Trailerschau für Filmstarts vom 4.3.

Im Kino sehen:
Alice in Wonderland (Alice im Wunderland): Tim Burton könnte auch die AGB von T-Mobile verfilmen, ich würd’s mir ansehen. Sein neuer Film ist ein Big-Budget-3D-Spektakel, das den Kinderbuchklassiker von Lewis Carroll nicht direkt adaptiert, sondern fortschreibt. Mit Einschränkungen sehr gelungen und sehenswert, siehe meine Filmkritik.

The Men who stare at Goats (Männer, die auf Ziegen starren): Lose basierend auf einem Sachbuch geht es hier um eine geheime Spezialeinheit der US-Army, die sich in esoterischen Psi-Praktiken übt. Top besetzt mit Jeff Bridges, George Clooney, Kevon Spacey und Ewan McGregor. Wenn der Film humormäßig hält, was der Trailer verspricht, freue ich mich sehr darauf.

Auf die DVD warten:
Crazy Heart: Nochmal Jeff Bridges, und dazu noch die bezaubernde Maggie Gyllenhall. Es geht um einen abgehalfterten, saufenden Ex-Country-Star, der noch einmal ein Comeback angeht, weshalb der Film öfter mit The Wrestler verglichen wird. Bridges wird sich für diesen Film am Sonntag seinen Oscar abholen. Die Story scheint mit den Schauspielerleistungen nicht ganz mithalten zu können und Country ist jetzt auch nicht so mein Ding. Für einen guten DVD-Abend sollte das aber allemal ausreichen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Der Räuber: Basierend auf der wahren Geschichte von „Pumpgun-Ronnie“, der zwei Lieblingsbeschäftigungen hatte: Marathonlaufen und Banken ausrauben. Von Benjamin Heisenberg im Stil der „Berliner Schule“ umgesetzt als sehr nüchternes und kühles Drama über einen Getriebenen, der nicht anders kann. Einer der wenigen Filme auf der letzten Berlinale, die fast einhellig gelobt wurden, z.B. von Lukas Foerster beim Perlentaucher. Sicher ein bisschen sperrig, aber bestimmt sehenswert.

Boxhagener Platz: Der „Berliner Heimatfilm“ spielt 1968 in Ost-Berlin, im Mittelpunkt stehen ein 12-jähriger Junge und seine Oma. Die komische Milieustudie wird von der Kritik überwiegend gelobt, vor allem auch deshlab, weil sie ohne nervige Ostalgie auskommt.

Pink Taxi: In Moskau gibt es ein Taxiunternehmen, dessen Fahrezuge rosa angestrichen sind, alle Fahrer sind weiblich, und die Passagiere meistens auch. Der Dokumentarfilmer Uli Gaulke porträtiert Chauffeurinnen und Fahrgäste.

Muss nicht sein:
Hier kommt Lola!: Ordentliches Kinderkino für Mädchen, basierend auf einer erfolgreichen Buchreihe. Zum Glück weit weg von rosaroter Lillifee-Niedlichkeit: „Kotzkacke blöde, fett fischig stinkende, furzfiese Kuh!“ Hätte ich kleine Nichten, würd ich mit ihnen reingehen.

Henri 4: Deutsch-französischer Historienschinken von Jo Baier nach dem Romanzweiteiler von Heinrich Mann (der auch in anderer Schnittfassung als TV-Mehrteiler kommen wird). Es geht um König Henri IV von Frankreich, der sich um ein vernünftiges Miteinander von Katholiken und Protestanten verdient gemacht hat. Der Film scheint einen gehörigen Trash-/Camp-Faktor zu haben, was manche Kritiker durchaus toll finden, andere gar nicht. Rüdiger Suchsland meint: „Ein billig wirkender, langatmiger, in vielem hundsmiserabler Film, und eine Verschwendung von Fördergeld, wie man sie lange nicht erlebt hat.“

Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie heute: Schweizer Doku über die Follower von Rudolf Steiner, die sieben Einzelpersonen beobachtet und zu Wort kommen lässt, darunter immerhin auch einen Ex-Anthroposophen, der die Bewegung heute kritisiert.

Engel mit schmutzigen Flügeln: Ein recht eigenartiges Ding: unabhängig finanzierte deutsche Indie-Produktion um drei Frauen, die ein ungezügeltes Leben mit viel Motorrad und Sex führen wollen. Der Berliner Tip bezeichnet den Film als „populär-esoterischen Sexploitation-Essay“. Würde vermutlich keinen Menschen interessieren, wenn Bild hier keinen Pseudo-Skandal angezettelt hätte.