Too big to fail.

Trailerschau für Filmstarts vom 25.2.

Samstag, 27.02.2010

Im Kino sehen:
Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen): Mit einem Remake, das kein Remake ist, dreht Regie-Sonderling Werner Herzog einen Mainstream-Film, der kein Mainstream-Film ist: Nicolas Cage als drogensüchtiger Cop in New Orleans kurz nach Katrina. Die Starbesetzung ist eher abschreckend: Cage und Eva Mendes waren zuletzt gemeinsam in der Gurke Ghost Rider zu sehen. Aber Herzog-Filme sind immer was Besonderes und die Kritiker sind überwiegend begeistert: 85% auf dem Tomatometer, 72 Punkte bei den Cargo-Ratings. Ekkehard Knörer schreibt in seinem nicht ganz einfachen Text: “Ein Hollywoodfilm voller ‘Stellen’, d.h. devianten Momenten, an denen, was ohne sie eine fast normale Noir-Cop-Story sein könnte, aufs irritierendste aufbricht, Blasen wirft, fantastische Blüten treibt und in der Summe aus diesem vermeintlichen Genre-Film ganz etwas andres und ziemlich Jenseitiges macht.”

Shutter Island: Ich verstehe ja immer noch nicht, was Marty Scorsese an Leo diCaprio findet. Er hat ihm schon wieder eine Hauptrolle gegeben. Hier ermittelt er in den 50er Jahren als traumatisierter Polizist in einem Mordfall, der sich in einer psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt abgespielt hat. Auch wenn Scorseses Glanzzeiten schon länger vorbei sind, sieht das trotzdem nach einem soliden Noir-Horror-Thriller aus.

Auf die DVD warten:
9 (#9): Shane Acker hat 2005 einen vielbeachteten, düsteren Puppentrick-SF-Kurzfilm gedreht. Nun durfte er eine Langversion machen, mit Computeranimation statt Stop-Motion, begleitet von zwei prominenten Produzenten: Tibur Bekmambetov (Wächter der Nacht, Wanted) und Tim Burton. Aussehen tut das richtig, richtig gut — der Geschichte allerdings soll, wie man hört, die Streckung von 11 auf 79 Minuten nicht so gut getan haben. Würde ich trotzdem gerne gucken — doch leider haben es Trickfilme, die nicht für Kinder sind, bei uns immer noch sehr schwer, darum läuft #9 nur in einem Kino in Berlin, ist also mal wieder eher Vorab-Promo für den DVD-Release als ein ernsthafter Kinostart. Schade!

Vielleicht mal im Fernsehen:
Oceans (Unsere Ozeane): Nach Nomaden der Lüfte widmen sich Jacques Perrin und Jacques Cluzaud jetzt den Weltmeeren und haben wieder sehr spektakuläre Bilder gefunden, die hier noch nichtmal allzu sehr vom Off-Kommentar kaputtgeredet werden. Ist bestimmt sehr schön anzusehen, manche Rezensenten bemängeln allerdings eine gewisse Konzeptlosigkeit.

Plastic Planet: Doku aus Österreich, die uns bewusst machen will, wie viel Plastik wir Tag für Tag verwenden und warum das nicht gut für die Umwelt ist. Regisseur Werner Boote wählt einen Michael-Moore-artigen Ansatz, stellt sich also selber ins Zentrum, verwendet Humor und Polemik und legt keinen Wert auf Objektivität. Je nachdem, wie man zu der Grundthese des Films steht, wird das dann erfreulich oder ärgerlich sein.

Muss nicht sein:
The Rainbowmaker: Magischer Realismus aus Georgien, für den Ulrich Kriest im film-dienst harte Worte findet: “kalkuliert inszeniertes Kunstgewerbe für ein an billigen Exotismen interessiertes Arthouse-Publikum mit Zivilisationsüberdruss”.

Wiegenlieder: Mehr Film-Essay als Doku, bei dem es augenscheinlich um Wiegenlieder gehen soll, die man kleinen Kindern vorsingt. Die Macher haben aber derart viel Kunstwillen in ihren Film gepackt, dass schon die Besichtigung des Trailers eine sehr anstrengende Beschäftigung ist.

