Im Kino: Sherlock Holmes

Man kann mit Fug und Recht einiges kritisieren an Guy Ritchies Version von Sherlock Holmes. Zum Beispiel die eher uninspirierte Krimihandlung und natürlich die Tatsache, dass der Superdetektiv hier zum prügelnden Actionhelden mutiert und damit eher wenig Wert auf Werktreue zu Sir Conan Doyles Geschichten gelegt wird. Das Ergebnis ist aber ein sehr gut funktionierender Popcorn-Film, der bestens unterhält, ohne ärgerlich zu sein. Man muss nur einmal an zwei ähnlich gelagerte Filmgurken denken, die modernes Blockbuster-Entertainment vor viktorianischer Kulisse bieten wollten. Im Vergleich zu Van Helsing oder League of Extraordinary Gentlemen ist Sherlock Holmes nämlich geradezu ein Meisterwerk.

Die Action ist ordentlich inszeniert (Schweinehälften! Hurra!), die Kulissen sehen toll aus, aber vor allem punktet Ritchies Holmes durch Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Dr. Watson, die ihre Rollen hervorragend ausfüllen, mit viel Spielfreude agieren und dafür sorgen, dass die Chemie zwischen diesen beiden Figuren einfach stimmt. Das Drehbuch spendiert den beiden etliche knackige Onliner und nette Dialoge mit viel Augenzwinkern, die viel Spaß machen und dem Film sehr gut tun. Worum es in der Story eigentlich genau geht, habe ich mittlerweile schon fast wieder vergessen — das spricht nicht für den Plot und zeigt, dass der Film sicher noch ein ganzes Stück besser hätte werden können. Aber eben auch viel, viel schlechter. Also haben wir hiermit halt einen neuen, frischen Popcorn-Holmes, angesiedelt irgendwo zwischen James Bond und Batman — und genau wie in Batman Begins gibt es hier eine Schlussszene, die auf einen zweiten Teil verweist und ankündigt, dass dann der Erz-Widersacher (bei Batman der Joker, bei Holmes Professor Moriarty) eine Hauptrolle spielen wird.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

 

4 Gedanken zu „Im Kino: Sherlock Holmes

  1. Die Erwähnung der genialen End-Credits, die eigentlich am Anfang kommen sollten (wenn ich das richtig verstanden habe), poste ich hier mal. Hat wohl leider nicht in das hart auferlegte 10-Sätze-Limit gepasst. Link war von Dir via Twitter.
    Ich fand den Film recht enttäuschend. Klar, die beiden Charaktere sind top, aber die Story war platt und vorhersehbar.
    Zur neuen 10-Sätze-Rezi-Kategorie: Top! Endlich wieder mehr Rezensionen!!

  2. Vorweg: Ich hab den Film noch nicht gesehen.

    Aber so ganz weg von Doyle ist der Film der Beschreibung nach dann auch wieder nicht. Das Holmes sich fit hält und in Kämpfe gerät, kommt auch in den Büchern immer wieder vor, nur eben allermeistens lediglich ganz am Rande.

    Es gibt auch eine Story (Titel fällt mir jetzt ad hoc nicht ein), in der es darum geht, dass jemand harpuniert wurde. Daraufhin trainiert Holmes Harpunieren an Schweinehälften, um abschätzen zu können, wer von der Physis her überhaupt als Verdächtiger in Frage kommt.

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