrere Zeit- und Handlungsebenen und sieht recht komplex aus. Die Kritiker und Preisjurys jedenfalls fanden’s gut.

Okuribito (Nokan - Die Kunst des Ausklangs): Der japanische Gewinner des diesjährigen Auslands-Oscars über einen Cellisten, der notgedrungen als Bestatter anheuert. Macht einen ganz charmanten, aber auch etwas glatten und rührseligen Eindruck.

Muss nicht sein:
Helen: Sandra Nettelbeck (Bella Martha) mit ihrem ersten englischsprachigen Film und dem Versuch, dem Thema Depression nahezukommen. Was, wie wir in den vergangenen Wochen gelernt haben, fast unmöglich ist.

The Twilight Saga: New Moon (New Moon - Biss zur Mittagsstunde): Eins muss man den Machern lassen: Sie sind schnell und bringen den zweiten Teil der Teenie-Vampir-Schmonzette extrem schnell in die Kinos, solange der Hype noch anhält. Der Erfolg gibt ihnen recht.

Arthur et la vengeance de Maltazard (Arthur und die Minimoys 2 - Die Rückkehr des bösen M): Teil 2 von Luc Bessons Animationsspektakel für Kinder. Synchronsprecherdarsteller Bill Kaulitz meint “Ich sag euch, das wird total abgefahren”. Na, wenn du’s sagst, Bill…

New in Town: RomCom mit Renee Zellweger als Fish out of water, eine Managerin, die ins winterliche Minnesota kommt und dort praktisch nicht überlebensfähig ist. Aber dann wird ja alles gut, es kommt ein süßer, patenter Mann undsoweiter undsofort. Würg. Dann lieber Twilight, echt.



Trailerschau für Filmstarts vom 19.11.

Freitag, 20.11.2009

Im Kino sehen:
Paranormal Activity: Hat fast nichts gekostet und wurde ein großer Kassenerfolg, ist damit einer der rentabelsten Filme ever. Benutzt das “Found Footage”-Prinzip, das wir z.B. von Blairwitch Project oder Cloverfield kennen. Der Billigst-Film erzählt von einem frisch umgezogenen Pärchen, das im neuen Häuschen unheimliche Phänomene bemerkt und mit der Videokamera einzufangen versucht. In den USA hat das extrem gut funktioniert und auch Roger Ebert sagt: “It works. It illustrates one of my favorite points, that silence and waiting can be more entertaining than frantic fast-cutting and berserk f/x. For extended periods here, nothing at all is happening, and believe me, you won’t be bored.”

Auf die DVD warten:
66/67 - Fairplay war gestern: Ein Hooligan-Film, der in Braunschweig spielt. Der Trailer kommt zwar ein bisschen zu sozialpädagogisch daher, aber insgesamt scheint das ein recht stimmiges Werk geworden zu sein, in dem es weniger um Fußball geht als um die Frage, wie junge Männer mit Wut und Hass umgehen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte: Ströbele, Schily, Mahler: drei Anwälte, die als Verteidiger von APO-Aktivisten und RAF-Mitgliedern bekannt wurden und drei ganz unterschiedliche Karrieren gemacht haben. Unbedingt ein interessantes Thema für eine Doku, die, wenn man Glück hat, auch viel über die letzten 40 Jahre BRD erzählen kann. Auf der großen Leinwand muss das aber nicht unbedingt sein.

The Yellow Handkerchief (Das gelbe Segel): Roadmovie mit William Hurt und dem Twilight-Sternchen Kristen Stewart. Es geht um Beziehungen, es sieht alles recht unspektakulär aus, und funktioniert (wenn’s funktioniert) vor allem über die Figuren. Vielleicht mal was für einen verregneten Sonntag auf der Couch.

Tannöd: Ein deutscher Romanbestseller, verfilmt von Constantin und groß beworben mit “Bernd Eichinger präsentiert”. Sowas will man ja erstmal hassen. Der Film ist jedoch mit Monika Bleibtreu, Julia Jentsch und Brigitte Hobmeier toll besetzt und sieht im Trailer schön düster aus. Vielleicht ja gar nicht mal so schlecht, obwohl auch die Kritiken eher negativ sind.