Antônia: Girl-Band aus den Favelas von Sao Paulo wittert den großen Durchbruch, scheitert dann aber an den realen Gegebenheiten. Sozialdrama für eine jugendliche Zielgruppe, dem laut film-dienst “der Balanceakt zwischen realistischer Milieuschilderung und märchenhafter Aufstiegsfantasie misslingt”.

Nine: In 30 Rock gab es kürzlich einen Preis für die beste Verfilmung eines Musicals, das auf einem Film basiert. Und genau so etwas haben wir hier. Das Musical Nine beruht lose auf Fellinis 8 1/2, war am Broadway sehr erfolgreich und wurde nun von Chicago-Macher Rob Marshall mit beeindruckender Starpower verfilmt. Daniel Day-Lewis wird umgeben von Penelope Cruz, Nicole Kidman, Spohia Loren, Judi Dench und weiteren Diven. Musicals mag ich nicht besonders, aber vielleicht könnte ich stattdessen mal eine Bildungslücke schließen und 8 1/2 anschauen.

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Im Kino: Up in the Air

Freitag, 26.02.2010

Ryan Bingham (George Clooney) arbeitet sehr erfolgreich für eine Firma, die für andere Firmen die komplette Abwicklung übernimmt, wenn es um Kündigungen geht. Er darf also Arbeitnehmern, die er nicht kennt, mehr oder weniger einfühlsam erklären, dass sie entlassen werden; dabei fliegt er kreuz und quer durch die USA und fühlt sich nirgendwo heimischer als in Flugzeugen und -häfen. Sein großes Ziel im Leben: mehr als zehn Millionen Flugmeilen zu sammeln und damit in den exklusiven Vielflieger-Club seiner Stamm-Airline aufgenommen zu werden.

Up in the Air von Jason Reitman beginnt als Porträt eines nicht ganz unsympathischen Zynikers und könnte durchaus als satirische Kapitalismuskritik durchgehen. Wenn wir die Kündigungsgespräche sehen (in denen die Entlassenen überwiegend von Laiendarstellern gespielt werden), ahnen wir, was es bedeutet, wenn Arbeitnehmer nur noch als Humankapital behandelt werden. Aber Reitman interessiert das eigentlich gar nicht, er will auf etwas anderes hinaus und fragt: Kann ein Mensch glücklich werden, wenn er extrem individualistisch und damit auch recht einsam ist?

Bingham bekommt es deshalb mit zwei Frauen zu tun: Natalie, eine angehende Karrierefrau, die gerne genauso effizient-zynisch wäre wie Bingham, aber feststellen muss, dass sie dafür nicht kalt und hart genug ist, und Alex, das weibliche Ebenbild zu ihm — genauso erfolgreich, genauso individualistisch, die perfekte Affäre. Anna Kendrick und Vera Farmiga spielen diese beiden Rollen punktgenau und eindrucksvoll und übertrumpfen dabei mühelos Hauptdarsteller Clooney — der ist zwar auch toll, muss dafür aber nicht viel tun, weil seine Rolle so angelegt ist, dass Clooney einfach nur Clooney sein muss.

Bis hierhin wäre Up in the Air ein sehr guter Film, doch leider schickt Reitman seine Hauptfigur im letzten Drittel noch durch einen Läuterungsprozess, der auf einer Familienfeier stattfindet und ein sanftes Herz unter der rauhen Schale freilegt. Und hier wird’s dann doch sehr hollywoodesk, auch wenn der Film auf das ganz große Happy End verzichtet. Ziemlich merkwürdig: kurz vor Schluss gibt es nochmal Statements einiger entlassener Arbeitnehmer, deren Tenor ist, so schlimm sei das letztlich doch gar nicht gewesen. Und so werde ich den Verdacht nicht los, dass hier am Ende doch sehr konservative bis neoliberale Werte hochgehalten werden, nur eben angenehm verpackt in einer konsensfähigen Wohlfühl-Kuschel-Kapitalismuskritik. Die Academy wird’s mögen.

Positiv in Erinnerung bleiben sehr gute Schauspielerleistungen und einige tolle Bilder, wie z.B. die bizarren Luftaufnahmen amerikanischer Städte und Landschaften und die großartige Flughafen-Choreografie, in der Bingham demonstriert, wie elegant er den Parkour aus Check-In, Sicherheitskontrollen und Absperrungen bewältigen kann.

