Trailerschau für Filmstarts vom 25.2.

Im Kino sehen:
Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen): Mit einem Remake, das kein Remake ist, dreht Regie-Sonderling Werner Herzog einen Mainstream-Film, der kein Mainstream-Film ist: Nicolas Cage als drogensüchtiger Cop in New Orleans kurz nach Katrina. Die Starbesetzung ist eher abschreckend: Cage und Eva Mendes waren zuletzt gemeinsam in der Gurke Ghost Rider zu sehen. Aber Herzog-Filme sind immer was Besonderes und die Kritiker sind überwiegend begeistert: 85% auf dem Tomatometer, 72 Punkte bei den Cargo-Ratings. Ekkehard Knörer schreibt in seinem nicht ganz einfachen Text: „Ein Hollywoodfilm voller ‚Stellen‘, d.h. devianten Momenten, an denen, was ohne sie eine fast normale Noir-Cop-Story sein könnte, aufs irritierendste aufbricht, Blasen wirft, fantastische Blüten treibt und in der Summe aus diesem vermeintlichen Genre-Film ganz etwas andres und ziemlich Jenseitiges macht.“

Shutter Island: Ich verstehe ja immer noch nicht, was Marty Scorsese an Leo diCaprio findet. Er hat ihm schon wieder eine Hauptrolle gegeben. Hier ermittelt er in den 50er Jahren als traumatisierter Polizist in einem Mordfall, der sich in einer psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt abgespielt hat. Auch wenn Scorseses Glanzzeiten schon länger vorbei sind, sieht das trotzdem nach einem soliden Noir-Horror-Thriller aus.

Auf die DVD warten:
9 (#9): Shane Acker hat 2005 einen vielbeachteten, düsteren Puppentrick-SF-Kurzfilm gedreht. Nun durfte er eine Langversion machen, mit Computeranimation statt Stop-Motion, begleitet von zwei prominenten Produzenten: Tibur Bekmambetov (Wächter der Nacht, Wanted) und Tim Burton. Aussehen tut das richtig, richtig gut — der Geschichte allerdings soll, wie man hört, die Streckung von 11 auf 79 Minuten nicht so gut getan haben. Würde ich trotzdem gerne gucken — doch leider haben es Trickfilme, die nicht für Kinder sind, bei uns immer noch sehr schwer, darum läuft #9 nur in einem Kino in Berlin, ist also mal wieder eher Vorab-Promo für den DVD-Release als ein ernsthafter Kinostart. Schade!

Vielleicht mal im Fernsehen:
Oceans (Unsere Ozeane): Nach Nomaden der Lüfte widmen sich Jacques Perrin und Jacques Cluzaud jetzt den Weltmeeren und haben wieder sehr spektakuläre Bilder gefunden, die hier noch nichtmal allzu sehr vom Off-Kommentar kaputtgeredet werden. Ist bestimmt sehr schön anzusehen, manche Rezensenten bemängeln allerdings eine gewisse Konzeptlosigkeit.

Plastic Planet: Doku aus Österreich, die uns bewusst machen will, wie viel Plastik wir Tag für Tag verwenden und warum das nicht gut für die Umwelt ist. Regisseur Werner Boote wählt einen Michael-Moore-artigen Ansatz, stellt sich also selber ins Zentrum, verwendet Humor und Polemik und legt keinen Wert auf Objektivität. Je nachdem, wie man zu der Grundthese des Films steht, wird das dann erfreulich oder ärgerlich sein.

Muss nicht sein:
The Rainbowmaker: Magischer Realismus aus Georgien, für den Ulrich Kriest im film-dienst harte Worte findet: „kalkuliert inszeniertes Kunstgewerbe für ein an billigen Exotismen interessiertes Arthouse-Publikum mit Zivilisationsüberdruss“.

Wiegenlieder: Mehr Film-Essay als Doku, bei dem es augenscheinlich um Wiegenlieder gehen soll, die man kleinen Kindern vorsingt. Die Macher haben aber derart viel Kunstwillen in ihren Film gepackt, dass schon die Besichtigung des Trailers eine sehr anstrengende Beschäftigung ist.

Antônia: Girl-Band aus den Favelas von Sao Paulo wittert den großen Durchbruch, scheitert dann aber an den realen Gegebenheiten. Sozialdrama für eine jugendliche Zielgruppe, dem laut film-dienst „der Balanceakt zwischen realistischer Milieuschilderung und märchenhafter Aufstiegsfantasie misslingt“.

Nine: In 30 Rock gab es kürzlich einen Preis für die beste Verfilmung eines Musicals, das auf einem Film basiert. Und genau so etwas haben wir hier. Das Musical Nine beruht lose auf Fellinis 8 1/2, war am Broadway sehr erfolgreich und wurde nun von Chicago-Macher Rob Marshall mit beeindruckender Starpower verfilmt. Daniel Day-Lewis wird umgeben von Penelope Cruz, Nicole Kidman, Spohia Loren, Judi Dench und weiteren Diven. Musicals mag ich nicht besonders, aber vielleicht könnte ich stattdessen mal eine Bildungslücke schließen und 8 1/2 anschauen.

 

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