Trailerschau für Filmstarts vom 17.12.

Im Kino sehen:
Where the Wild Things Are (Wo die wilden Kerle wohnen): Spike Jonze (Being John Malkovich, Adaptation) verfilmt den Bilderbuchklassiker von Maurice Sendak, Dave Eggers schrieb am Drehbuch mit. Wird leider vom übermächtigen Avatar arg an die Wand gedrängt, dabei sieht das nach einem überaus schönen Film aus, der wegen einer großen Prise Melancholie vielleicht gar nicht so sehr den Kindern als vielmehr den Erwachsenen gefallen wird. Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Publikum rechtzeitig kapiert, dass dieser Film nichts mit fußballspielenden Schauspielerkindern zu tun hat.

Avatar (Avatar – Aufbruch nach Pandora): Der Film des Jahres? Zumindest was den Hype, das Marketing und die Erwartungen angeht: Ja. James Camerons erster Spielfilm nach Titanic kostete viele Jahre Zeit und noch viel mehr Millionen an Dollars. Das Ergebnis soll nun nichts weniger als eine Kinorevolution sein, natürlich in 3D. Da darf man durchaus skeptisch sein, zumal Camerons SciFi-Märchen vom fremden Planeten, in dessen heile Welt rüpelhaften Eindringlinge von der Erde kommen, sehr nach Ethno-Kitsch riecht. Ein Meisterwerk erwarte ich eher nicht, aber sehen will ich es natürlich doch. Denn zumindest visuell soll der Film doch recht beeindruckend sein.

Auf die DVD warten:
Lila, Lila: Daniel Brühl als erfolgloser Schriftsteller, der ein geniales Romanmanuskript findet, den Stoff als den seinen ausgibt und damit zum Literaturstar wird. Bis eines Tages der eigentliche Autor des Buches auftaucht. Eine deutsche Satire auf den Literaturbetrieb, umrahmt von einer Lovestory kann das gutgehen? Eigentlich eher nicht, aber vielleicht ja doch. Immerhin wird der „echte“ Autor gespielt von Henry Hübchen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Brand Upon the Brain!: Der Stummfilm (!) des kanadischen Cineastenlieblings Guy Maddin, ein Familienmelodram mit Horror-Elementen, lief bereits Anfang 2007 (!) auf der Berlinale und begeisterte dort die Kritiker. Jetzt noch eine (minimale) Kinoauswertung, erstmal nur in Berlin. Klingt nach einem eher anstrengenden Film, und ist wohl eher was für Spezialisten. Roger Ebert formuliert es so: „In a sense, you will enjoy Brand Upon The Brain! most if you are an experienced moviegoer who understands (somehow) what Maddin is doing or a naive filmgoer who doesn’t understand that he is doing anything. The average filmgoer might simply be frustrated and confused.“

Muss nicht sein:
Séraphine: In den 1910er Jahren entdeckt ein deutscher Kunstkenner in Frankreich seine Haushälterin als große Malerin. Mein Eindruck vom Trailer: Typisch europäischer Kunsthandwerk-Kitsch fürs graumelierte Wohlfühl-Arthouse-Publikum. Hat andererseits In Frankreich eine Menge Preise abgeräumt und wird vom Feuilleton sehr gelobt.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 17.12.

  1. „Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Publikum rechtzeitig kapiert, dass dieser Film nichts mit fußballspielenden Schauspielerkindern zu tun hat.“ – Gut gesagt. Wochenlang habe ich aus ebendiesem Grund einen weiten Bogen um den Trailer gemacht. Da hätte man vonseiten des deutschen Filmverleihs aber auch ein wenig flexibler mit dem Titel sein können …

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