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Im Kino: Sherlock Holmes

Donnerstag, 25.02.2010

Man kann mit Fug und Recht einiges kritisieren an Guy Ritchies Version von Sherlock Holmes. Zum Beispiel die eher uninspirierte Krimihandlung und natürlich die Tatsache, dass der Superdetektiv hier zum prügelnden Actionhelden mutiert und damit eher wenig Wert auf Werktreue zu Sir Conan Doyles Geschichten gelegt wird. Das Ergebnis ist aber ein sehr gut funktionierender Popcorn-Film, der bestens unterhält, ohne ärgerlich zu sein. Man muss nur einmal an zwei ähnlich gelagerte Filmgurken denken, die modernes Blockbuster-Entertainment vor viktorianischer Kulisse bieten wollten. Im Vergleich zu Van Helsing oder League of Extraordinary Gentlemen ist Sherlock Holmes nämlich geradezu ein Meisterwerk.

Die Action ist ordentlich inszeniert (Schweinehälften! Hurra!), die Kulissen sehen toll aus, aber vor allem punktet Ritchies Holmes durch Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Dr. Watson, die ihre Rollen hervorragend ausfüllen, mit viel Spielfreude agieren und dafür sorgen, dass die Chemie zwischen diesen beiden Figuren einfach stimmt. Das Drehbuch spendiert den beiden etliche knackige Onliner und nette Dialoge mit viel Augenzwinkern, die viel Spaß machen und dem Film sehr gut tun. Worum es in der Story eigentlich genau geht, habe ich mittlerweile schon fast wieder vergessen — das spricht nicht für den Plot und zeigt, dass der Film sicher noch ein ganzes Stück besser hätte werden können. Aber eben auch viel, viel schlechter. Also haben wir hiermit halt einen neuen, frischen Popcorn-Holmes, angesiedelt irgendwo zwischen James Bond und Batman — und genau wie in Batman Begins gibt es hier eine Schlussszene, die auf einen zweiten Teil verweist und ankündigt, dass dann der Erz-Widersacher (bei Batman der Joker, bei Holmes Professor Moriarty) eine Hauptrolle spielen wird.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

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Im Kino: Zombieland

Mittwoch, 24.02.2010

Die Vereinigten Staaten sind Zombieland, viel erklären muss man da nicht — hier gelten Genreregeln, nicht Logikregeln. Die meisten Menschen sind also infiziert und zu fleischgierigen Untoten mutiert, nur ein paar besonders wachsame Zeitgenossen sind noch übrig. Der wachsamste von allen ist Columbus (Jesse Eisenberg), ein nerdiger Schluffi-Teenager — er hat für sich selbst ein strenges Regelwerk aufgestellt, dessen penible Einhaltung ihm das Überleben sichert. Zufällig begegnet er Tallahassee (Woody Harrelson), einem Redneck vom Typ “harter Hund”, der sich richtig freut, dass mit den Zombies nun endlich genügend Leute herumlaufen, denen er ungestraft mit dem Baseballschläger eins überbraten kann. Gemeinsam machen sich die beiden auf eine Roadmovie-Reise durch ein Amerika der Untoten und dürfen dabei nicht nur Zombies kloppen, sondern auch Mädchen retten.

Die Story bleibt dabei jederzeit sehr simpel und unspektakulär, das große Plus des Films ist sein erfrischender Humor. Ein Diplom in Zombiewissenschaften ist nicht erforderlich, und auch zartbesaitetere Filmfreunde, die um Blut und Gedärm lieber einen Bogen machen, können einen Blick wagen, weil der Film auf allzu heftige Splatterszenen verzichtet. Immer mit dabei: Columbus’ goldene Regeln, die immer dann, wenn sie angewandt werden, in grafisch sehr fescher Manier eingeblendet werden. Äußerst unterhaltsamer Genrespaß, viel Comedy mit wenig Horror, der dem famosen Shaun of the Dead zwar nicht das Wasser reichen kann, aber dennoch sehr gut unterhält. Sahnehäubchen obendrauf: einer der herrlichsten Gastauftritte eines Hollywoodstars, die man je gesehen hat.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

