Trailerschau für Filmstarts vom 29.10.

Keine gute Woche:

Vielleicht mal im Fernsehen:
Endstation der Sehnsüchte: Nach der sehr sehenswerten Doku Full Metal Village hat Regisseurin Cho Sung-Hyung wieder einen ungewöhnlichen Ort des Cluture Clashs gefunden, der für einige skurille Momente gut sein dürfte. In einem „deutschen Dorf“ mitten in Korea leben ältere deutsch-koreanische Ehepaare und dienen als Touristenattraktion.

Die Standesbeamtin: RomCom aus der Schweiz, bei der der deutsche Verleih zum Glück auf eine hochdeutsche Synchronisation verzichtet hat. Was ansonsten vermutlich ein 08/15-Filmchen wäre, erhält so wenigstens einen gewissen Charme.

Kreuzkölln: Doppelpack aus zwei kürzeren Filmen (30 + 60 Minuten): 24 Stunden Schlesisches Tor, eine Doku über Menschen und Momente am Schnittpunkt von Kreuzberg und Neukölln. Und der s/w-Kurzfilm Moruk bringt den Stil von Jim jarmusch in den Kiez.

Muss nicht sein:
Trilogia II: I skoni tou chronou (The Dust of Time): Kunscht! Vom Griechen Theo Angelopoulos (auch schon 74). Schon möglich, dass das wertvolles europäisches Autorenkino ist. Sieht für mich aber alles viel zu theatralisch aus.

The Race (Das große Rennen): Deutsch-irischer Kinderfilm rund um ein Seifenkistl-Rennen. Mit Colm Meaney, der ja irgendwie bei allem dabei ist, was aus Irland kommt.

I Love You, Beth Cooper: Hayden Panettiere empfand ich schon in Heroes als schlecht animierte Schaufensterpuppe, ganz furchtbar. Jetzt darf sie eine Kinohauptrolle spielen, in einer unlustigen Teeniekomödie. Sie ist das Supergirl der Highschool, dass sich dazu herablässt, mit einem nerdigen Loser auszugehen.

Disco ormene (Sunshine Barry und die Discowürmer): 3D-Animationsfilm aus Dänemark, irgendwas total lustig-verrücktes mit Regenwrmern und Disco. Dass die Animation hier nicht mit Pixar und Konsorten mithalten kann, wäre ja kein Problem. Dass aber das Figurendesign und auch die Story recht lieblos zusammangeklatscht zu sein scheinen, ist schon eins. Und die deutsche Tonspur ist mal wieder eine Parade der B-Promis, inklusive Roberto Blanco.

Imagine That (Zuhause ist der Zauber los): Eddie Murphy als Business-Typ, der lernen muss, sich besser um seine süße kleine Tochter zu kümmern. Pöni zieht in seiner Kritik vom Leder: „Ein vorhersehbarer Pointen-Krampf, als Humor-Ödnis langweilig zelebriert, im Grunde – gedanklich, spielerisch – eben doch auf den schnellen Dollar-Business-Lust-Erfolg setzend, egal wie, dann aber zum kitschigen Kintopp-Rührstück-Familienschmalz zurückratternd.“

Michael Jackson’s This Is It: Nichts lässt sich so gut vermarkten wie tote Popstars. Gut, dass bei den Proben zu Jackos geplanten Comeback-Konzerten ein paar Kameras dabei waren. Und damit das Geldverdienen noch besser geht, zeigt man das, was im Schneideraum dabei rauskam, nicht als „ganz normalen Kinofilm“, sondern inszeniert das Ganze als Über-Event. Mit Ticket-Vorverkauf, weltweit gleichzeitigem Kinostart und einer Begrenzung der Kinoauswertung auf zwei Wochen. Bäh. Die Mainstream-Presse nimmt den Film recht wohlwollend auf, was Boris Fust zu einer wunderschön wütenden Schimpftirade bei intro.de veranlasst hat.