Die Unwertigen: Die Doku berichtet an Fallbeispielen davon, wie “unwertige” Jugendliche im “Dritten Reich” ausgesondert wurden, z.B. wegen Lernschwächen oder weil sie Swing-Anhänger sind. Nur in ganz wenigen Kinos an einzelnen Abenden zu sehen.

This is Love: Feelbad-Film von Matthias Glasner (Der freie Wille), in dem mit düsteren Mienen düstere Themen (Pädophilie, Menschenhandel) verhandelt werden. Macht wahrscheinlich keinen Spaß im engeren Sinn, könnte aber trotzdem ein guter Film sein. Die Kritiker sind sich da sehr uneins: Der Schnitt schreibt von einem “virtuosen, schonungslosen und beeindruckenden Meisterwerk”, die FR dagegen meint: “Dieses hochgezüchtete Melodram über die ach so tragische Seite der Pädophilie gehört zum Grausigsten, was sich mit Steuer- und Gebührengeldern kaufen lässt.”

Muss nicht sein:
Liebe Mauer: RomCom über eine grenzüberschreitende Liebe zwischen Westberlinerin und Ostberliner, die kurz vor dem Mauerfall einsetzt. Sieht sehr mainstreamig aus, also weder besonders intelligent noch tiefgründig.

Law Abiding Citizen (Gesetz der Rache): Och nö, nicht schon wieder ein Selbstjustiz-Thriller. Hier spielt Gerard Butler den einsamen Rächer und Jamie Foxx seinen Anwalt. Tomatometer-Wert: 24 Prozent.

Bandaged: Laut Selbstbeschreibung “ein sehr erotisches lesbisches Drama mit viel Camp”, wovon im Trailer nicht sehr viel zu sehen ist. Aber vielleicht ist es ja schon Camp, wenn deutsche Schauspieler mit deutlich hörbarem Akzent Englisch sprechen.

Another Glorious Day: Filmaufzeichnung des Theaterstücks The Brig, das von der US-Truppe “Living Theatre” in Berlin aufgeführt wurde, mit einigen Filmszenen erweitert. Wohl eher was für Theater- als für Filmfreunde.

Mes amis - Mes amours (Wenn wir zusammen sind): Mainstream-Komödie aus Frankreich über eine Väter-WG. Es gibt ja Trailer, da reicht schon die Musik, um den Film zu mögen. Und dann gibt’s Trailer wie diese, da ist es genau umgekehrt (ich meine: Fool’s Garden? Lemon Tree? Seid ihr noch zu retten?)

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Warren Ellis: Gott schütze Amerika (Crooked Little Vein)

Dienstag, 17.11.2009

Wer Comics von Warren Ellis kennt (am bekanntesten: Transmetropolitan) und ab und zu sein Blog besucht, der weiß: Ellis spielt gerne mit einer zynisch-sarkastischen Arschloch-Attitüde, Ellis ist Technik-Fetischist und Ellis ist unendlich fasziniert von den Abgründen des Internets, durch die wir Dinge erfahren, die wir nie so genau wissen wollten (vor allem wenn es um “exotische” Formen der Sexualität geht).

Alle drei Aspekte lebt der Autor nun auch in seinem ersten Roman aus. Gott schütze Amerika ist eine Art Neo-Noir-Krimi, dessen Protagonist, der heruntergekommene Privatdetektiv Mike McGill für die US-Regierung nach einem sehr wertvollen, mystischen Buch suchen soll. Die Suche nach diesem Buch führt McGill quer durch die USA, wobei er Unmengen von verkommenen, abartigen, perversen oder sonstwie schrägen Vögeln begegnet. Die Gemeinschaft von Leuten, die auf Riesenreptilien stehen und zu Godzilla-Filmen onanieren, ist hier noch das harmloseste Beispiel.

Ellis präsentiert diesen Reigen kranker Figuren wie eine Liste, die Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Ähnlich wie diese grausamen Countdown-Shows im Fernsehen. Sein roter Faden, das gesuchte Buch, erweist sich als klassischer MacGuffin: Detektiv McGill ermittelt einen ehemaligen Besitzer des Buches und erfährt von ihm, wer es danach besessen hat. Nach dieser Masche springt Ellis von Station zu Station — kein besonders originelles Storytelling. Diese Schwäche wird jedoch weitgehend wettgemacht durch die nach und nach aufgebaute Charakterisierung der Hauptfigur und durch die sich anbahnende Lovestory zu McGills Sidekick, der nymphomanen Studentin Trix. Außerdem findet Ellis einen überraschend spannenden Showdown, der sich wie ein Heist-Movie liest.