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Filme in zehn Sätzen

Mittwoch, 24.02.2010

Einer meiner unausgesprochenen Neujahrsvorsätze hieß “Möglichst jeder Film, den du gesehen hast, soll einen Blogeintrag bekommen”. Klappt nicht so recht, ich bin bereits ziemlich im Rückstand. Deshalb ein Experiment, um aufzuholen: Kurzer, komprimierter Film-Senf in zehn Sätzen. Ist auch ein persönlicher Test, wie man mit engen formalen Vorgaben zurechtkommt. Und ich bin auch gespannt, ob sich eine sehr kurze Filmkritik wirklich schneller schreibt als eine lange. Wie dem auch sei, in den nächsten Tagen gibt es hier also verknappte Filmbesprechungen in genau zehn Sätzen. Wir beginnen mit Zombieland.

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Trailerschau für Filmstarts vom 18.2.

Donnerstag, 18.02.2010

Im Kino sehen:
The Lovely Bones (In meinem Himmel): Peter Jackson ist zurück, bäckt nach den Mega-Blockbustern Lord of the Rings und King Kong wieder kleinere Brötchen und bewegt sich wieder mehr in die Richtung, die er zuletzt mit Heavenly Creatures verfolgte. The Lovely Bones ist eine Romanverfilmung über ein Mädchen, das einem Mord zum Opfer fiel und das sich anschließend aus dem Jenseits ansieht, was ihre Familie, die Ermittler und vor allem der Mörder so treiben. Als Jackson-Fan schau ich mir das auf jeden Fall an, auch wenn die optische Umsetzung der jenseitigen Welt die Kitsch-Alarmglocken schrill klingeln lässt.

Auf die DVD warten:
The Ghost Writer (Der Ghostwriter): Roman Polanski verfilmt einen Roman von Robert Harris: Ewan McGregor spielt einen Autor, der als Ghostwriter die Autobiographie des britischen Ex-Premiers (Pierce Brosnan als Quasi-Tony-Blair) schreiben soll. Allerdings ist er schon der zweite Mann auf diesem Posten, denn der erste wurde ermordet. Der mindestens solide Politthriller bekommt noch eine besondere Note durch Polanskis aktuelle Situation. Auch die beiden Hauptfiguren dieses Films befinden sich die meiste Zeit in einem Ferienhaus, abgeschottet von der Außenwelt.

An Education: England, 1961: Ein braves Mittelschichtsmädchen aus spießiger Familie geht zum Studieren nach Oxford und beginnt dort mit der Möglichkeit zu liebäugeln, ein sehr viel cooleres und mondäneres Leben zu führen. Britischer Film von Lone Scherfig (Italienisch für Anfänger), für den Nick Hornby das Drehbuch geschrieben und der acht BAFTA-Nominierungen eingesammelt hat. Auch sonst kam er bei der Kritik super an: die Tomaten sind zu 95% frisch (allerdings werfen manche dem Film antisemitische Tendenzen vor). Ganz sicher sehenswert, ich warte aber trotzdem auf die DVD, weil in München nirgends die Originalversion läuft.

Invictus (Invictus - Unbezwungen): Morgan Freeman spielt Nelson Mandela, aber zum Glück ist das hier kein episches Freiheitskämpfer-Biopic, sondern konzentriert sich auf eine bestimmte Episode: die Rugby-WM 1995, die das (überwiegend weiße) südafrikanische Team gewann, was wohl einen enormen Effekt für das Land in der damals noch jungen Post-Apartheid-Ära hatte. Biopic, Sportlerdrama, Rugby, klingt alles nicht so wahnsinnig verlockend. Der Regisseur allerdings heißt Clint Eastwood und das ist dann doch wieder ein verdammt gutes Argument.

The Book of Eli: Im neuen Film der Hughes Brothers (From Hell) darf sich Erlösertyp Denzel Washington mit Bösewicht Gary Oldman um ein heiliges Buch streiten. Hat schicke Action und eine wunderschön kaputt aussehende postapokalyptische Zukunftswelt, aber wohl leider kein allzu prickelndes Drehbuch.

Muss nicht sein:
Die Friseuse: Doris Dörrie mit einem Feelgood-Movie über eine dicke Berliner Friseuse, der zeigen soll, dass dicke Menschen keine kläglichen Loser sein müssen. Versucht ein bisschen zu sein wie die Filme von Andreas Dresen, bekommt aber dessen Glaubwürdigkeit nicht hin und macht einen arg klischeelastigen Eindruck.

