Trailerschau für Filmstarts vom 5.11.

Im Kino sehen:
The Informant! (Der Informant!): Steven Soderbergh dreht ja immer schön abwechselnd anspruchsvolle Kassengift-Indie-Projekte (zuletzt der Che-Zweiteiler) und dann wieder starbesetzte Mainstream-Unterhaltung. Letztere ist bei ihm meistens unterhaltsamer und intelligenter als bei vielen anderen. Hier spielt Matt Damon – basierend auf einer wahren Geschichte – einen tapsigen Angestellten eines großen Konzerns, der sich als Informant fürs FBI zur Verfügung stellt und glaubt, damit auch noch Karriere machen zu können.

Looking for Eric: Eric Cantona, Englands berühmtester französischer Fußballer und inzwischen als Schauspieler aktiv, spielt sich selbst im neuen Film von Ken Loach. Ein Loser namens Eric hat eines Tages eine Erscheinung: Es ist Cantona, der ihm fortan als Lebensberater zur Seite steht. Das Tomatometer kommt auf 88% und für charmante britische Underdog-Porträts bin ich eh immer zu haben.

Auf die DVD warten:
Jennifer’s Body (Jennifer’s Body – Jungs nach ihrem Geschmack): Diablo Cody, Drehbuchautorin von Juno, wollte einen frauenaffinen Horrorfilm schreiben. Die Jungs kriegt man mit Megan Fox, die hier im wahrsten Sinne einen männermordenden Vamp gibt. Die meisten Kritiker gaben zwar eher schlechte Noten, ich finde aber, das könnte als interessanter Gegenentwurf zum überpuritanischen Twilight durchaus funktionieren.

Muukalainen (Der Besucher): Ein Film aus Finnland, der vor etwa 100 Jahren spielt. Ein stummer Junge, dessen Vater im Gefängnis sitzt, bekommt von einem Fremden eine Botschaft jenes Vaters überbracht. Kein Kinderfilm, eher ein düsteres Mystery-Märchen. Der Trailer bleibt rätselhaft und geheimnisvoll und lässt wenig Schlüsse zu. Zoran Gojic (Bayern 3) lobt: „Ein geheimnisvolles Meisterwerk des Abseitigen“.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Seelenvögel: Die Doku porträtiert drei Kinder (6, 10 und 15 Jahre), die krebskrank sind und vielleicht sterben werden. Harter Stoff, der hier aber zum Glück weder tragisch-depressiv noch als pathetischer Mutmacher daherkommt, sondern laut 3sat „im besten Sinne ergreifend und unerwartet tröstlich wirkt“

La teta asustada (Eine Perle Ewigkeit): Der Bären-Gewinner der letzten Berlinale stammt aus Peru und ist kunstvoll, politisch und feministisch. Für mich persönlich nicht sehr reizvoll, aber wohl durchaus ein toller Film, der vielleicht manchmal etwas zu viel will.

Weltstadt: Aus dem Fall eines ermordeten Obdachlosen im brandenburgischen Beeskow macht Regisseur Christian Klandt, der ebenfalls aus Beeskow stammt, ein Drama vom Leben im Provinzmief. Er erzählt fiktional, wie die verschiedenen Täter den Tag vor der Tat verbracht haben könnten. Der film-dienst lobt die „eindringliche Milieustudie“.

Weitertanzen:
Deutsche Tragikomödie rund um eine Hochzeit, die – dem Trailer nach zu urteilen – zwischen witzig und wahnsinnig anstregend oszilliert, weil es hier wieder mal ständig um Befindlichkeiten von Paarunddreißigjährigen zu gehen scheint. Hat auf Festivals einige Preise gewonnen, wurde aber bis jetzt fast nirgends besprochen. Was vielleicht auch daran liegt, dass er derzeit nur in Köln läuft.

Muss nicht sein:
Couples Retreat (All Inclusive): US-Komödie über Paartherapie in einem Luxus-Ferienresort in der Südsee, das überraschungsfrei mit ausgetretenen Genreformeln arbeitet. Reicht noch für 12% auf dem Tomatometer. Wer Spaß an unlustigen Witzen über Männer-Frauen-Klischees hat, sollte hier zuschlagen.

A Christmas Carol (Disneys Eine Weihnachtsgeschichte): Der Sinn hinter der Motion-Capturing-Technik, die Robert Zemeckis nach Polarexpress und Beowulf hier zum dritten Mal anwendet, ist mir immer noch nicht klar. Warum einen Schauspieler mühsam möglichst lebensecht am Computer nachbauen, wenn er die Szenen sowieso selber spielt? Wie auch immer, hier kommt die gefühlt hundertste Verfilmung von Charles Dickens‘ Klassiker. Diesmal mit Jim Carrey, allerlei 3D-Effektblendwerk und sehr viel Action. Ich bleib bei der Version mit den Muppets und Michael Caine. Ach ja, außerdem: Advent ist im Dezember.

Niko – Lentäjän poika (Niko – Ein Rentier hebt ab): Das gilt auch für den gleichfalls verfüht platzierten Weihnachts-Trickfilm für die noch kleineren. Eine deutsch-dänisch-finnisch-irische Koproduktion, deren Macher offenbar sehr viel Ice Age geguckt haben.

 

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