Auch wenn der böse Sarkamus und die schier endlose Aneinanderreihung von Perversionen zwischendurch etwas ermüdend wirken, ist Gott schütze Amerika doch eine unterhaltsame Lektüre, vorausgesetzt man mag schwarzen Humor. Denn Ellis moralisiert nicht, er betrachtet sein Kabinett der Abgründe mit einem Augenzwinkern, wobei seine Holzhammer-Satire nicht gerade subtil daherkommt.

Sicher keine literarische Großtat, aber allemal flott geschriebenes Roman-Fastfood der eher abseitigen Art, das mich ziemlich gut unterhalten hat.

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Trailerschau für Filmstarts vom 12.11.

Samstag, 14.11.2009

Im Kino sehen:
Capitalism: A Love Story (Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte): Michael Moore schlägt wieder zu, und natürlich ist das wieder unseriös und polemisch und selbstverliebt. Aber wahrscheinlich ziemlich unterhaltsam. Und hey, leidenschaftliche Kapitalismuskritik gibt’s viel zu selten, da lasse ich mich gerne drauf ein.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Résiste - Aufstand der Praktikanten: Die mies oder gar nicht bezahlten Langzeitpraktikanten Deutschlands haben die Schnauze voll und treten in Generalstreik. Klingt nach einer passablen Satire-Idee, scheint aber nicht besonders geglückt zu sein. Der film-dienst moniert den “ständigen Tonlagenwechsel zwischen Farce, Trash und politischer Satire (…), wodurch der Aufstandsgestus in Harmlosigkeit verpufft.”

Ganz nah bei Dir: Unwahrscheinliche Liebesgeschichte zwischen blinder Musikerin und lebensunfähigem Kauz. In Skandinavien kriegen sie derlei Geschichten immer sehr schön hin, nun versucht es Almut Getto mal in Deutschland. Die Kritiken fallen überwiegend gut aus, nicht jedoch beim Perlentaucher: “Das ist nicht tragisch, das ist nicht komisch, das ist einfach nur noch peinlich”, meint Ekkehard Knörer, lobt aber Kamera und Schauspieler.

Muss nicht sein:
2012: The disaster movie do end all disaster movies. Roland “Spielbergle” Emmerich macht wieder mal alles kaputt. Und diesmal lässt er’s richtig krachen: Das weiße Haus, die Jesusstatue in Rio, der Petersdom. Nur nicht die Kaaba, an die traute er sich dann doch nicht ran. Klar, das sieht alles ganz beeindruckend aus, aber Emmerich hat mich mit seinen hübschen Trailern schon viel zu oft ins Kino gelockt, wo es dann doch nur einen Scheißfilm zu sehen gab.

Hachiko: A Dog’s Story (Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft): Seichtes Rührstück mit Richard Gere und einem niedlichen, wahnsinnig treuen Hund. Basiert auf einer wahren Geschichte von einem Tokioter Hund, der sein Herrchen immer pünktlich vom Bahnhof abholte, auch als dieser schon längst gestorben war. Was vielleicht für die Treue der Töle spricht, aber nicht unbedingt für deren Intelligenz.

Mitgefühl, Weisheit und Humor: Erbauungsfilmchen für Buddhisten und solche, die es werden wollen. Erstaunlich, wie viele Filme dieser Art es mittlerweile ins Kino geschafft haben.

Love Happens: Schmonzette mit Jennifer Aniston und Aaron Eckhart. Blumentrulla trifft ekligen Motivationscoach für Hinterbliebene. Bisschen RomCom, bisschen Drama, bisschen belanglos.

The Man from London: Es gibt Trailer, die wollen mit Absicht ihr Publikum vergraulen. Ganz laut “Arthouse” schreien, aber am liebsten nichts, aber auch gar nichts vom Filminhalt preisgeben. Schönen Dank auch.

