Trailerschau für Filmstarts vom 28.1.

Im Kino sehen:
Cloudy with a Chance of Meatballs (Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen): 3D-Animationsfilm über einen verrückten Erfinder, der es schafft, dass es Essen regnet, damit die Leute nicht immer nur Sardinen essen müssen. Der Film (basierend auf einem Bilderbuch aus den Siebzigern) ist ganz klar ein Kinder- bzw. Familienfilm, legt dabei eine sehr angenehme Schrägheit an den Tag, so dass ihn Mark Kermode als „David Lynch for Kids“ bezeichnet. Das reicht mir eigentlich schon als hinreichender Grund, ihn anzusehen.

Sherlock Holmes: Gleichermaßen ersehnt wie gefürchtet: Sherlock Holmes durch die Brille von Guy Ritchie, mit Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Watson. Allzu große Werktreue darf man hier wohl nicht erwarten, dafür superschick in Szene gesetzte Faustkämpfe, tolle Kulissen und eine Prise Humor. Mag ich sehen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Die Frau mit den 5 Elefanten (DT): Filmporträt der 76jährigen Swetlana Geier, die als die Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche gilt, u.a. hat sie Dostojewski neu übersetzt. Für Leute, die Sprache mögen, dürfte das ein sehr toller Film sein.

The Last Station (Ein russischer Sommer): Exquisite Besetzung (Helen Mirren, Christopher Plummer, Paul Giamatti, James McAvoy) für ein (für mich persönlich) eher uninteressantes Thema. Ich zitiere aus Faulheit den Pressetext: „Die bewegende, faszinierende Geschichte der großen, dramatischen Liebe zwischen Leo Tolstoi und seiner Frau Sofia. Eine Geschichte, die von Leidenschaft, Ehe, Familie, Geiz, Intrigen und Revolution handelt. Und die auf mal humorvolle, mal dramatische Weise zeigt, wie schwierig es ist zu lieben, wie gleichzeitig unmöglich es jedoch ist, ohne die Liebe zu leben.“

New York, I love you: Kurzfilm-Compilation mit elf Liebesgeschichten in New York City. Wie beim Vorgängerprojekt Paris, je t’aime gibt’s hier wieder namhafte Regisseure (Fatih Akin, Mira Nair, Natalie Portman[!]) und Schauspieler (Scarlett Johansson, Ethan Hawke, John Hurt). Bestimmt sind da ein paar Perlen drunter, ziemlich sicher aber auch mittelmäßige oder doofe Beiträge. Die Produzenten wollen das Ding derweil zum Franchise ausbauen: In Planung sind Shanghai, I Love You, Jerusalem, I Love You und Rio, Eu Te Amo.

Universalove: Der Gewinner des Max-Ophüls-Preises 2009: Die wirklich tolle Band Naked Lunch aus Klagenfurt hat sich mit Regisseur Thomas Woschitz zu einem Filmprojekt zusammengetan, in dem an verschiedenen Schauplätzen Episoden über die Liebe erzählt werden. Bebilderte Musik oder andersrum? Keine Ahnung, vielleicht ist es auch völlig ausreichend, sich das Album anzuhören.

Muss nicht sein:
Kan door huid heen (Can go through skin): Wieder einer dieser Filme mit nur einer Kopie. In diesem Fall ein schwermütiges Arthousedrama aus den Niederlanden, über eine Frau die sich mehr und mehr von ihrer Umwelt abschottet.

Berlin – Stettin: Dokumentarfilmer Volker Koepp fährt in die Uckermark und besucht die Protagonisten seiner früheren Filme. Das Ergebnis ist Rückschau, Metafilm und Porträt einer Landschaft und ihrer Menschen. David Siems schreibt bei programmkino.de: „Eine sehr spezielle Dokumentation über einen vergessenen Landstrich, die vor allem eines erfordert: Geduld.“

Partir (Die Affäre): Beziehungsdrama aus Frankreich mit Kristin Scott Thomas als Ehefrau, die ihrem Mann eine Affäre gesteht. Und dann wird’s dramatisch, denn der Gatte kämpft mit harten Bandagen. Vielleicht nicht schlecht, aber ganz definitiv nichts für mich.

Porgy & Me: Doku über ein Ensemble aus Harlem, das mit Gershwins Porgy & Bess um die Welt tourt. Hebt sehr stark darauf ab, dass es sich hier um schwarze Musiker handelt. Der film-dienst sah eine „zerfahrene Dokumentation, mit seltsamen Ansichten und einem konstruierten Konflikt.“

De l’autre côté du lit (Auf der anderen Seite des Bettes): Hausfrau (Sophie Marceau) und Karrieremann tauschen für ein Jahr die Rollen. Hallo Frankreich, welches Jahr schreibt ihr denn grade? Irgendwas in den Siebzigern? Unglaublich, das man mit so einem High Concept im Jahr 2010 noch durchkommt. SpOn meint: „Erschütternd geistlos“. Rochus Wolff sieht das bei critic.de differenzierter: „Auf der anderen Seite des Bettes ist klüger, als die Oberfläche zeigt, und fällt keineswegs auf ein Geschlechterverständnis hinein, das Frauen und Männern feste, angeblich biologisch begründete Eigenschaften und Aufgaben zuordnet.“

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 28.1.

  1. Aufgrund des Kermodes Vergleich habe ich mir „Cloudy“ auch angeschaut und wurde nicht enttäuscht. Ein sehr verrückter Film, mit dem ich sogar mehr Spaß hatte als mit „Up“.

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