Im Kino: Zombieland

Die Vereinigten Staaten sind Zombieland, viel erklären muss man da nicht — hier gelten Genreregeln, nicht Logikregeln. Die meisten Menschen sind also infiziert und zu fleischgierigen Untoten mutiert, nur ein paar besonders wachsame Zeitgenossen sind noch übrig. Der wachsamste von allen ist Columbus (Jesse Eisenberg), ein nerdiger Schluffi-Teenager — er hat für sich selbst ein strenges Regelwerk aufgestellt, dessen penible Einhaltung ihm das Überleben sichert. Zufällig begegnet er Tallahassee (Woody Harrelson), einem Redneck vom Typ „harter Hund“, der sich richtig freut, dass mit den Zombies nun endlich genügend Leute herumlaufen, denen er ungestraft mit dem Baseballschläger eins überbraten kann. Gemeinsam machen sich die beiden auf eine Roadmovie-Reise durch ein Amerika der Untoten und dürfen dabei nicht nur Zombies kloppen, sondern auch Mädchen retten.

Die Story bleibt dabei jederzeit sehr simpel und unspektakulär, das große Plus des Films ist sein erfrischender Humor. Ein Diplom in Zombiewissenschaften ist nicht erforderlich, und auch zartbesaitetere Filmfreunde, die um Blut und Gedärm lieber einen Bogen machen, können einen Blick wagen, weil der Film auf allzu heftige Splatterszenen verzichtet. Immer mit dabei: Columbus‘ goldene Regeln, die immer dann, wenn sie angewandt werden, in grafisch sehr fescher Manier eingeblendet werden. Äußerst unterhaltsamer Genrespaß, viel Comedy mit wenig Horror, der dem famosen Shaun of the Dead zwar nicht das Wasser reichen kann, aber dennoch sehr gut unterhält. Sahnehäubchen obendrauf: einer der herrlichsten Gastauftritte eines Hollywoodstars, die man je gesehen hat.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

 

2 Gedanken zu „Im Kino: Zombieland

  1. Ja, doch, der Versuch mit einer Beschreibung in zehn Sätzen funktioniert – für mich zumindest – durchaus ;)

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