Trailerschau für Filmstarts vom 14.1.

Auf die DVD warten:
The Visitor (Ein Sommer in New York – The Visitor): Richard Jenkins (der tote Vater aus Six Feet Under) spielt einen Witwer, der in seiner Wohnung eines Tages zwei illegale Einwanderer vorfindet. Er freundet sich mit ihnen an und wird durch deren Offenheit und Lebenseinstellung zu einem besseren Menschen. Das riecht verdammt streng nach einem gutmenschelnden, nach Oscars schielenden Stück Hollywood-Kitsch, um das man besser einen Bogen macht. Der Autor und Regisseur jedoch lässt Besseres erwarten, Thomas McCarthy hat vor Jahren den schönen Station Agent gemacht und außerdem am Drehbuch von Pixars Up mitgeschrieben. Und die Kritiken sind fast durchgehend positiv.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Jagdzeit – Den Walfängern auf der Spur: Die Dokumentation begleitet das Greenpeace-Schiff Esperanza auf seinem Einsatz gegen Walfang im Südpolarmeer. Message-Film, Greenpeace-PR, Heldenverehrung? Angenehmerweise wohl nicht, denn die Mission war ein Fehlschlag. Der film-dienst schreibt: „Die bodenständig-ungeschönte, glaubwürdige Darstellung lässt den Idealismus der Umweltschützer umso sympathischer erscheinen.“

Muss nicht sein:
Süt – Milk: Nicht ganz meine Tasse Tee, aber qualitativ vielleicht der beste Film der Woche. Süt ist anspruchsvoller türkischer Autorenfilm über einen jungen Mann, der mit seiner Mutter auf dem Land lebt und arbeitet — bedacht mit Festivalpreisen und Kritikerlob. Der Trailer hilft dem potentiellen Zuschauer leider nicht weiter, wie so oft bei europäischem Kunstkino gibt’s da nur Bilder und keinerlei Text.

Oscar Niemeyer – a vida é um sopro (Oscar Niemeyer – Das Leben ist ein Hauch): Doku über den inzwischen 102-jährigen Architekten Oscar Niemeyer. Very Special Interest.

Friendship!: Zwei Ossis reisen kurz nach dem Mauerfall in die USA. Semi-autobiographisches Buddy-Roadmovie, das mit Klischees nicht geizt und zwischendurch immer wieder in American-Pie-Humor abdriftet, diesen Eindruck macht zumindest der Trailer.

Nanga Parbat: Okay, Bergfilme haben durchaus ihren Reiz, die umstrittene Geschichte der Überschreitung des Nanga Parbat 1970 bietet genug menschliches Drama für eine Verfilmung. Leider dient der Film auch als persönliches Rechtfertigungsinstrument von Yeti-Kumpel Reinhold Messner (natürlich unterstützt mit öffentlichen Geldern aus allerlei FIlmförderungstöpfen) und dann wird das Ding auch noch von Josef Vilsmaier inszeniert, was dann endgültig als Gegenargument reichen sollte.

Old Dogs (Old Dogs – Daddy oder Deal): Sowohl Robin Wiliams als auch John Trawolta haben irgendwann einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, der besagt, dass für jeden besseren Film, in dem sie dabei sind, mindestens fünf Gurken fällig sind. So wie diese Komödie hier zum Beispiel, in der die beiden wegen irgendeiner doofen Drehbuchidee zur Kinderbetreuung eingespannt werden und sich natürlich als komplett ungeeignet erweisen. Wer’s im Jahr 2010 noch lustig findet, wenn Golfbälle in männliche Weichteile fliegen, gehört zur Zielgruppe. Tomatometer-Wert: 6 Prozent.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 14.1.

  1. Nicht vom Trailer abschrecken lassen. „Friendship!“ ist ein überraschend charmantes und lockeres Roadmovie, mit zwei perfekt harmonierenden Hauptdarstellern und der nötigen Portion Ernst und diversen tragischen Momenten.

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