Rock It!: “Oh, ein Trend”, denkt sich die deutsche Mainstream-Filmindustrie und rennt ihm hinterher. Also gibt es nun auch eine einheimische Ausgabe der hippen Teenie-Musicals à la High School Musical. Charmfreier Trittbrettfahrer-Käse, mit freundlichen Grüßen von der deutschen Filmförderung.

The Ten Commandments (Die Zehn Gebote - Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln): Ach du Scheiße. Mies und hölzern animierte Computertrickfilm-Version vom Auszug aus Ägypten, an dem unter anderem die EKD finanziell beteiligt war und der für Deutschland noch einen extra-bescheuerten Untertitel bekommen hat. Der christliche Erbauungsfilm lief bereits 2007 in den USA, sieht aber tricktechnisch aus, als sei er noch mindestens zehn Jahre älter. Findet nicht mal der katholische film-dienst gut.

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Trailerschau für Filmstarts vom 11.2.

Montag, 15.02.2010

Eine sehr schwache Woche. Könnte mit der Berlinale zu tun haben. Anyway, nutzen wir die Zeit zum kurzen Durchatmen, denn die nächsten drei Wochen sind dann wieder voll mit vielversprechenden Filmen (ich sage nur: Scorsese, Jackson, Eastwood, Burton).

Vielleicht mal im Fernsehen:
The Wolfman (Wolfman): Die Universal-Studios versuchen mal wieder, einen ihrer legendären Monsterklassiker aufzufrischen. Mit der Mumie hatte das (zumindest kommerziell) hervorragend funktioniert, jetzt ist der Wolfsmensch dran. Die Produktions- und Verschiebungs-Historie (schön zusammengefasst bei den F5) lässt das Schlimmste befürchten. Auf der anderen Seite ist Benicio del Toro in der Hauptrolle immer ein Pluspunkt.

Die zwei Leben des Daniel Shore: Ein Deutsch-Amerikaner lebt eine Weile in Tanger, bis sich dort ein tragisches Ereignis abspielt. Später zieht er nach Stuttgart in ein sehr eigenartiges Haus und wird dort von den Geistern seiner Vergangenheit geplagt. Deutscher Film mit Nikolai Kinski und vielen surrealen Elementen, der sich schwer einordnen lässt und bei dem einigen Rezensenten das Adjektiv “kafkaesk” einfällt.

Max Manus: Historienfilm über Norwegens 2WK-Widerstandshelden Max Manus. In dessen Heimat war der Film ein Blockbuster, aber dort wird man von dieser Art der Vergangenheitsbewältigung auch noch nicht so dermaßen übersättigt sein wie hierzulande. Bonuspunkte für das alberne Filmlogo.

Muss nicht sein:
Percy Jackson & The Olympians: The Lightning Thief (Percy Jackson - Diebe im Olymp): Die griechischen Götter leben noch, und sie haben ein paar uneheliche Kinder in den USA. Zum Beispiel Percy, Sohn von Poseidon. Das ist das Konzept der Jugendbuchreihe Percy Jackson und könnte ganz unterhaltsam sein, wenn es nicht gar so konventionell nach Teenager-Action-Fantasy schmecken würde und nicht gar so offensichtlich in die Richtung von Harry Potter schielen würde. So sehr, dass man gleich Chris Columbus (Harry Potter I und II) als Regisseur engagiert hat.

Valentine’s Day (Valentinstag): Viele kleine, verknüpfte RomCom-Episödchen von Pretty-Woman-Regisseur Garry Marshall, garniert mit sehr vielen Stars. Bei Love, Actually hat dieses Konzept funktioniert, aber das war schließlich ein britisches Erzeugnis.



Bei der Geburt getrennt? (7)

Dienstag, 09.02.2010

 

Die deutschen DVD-Cover von Lucky Number Slevin und Lange Beine, kurze Lügen (und ein Fünkchen Wahrheit … ), der im Original Assassination Of A High School President heißt.

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Trailerschau für Filmstarts vom 4.2.

