Trailerschau für Filmstarts vom 4.2.

Im Kino sehen:
Up in the Air: George Clooney als Vielflieger, der von Firma zu Firma jettet, um Leute zu entlassen. Die Wirtschaftssatire ist nach Thank You For Smoking und Juno der dritte Film von Jason Reitman, der wirklich einen guten Lauf hat und hier mit reichlich Preisen und Nominierungen belohnt wurde (Allein bei den Oscars ist Up in the Air 6mal nominiert). Leider soll der satirische Biss mit zunehmender Laufzeit des Films mehr und mehr abnehmen und in ein allzu weichgespültes Finale münden. Wir werden sehen.

Auf die DVD warten:
Flickan som lekte med elden (Verdammnis): Das ging schnell. Wenige Monate nach Verblendung kommt auch schon der zweite Teil der Stieg-Larsson-Krimitrilogie in die Kinos. Weil der Verleih was von gutem Timing versteht, erscheint Teil 1 in der gleichen Woche auf DVD. Letzterer soll ja mindestens sehr solide gewesen sein und bekam mehr Lob als ich erwartet hätte. Sollte man wohl auf dem Radar behalten.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Welcome: Französisches Flüchtlingsdrama über einen jugendlichen Iraker, der von Frankreich aus schwimmend nach England gelangen will, überwiegend erzählt aus der Perspektive des französischen Schwimmlehrers Simon. Dieser solidarisiert sich mit dem Flüchtling und macht sich dadurch strafbar. Daniel Nehm schreibt bei critic.de: „Das Thema Migration ist letztlich nur der Rahmen für ein gefühliges, kathartisches Kanalschwimmerdrama, das berührt und betroffen macht, aber niemals aufrüttelt oder gar schmerzt.“

She, a Chinese: Sozialer Realismus von der in London lebenden Chinesin Guo Xiaolu über eine junge chinesische Frau, die aus dem Alltag ihrer Heimat ausbricht, in Europa jedoch auch kein besseres Leben findet. Michael Ranze (film-dienst) will den Film zwar mögen, bemängelt aber die „sprunghaft-elliptische Montage“ und bezeichnet die deutsche Synchronisation als „Skandal“.

Muss nicht sein:
Giulias Verschwinden: Schweizer Erfolgsfilm mit Bruno Ganz und Corinna Harfouch, der „mit bittersüßem Humor“ vom Altwerden erzählt. Ich zähl mich da vorerst nicht zur Zielgruppe.

Armored: Ein paar Geldtransporter-Fahrer haben genug vom Job-Alltag und planen den perfekten Coup. Mittelprächtige B-Movie-Genre-Ware, die wohl direkt auf DVD rauskommen würde, wenn nicht drei recht prominente Darsteller dabei wären. Denen ist allerdings gemeinsam, dass ihre besten Zeiten schon einige Jahre zurück liegen: Jean Reno, Lawrence Fishburn und Matt Dillon.

Beyond a Reasonable Doubt (Gegen jeden Zweifel): Justizthriller mit Michael Douglas, dessen Trailer ziemlich durchschnittlich, vorhersehbar und klischeehaft aussieht. Und der Film, ein Remake des letzten Films, den Fritz Lang in den USA gedreht hat, scheint wirklich nicht viel zu taugen: nur 4% auf dem Tomatometer.

Buddha’s Lost Children: Irgendwo im Himalaya muss es eine deutsche Doku-Fabrik geben, die im Akkord Filme zum Thema Buddhismus raushaut. Jeder Mitwirkende wird sofort mit einem kleinen, großen oder mittleren Fahrzeug belohnt. Anders ist diese Flut nicht mehr zu erklären.

Zeiten ändern Dich: Bernd Eichinger und Uli Edel bringen nach dem Baader Meinhof Komplex das vollkommen logische Nachfolgeprojekt: Ein Bushido-Biopic mit Bushido als Bushido und erstaunlich vielen deutschen Kinostars. Sollte man sich vielleicht doch im Kino ansehen, um möglichst viele unfreiwillige Lacher mitzunehmen und um Publikumsstudien zu betreiben. Weil wir aber nicht so viel Zeit verschwenden wollen, begnügen wir uns mit dieser schönen Kritik von Rajko bei den 5 Filmfreunden: „Mehr Kasse, mehr Dreck.“

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 4.2.

  1. Zu „Buddha´s last children“: Zur Anbetung des Buddhismus und des Dalai Lama in der westlichen Welt gibt´s Interessantes und Schmunzelhaftes im letzten Buch „Die Angst des weißen Mannes“ von P.Scholl-Latour zu lesen. Er zieht da mal bisschen vom Leder, was das eigentlich soll, dieser Tibet/Buddhismus/DalaiLama-Hype in der westlichen Welt. Stellenweise erklärt er es damit, dass durch den stetigen Rückzug der christlichen Religion in Westeuropa, das Verlangen nach Religiösem anderweitig gesättigt werden muss; da komme der von China unterdrückte und besetzte Tibet inkl. Buddhismus gerade recht. Andere wiederum sehen das Klima als moderne Ersatzreligion.

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