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Trailerschau für Filmstarts vom 5.11.

Samstag, 07.11.2009

Im Kino sehen:
The Informant! (Der Informant!): Steven Soderbergh dreht ja immer schön abwechselnd anspruchsvolle Kassengift-Indie-Projekte (zuletzt der Che-Zweiteiler) und dann wieder starbesetzte Mainstream-Unterhaltung. Letztere ist bei ihm meistens unterhaltsamer und intelligenter als bei vielen anderen. Hier spielt Matt Damon - basierend auf einer wahren Geschichte - einen tapsigen Angestellten eines großen Konzerns, der sich als Informant fürs FBI zur Verfügung stellt und glaubt, damit auch noch Karriere machen zu können.

Looking for Eric: Eric Cantona, Englands berühmtester französischer Fußballer und inzwischen als Schauspieler aktiv, spielt sich selbst im neuen Film von Ken Loach. Ein Loser namens Eric hat eines Tages eine Erscheinung: Es ist Cantona, der ihm fortan als Lebensberater zur Seite steht. Das Tomatometer kommt auf 88% und für charmante britische Underdog-Porträts bin ich eh immer zu haben.

Auf die DVD warten:
Jennifer’s Body (Jennifer’s Body - Jungs nach ihrem Geschmack): Diablo Cody, Drehbuchautorin von Juno, wollte einen frauenaffinen Horrorfilm schreiben. Die Jungs kriegt man mit Megan Fox, die hier im wahrsten Sinne einen männermordenden Vamp gibt. Die meisten Kritiker gaben zwar eher schlechte Noten, ich finde aber, das könnte als interessanter Gegenentwurf zum überpuritanischen Twilight durchaus funktionieren.

Muukalainen (Der Besucher): Ein Film aus Finnland, der vor etwa 100 Jahren spielt. Ein stummer Junge, dessen Vater im Gefängnis sitzt, bekommt von einem Fremden eine Botschaft jenes Vaters überbracht. Kein Kinderfilm, eher ein düsteres Mystery-Märchen. Der Trailer bleibt rätselhaft und geheimnisvoll und lässt wenig Schlüsse zu. Zoran Gojic (Bayern 3) lobt: “Ein geheimnisvolles Meisterwerk des Abseitigen”.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Seelenvögel: Die Doku porträtiert drei Kinder (6, 10 und 15 Jahre), die krebskrank sind und vielleicht sterben werden. Harter Stoff, der hier aber zum Glück weder tragisch-depressiv noch als pathetischer Mutmacher daherkommt, sondern laut 3sat “im besten Sinne ergreifend und unerwartet tröstlich wirkt”

La teta asustada (Eine Perle Ewigkeit): Der Bären-Gewinner der letzten Berlinale stammt aus Peru und ist kunstvoll, politisch und feministisch. Für mich persönlich nicht sehr reizvoll, aber wohl durchaus ein toller Film, der vielleicht manchmal etwas zu viel will.

Weltstadt: Aus dem Fall eines ermordeten Obdachlosen im brandenburgischen Beeskow macht Regisseur Christian Klandt, der ebenfalls aus Beeskow stammt, ein Drama vom Leben im Provinzmief. Er erzählt fiktional, wie die verschiedenen Täter den Tag vor der Tat verbracht haben könnten. Der film-dienst lobt die “eindringliche Milieustudie”.

Weitertanzen:
Deutsche Tragikomödie rund um eine Hochzeit, die - dem Trailer nach zu urteilen - zwischen witzig und wahnsinnig anstregend oszilliert, weil es hier wieder mal ständig um Befindlichkeiten von Paarunddreißigjährigen zu gehen scheint. Hat auf Festivals einige Preise gewonnen, wurde aber bis jetzt fast nirgends besprochen. Was vielleicht auch daran liegt, dass er derzeit nur in Köln läuft.

Muss nicht sein:
Couples Retreat (All Inclusive): US-Komödie über Paartherapie in einem Luxus-Ferienresort in der Südsee, das überraschungsfrei mit ausgetretenen Genreformeln arbeitet. Reicht noch für 12% auf dem Tomatometer. Wer Spaß an unlustigen Witzen über Männer-Frauen-Klischees hat, sollte hier zuschlagen.

