Trailerschau für Filmstarts vom 19.11.

Im Kino sehen:
Paranormal Activity: Hat fast nichts gekostet und wurde ein großer Kassenerfolg, ist damit einer der rentabelsten Filme ever. Benutzt das „Found Footage“-Prinzip, das wir z.B. von Blairwitch Project oder Cloverfield kennen. Der Billigst-Film erzählt von einem frisch umgezogenen Pärchen, das im neuen Häuschen unheimliche Phänomene bemerkt und mit der Videokamera einzufangen versucht. In den USA hat das extrem gut funktioniert und auch Roger Ebert sagt: „It works. It illustrates one of my favorite points, that silence and waiting can be more entertaining than frantic fast-cutting and berserk f/x. For extended periods here, nothing at all is happening, and believe me, you won’t be bored.“

Auf die DVD warten:
66/67 – Fairplay war gestern: Ein Hooligan-Film, der in Braunschweig spielt. Der Trailer kommt zwar ein bisschen zu sozialpädagogisch daher, aber insgesamt scheint das ein recht stimmiges Werk geworden zu sein, in dem es weniger um Fußball geht als um die Frage, wie junge Männer mit Wut und Hass umgehen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte: Ströbele, Schily, Mahler: drei Anwälte, die als Verteidiger von APO-Aktivisten und RAF-Mitgliedern bekannt wurden und drei ganz unterschiedliche Karrieren gemacht haben. Unbedingt ein interessantes Thema für eine Doku, die, wenn man Glück hat, auch viel über die letzten 40 Jahre BRD erzählen kann. Auf der großen Leinwand muss das aber nicht unbedingt sein.

The Yellow Handkerchief (Das gelbe Segel): Roadmovie mit William Hurt und dem Twilight-Sternchen Kristen Stewart. Es geht um Beziehungen, es sieht alles recht unspektakulär aus, und funktioniert (wenn’s funktioniert) vor allem über die Figuren. Vielleicht mal was für einen verregneten Sonntag auf der Couch.

Tannöd: Ein deutscher Romanbestseller, verfilmt von Constantin und groß beworben mit „Bernd Eichinger präsentiert“. Sowas will man ja erstmal hassen. Der Film ist jedoch mit Monika Bleibtreu, Julia Jentsch und Brigitte Hobmeier toll besetzt und sieht im Trailer schön düster aus. Vielleicht ja gar nicht mal so schlecht, obwohl auch die Kritiken eher negativ sind.

Die Unwertigen: Die Doku berichtet an Fallbeispielen davon, wie „unwertige“ Jugendliche im „Dritten Reich“ ausgesondert wurden, z.B. wegen Lernschwächen oder weil sie Swing-Anhänger sind. Nur in ganz wenigen Kinos an einzelnen Abenden zu sehen.

This is Love: Feelbad-Film von Matthias Glasner (Der freie Wille), in dem mit düsteren Mienen düstere Themen (Pädophilie, Menschenhandel) verhandelt werden. Macht wahrscheinlich keinen Spaß im engeren Sinn, könnte aber trotzdem ein guter Film sein. Die Kritiker sind sich da sehr uneins: Der Schnitt schreibt von einem „virtuosen, schonungslosen und beeindruckenden Meisterwerk“, die FR dagegen meint: „Dieses hochgezüchtete Melodram über die ach so tragische Seite der Pädophilie gehört zum Grausigsten, was sich mit Steuer- und Gebührengeldern kaufen lässt.“

Muss nicht sein:
Liebe Mauer: RomCom über eine grenzüberschreitende Liebe zwischen Westberlinerin und Ostberliner, die kurz vor dem Mauerfall einsetzt. Sieht sehr mainstreamig aus, also weder besonders intelligent noch tiefgründig.

Law Abiding Citizen (Gesetz der Rache): Och nö, nicht schon wieder ein Selbstjustiz-Thriller. Hier spielt Gerard Butler den einsamen Rächer und Jamie Foxx seinen Anwalt. Tomatometer-Wert: 24 Prozent.

Bandaged: Laut Selbstbeschreibung „ein sehr erotisches lesbisches Drama mit viel Camp“, wovon im Trailer nicht sehr viel zu sehen ist. Aber vielleicht ist es ja schon Camp, wenn deutsche Schauspieler mit deutlich hörbarem Akzent Englisch sprechen.

Another Glorious Day: Filmaufzeichnung des Theaterstücks The Brig, das von der US-Truppe „Living Theatre“ in Berlin aufgeführt wurde, mit einigen Filmszenen erweitert. Wohl eher was für Theater- als für Filmfreunde.

Mes amis – Mes amours (Wenn wir zusammen sind): Mainstream-Komödie aus Frankreich über eine Väter-WG. Es gibt ja Trailer, da reicht schon die Musik, um den Film zu mögen. Und dann gibt’s Trailer wie diese, da ist es genau umgekehrt (ich meine: Fool’s Garden? Lemon Tree? Seid ihr noch zu retten?)

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 19.11.

  1. Zu Tannöd: Das Buch ist höchst lesenswert und hat mich gefesselt und exzellent unterhalten. Ich frage mich allerdings wie das relativ nüchterne, als eine Art Abfolge von Zeugenberichten gehaltene Buch für einen Film aufgepeppt werden sollte. Als Theaterstück funktioniert Tannöd sicher besser.

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