Donnerstag, 04.02.2010

Im Kino sehen:
Up in the Air: George Clooney als Vielflieger, der von Firma zu Firma jettet, um Leute zu entlassen. Die Wirtschaftssatire ist nach Thank You For Smoking und Juno der dritte Film von Jason Reitman, der wirklich einen guten Lauf hat und hier mit reichlich Preisen und Nominierungen belohnt wurde (Allein bei den Oscars ist Up in the Air 6mal nominiert). Leider soll der satirische Biss mit zunehmender Laufzeit des Films mehr und mehr abnehmen und in ein allzu weichgespültes Finale münden. Wir werden sehen.

Auf die DVD warten:
Flickan som lekte med elden (Verdammnis): Das ging schnell. Wenige Monate nach Verblendung kommt auch schon der zweite Teil der Stieg-Larsson-Krimitrilogie in die Kinos. Weil der Verleih was von gutem Timing versteht, erscheint Teil 1 in der gleichen Woche auf DVD. Letzterer soll ja mindestens sehr solide gewesen sein und bekam mehr Lob als ich erwartet hätte. Sollte man wohl auf dem Radar behalten.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Welcome: Französisches Flüchtlingsdrama über einen jugendlichen Iraker, der von Frankreich aus schwimmend nach England gelangen will, überwiegend erzählt aus der Perspektive des französischen Schwimmlehrers Simon. Dieser solidarisiert sich mit dem Flüchtling und macht sich dadurch strafbar. Daniel Nehm schreibt bei critic.de: “Das Thema Migration ist letztlich nur der Rahmen für ein gefühliges, kathartisches Kanalschwimmerdrama, das berührt und betroffen macht, aber niemals aufrüttelt oder gar schmerzt.”

She, a Chinese: Sozialer Realismus von der in London lebenden Chinesin Guo Xiaolu über eine junge chinesische Frau, die aus dem Alltag ihrer Heimat ausbricht, in Europa jedoch auch kein besseres Leben findet. Michael Ranze (film-dienst) will den Film zwar mögen, bemängelt aber die “sprunghaft-elliptische Montage” und bezeichnet die deutsche Synchronisation als “Skandal”.

Muss nicht sein:
Giulias Verschwinden: Schweizer Erfolgsfilm mit Bruno Ganz und Corinna Harfouch, der “mit bittersüßem Humor” vom Altwerden erzählt. Ich zähl mich da vorerst nicht zur Zielgruppe.

Armored: Ein paar Geldtransporter-Fahrer haben genug vom Job-Alltag und planen den perfekten Coup. Mittelprächtige B-Movie-Genre-Ware, die wohl direkt auf DVD rauskommen würde, wenn nicht drei recht prominente Darsteller dabei wären. Denen ist allerdings gemeinsam, dass ihre besten Zeiten schon einige Jahre zurück liegen: Jean Reno, Lawrence Fishburn und Matt Dillon.

Beyond a Reasonable Doubt (Gegen jeden Zweifel): Justizthriller mit Michael Douglas, dessen Trailer ziemlich durchschnittlich, vorhersehbar und klischeehaft aussieht. Und der Film, ein Remake des letzten Films, den Fritz Lang in den USA gedreht hat, scheint wirklich nicht viel zu taugen: nur 4% auf dem Tomatometer.

Buddha’s Lost Children: Irgendwo im Himalaya muss es eine deutsche Doku-Fabrik geben, die im Akkord Filme zum Thema Buddhismus raushaut. Jeder Mitwirkende wird sofort mit einem kleinen, großen oder mittleren Fahrzeug belohnt. Anders ist diese Flut nicht mehr zu erklären.

Zeiten ändern Dich: Bernd Eichinger und Uli Edel bringen nach dem Baader Meinhof Komplex das vollkommen logische Nachfolgeprojekt: Ein Bushido-Biopic mit Bushido als Bushido und erstaunlich vielen deutschen Kinostars. Sollte man sich vielleicht doch im Kino ansehen, um möglichst viele unfreiwillige Lacher mitzunehmen und um Publikumsstudien zu betreiben. Weil wir aber nicht so viel Zeit verschwenden wollen, begnügen wir uns mit dieser schönen Kritik von Rajko bei den 5 Filmfreunden: “Mehr Kasse, mehr Dreck.”

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