A Christmas Carol (Disneys Eine Weihnachtsgeschichte): Der Sinn hinter der Motion-Capturing-Technik, die Robert Zemeckis nach Polarexpress und Beowulf hier zum dritten Mal anwendet, ist mir immer noch nicht klar. Warum einen Schauspieler mühsam möglichst lebensecht am Computer nachbauen, wenn er die Szenen sowieso selber spielt? Wie auch immer, hier kommt die gefühlt hundertste Verfilmung von Charles Dickens’ Klassiker. Diesmal mit Jim Carrey, allerlei 3D-Effektblendwerk und sehr viel Action. Ich bleib bei der Version mit den Muppets und Michael Caine. Ach ja, außerdem: Advent ist im Dezember.

Niko - Lentäjän poika (Niko - Ein Rentier hebt ab): Das gilt auch für den gleichfalls verfüht platzierten Weihnachts-Trickfilm für die noch kleineren. Eine deutsch-dänisch-finnisch-irische Koproduktion, deren Macher offenbar sehr viel Ice Age geguckt haben.



Nicht die Beatles

Dienstag, 03.11.2009

Früge man mich nach meiner Lieblingsband, die Antwort wäre recht unoriginell (wobei, für Jahrgang ‘75 vielleicht gar nicht mal sooo unoriginell): Die Beatles. Das ist bis heute die einzige Band, mit der ich mich wirklich ausgiebig beschäftigt habe, von der ich alle Alben besitze, über die ich mehrere Bücher gelesen, Zeitschriftenartikel gesammelt, über Songtexten gebrütet habe undsoweiter.

Es begann mit einem merkwürdigen Geburtstagsgeschenk meiner Tante, es war der 11. Geburtstag, glaube ich. Das Geschenk bestand aus zwei Doppelalben, aber nur geliehen! Dazu gab es noch einen Satz Leerkassetten (die guten von BASF). Besagte Alben waren natürlich das Rote und das Blaue, die vielleicht besten popmusikalischen Einstiegsdrogen der Welt. Ich hörte sie rauf und runter. Das blieb dann auch für ein paar Jahre mein einziger Bestand an Beatlesmusik, ehe ich mit dem Ende der 80er erworbenen CD-Player begann, den Komplettkatalog der (offiziellen) Beatles-Alben auf CD zu sammeln. Ein paar gute Freunde teilten diese Leidenschaft, und während sich die vermeintlich cooleren Altersgenossen mit Nirvana oder Pearl Jam beschäftigten, ergründeten wir die Wurzeln, kauften Rock-Lexika und kamen von Hölzchen auf Stöckchen. Hey, das ist Eric Clapton, dessen Guitar auf dem Weißen Album so gently weept! Und schon war man bei Cream angelangt. Und davor war der doch bei den Yardbirds, und daraus wurde dann Led Zeppelin, und so weiter quer durch die Rock’n'Roll Hall of Fame. Eine herrliche Entdeckungsreise.

Später, als ich alle Beatles-Alben komplett hatte und dazu noch die drei “Anthology”-Doppelalben, gönnte ich mir ein kleines Nerdprojekt, das ich “The Beatles Chronology” nannte. Alle Beatles-Songs in chronologischer Reihenfolge auf Kassette fürs Autoradio. Die Chronology fiel längst dem großen Audiokassetten-Wegwerfen zum Opfer, aber ein paar Tapes haben überlebt. Darunter der Mitschnitt eines Radiospecials, das in den frühen 90ern an zwei Weihnachtstagen auf Bayern 2 lief und ausschließlich aus obskuren Beatles-Coverversionen bestand. Daran musste ich heute wieder denken, als ich diesen Blogeintrag von Gunnar Geller las: Er hat akribisch Beatles-Coverversionen zusammengesucht, und zwar so, dass er jedes einzelne Album in Coverversionen nachbauen konnte. Großartig. Fantastisch. Eigentlich total naheliegend, wenn man’s recht bedenkt, aber was für ein Aufwand! Toll. Noch fantastischer: Es gibt ein Label, das tatsächlich über eine reguläre Veröffentlichung dieser “Not The Beatles”-Alben nachdenkt. Wobei die Wahrscheinlichkeit der Realisierung eher klein ist. Um sie etwas zu erhöhen, hat Gunnar für kurze Zeit eine kleine Kostprobe ins Netz gestellt. Dort drüben gibt es das Rote Album und Rubber Soul nicht von den Beatles. Ich bin begeistert!

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Trailerschau für Filmstarts vom 29.10.

Montag, 02.11.2009

Keine gute Woche:

Vielleicht mal im Fernsehen:
Endstation der Sehnsüchte: Nach der sehr sehenswerten Doku Full Metal Village hat Regisseurin Cho Sung-Hyung wieder einen ungewöhnlichen Ort des Cluture Clashs gefunden, der für einige skurille Momente gut sein dürfte. In einem “deutschen Dorf” mitten in Korea leben ältere deutsch-koreanische Ehepaare und dienen als Touristenattraktion.

Die Standesbeamtin: RomCom aus der Schweiz, bei der der deutsche Verleih zum Glück auf eine hochdeutsche Synchronisation verzichtet hat. Was ansonsten vermutlich ein 08/15-Filmchen wäre, erhält so wenigstens einen gewissen Charme.

Kreuzkölln: Doppelpack aus zwei kürzeren Filmen (30 + 60 Minuten): 24 Stunden Schlesisches Tor, eine Doku über Menschen und Momente am Schnittpunkt von Kreuzberg und Neukölln. Und der s/w-Kurzfilm Moruk bringt den Stil von Jim jarmusch in den Kiez.

Muss nicht sein:
Trilogia II: I skoni tou chronou (The Dust of Time): Kunscht! Vom Griechen Theo Angelopoulos (auch schon 74). Schon möglich, dass das wertvolles europäisches Autorenkino ist. Sieht für mich aber alles viel zu theatralisch aus.

The Race (Das große Rennen): Deutsch-irischer Kinderfilm rund um ein Seifenkistl-Rennen. Mit Colm Meaney, der ja irgendwie bei allem dabei ist, was aus Irland kommt.

I Love You, Beth Cooper: Hayden Panettiere empfand ich schon in Heroes als schlecht animierte Schaufensterpuppe, ganz furchtbar. Jetzt darf sie eine Kinohauptrolle spielen, in einer unlustigen Teeniekomödie. Sie ist das Supergirl der Highschool, dass sich dazu herablässt, mit einem nerdigen Loser auszugehen.

Disco ormene (Sunshine Barry und die Discowürmer): 3D-Animationsfilm aus Dänemark, irgendwas total lustig-verrücktes mit Regenwrmern und Disco. Dass die Animation hier nicht mit Pixar und Konsorten mithalten kann, wäre ja kein Problem. Dass aber das Figurendesign und auch die Story recht lieblos zusammangeklatscht zu sein scheinen, ist schon eins. Und die deutsche Tonspur ist mal wieder eine Parade der B-Promis, inklusive Roberto Blanco.

Imagine That (Zuhause ist der Zauber los): Eddie Murphy als Business-Typ, der lernen muss, sich besser um seine süße kleine Tochter zu kümmern. Pöni zieht in seiner Kritik vom Leder: “Ein vorhersehbarer Pointen-Krampf, als Humor-Ödnis langweilig zelebriert, im Grunde - gedanklich, spielerisch - eben doch auf den schnellen Dollar-Business-Lust-Erfolg setzend, egal wie, dann aber zum kitschigen Kintopp-Rührstück-Familienschmalz zurückratternd.”

Michael Jackson’s This Is It: Nichts lässt sich so gut vermarkten wie tote Popstars. Gut, dass bei den Proben zu Jackos geplanten Comeback-Konzerten ein paar Kameras dabei waren. Und damit das Geldverdienen noch besser geht, zeigt man das, was im Schneideraum dabei rauskam, nicht als “ganz normalen Kinofilm”, sondern inszeniert das Ganze als Über-Event. Mit Ticket-Vorverkauf, weltweit gleichzeitigem Kinostart und einer Begrenzung der Kinoauswertung auf zwei Wochen. Bäh. Die Mainstream-Presse nimmt den Film recht wohlwollend auf, was Boris Fust zu einer wunderschön wütenden Schimpftirade bei intro.de veranlasst hat.


 
 
 












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