Trailerschau für Filmstarts vom 11.3.

Im Kino sehen:
Un prophète (Ein Prophet): Gewinner des Grand Prix von Cannes, Abräumer bei den Césars und BAFTAs, bei den Oscars nominiert, aber leer ausgegangen. Das französische Drama um einen Mann, der vom Knast-Neuling zum Premium-Gangster aufsteigt, wird fast überall sehr gelobt („Universal acclaim“). Tobias Kniebe zieht Parallelen zu Scarface und Der Pate. Ziemlich harter Stoff, zweieinhalb Stunden lang, könnte sich lohnen.

Auf die DVD warten:
Anvil! The Story of Anvil (Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft): Doku über eine kanadische Metal-Band aus den 80ern, die mal kurz am Erfolg riechen durfte, diesen aber nie erreicht hat. Heute sind die Jungs über 50, Familienväter, spielen aber immer noch. Eine Geschichte über die unglamourösen Seiten des Rock-Business, dabei aber sehr menschlich und warmherzig. Das Tomatometer kommt auf fabulöse 98%.

Ajami: Trat für Israel bei den Oscars an, handelt vom Nahostkonflikt und ist ein Paradebeispiel für Aussöhnung: Das Autoren-Regisseurs-Duo besteht aus einem Juden und einem Palästinenser. Der Film ist jedoch kein süßliches Versöhnungsdrama, sondern ein spannender Episodenthriller mit dokumentarischem Einschlag.

Die Fremde: Sibel Kekili (Gegen die Wand) soll ganz großartig sein in diesem Film. Es geht um eine junge türkische Frau, die aus einer unglücklichen Zwangsehe mit ihrem Kind nach Deutschland flieht, um dort ein freieres Leben führen zu können. Ein bisschen riecht das nach Thesenpapier zum Thema Ehrenmorde, soll aber weitgehend gelungen sein. Die Kritik ist sich uneins: Peter Praschl (SZ-Magazin) findet den Film „beängstigend gut. Er fuchtelt nicht, er empört sich nicht, er will nicht überzeugen noch urteilen; er zeigt.“ Robert Weixlbaumer (tip) meint dagegen: „Dieser ungenaue Film illustriert mit den besten Intentionen doch nur Sarrazin-Klischees.“

Vielleicht mal im Fernsehen:
Ágora (Agora – Die Säulen des Himmels): Aufwändiges Sandalen-Spektakel von Alejandro Amenábar (The Others, Daas Meer in mir), das im Jahr 319 in Alexandria spielt, welches von radikalen Religionskriegern erobert wird, die Zauselbärte tragen und jede Toleranz ablehnen. Damals waren das Christen statt Muslime, aber die Parallelen zur Jetztzeit sind sicher kein Zufall. Wer Historienfilme mag, könnte hier einen passablen Vertreter des Genres erwischen.

Parkour: ist eine coole Action-Sportart, die sich auf der Leinwand ziemlich toll umsetzen lässt. Ob das auch für einen Film reicht, der um die Actionszenen ein Twentysomething-Charakterdrama herumstrickt, kann man in dem Debüt des Jungregisseurs Marc Rensing sehen.

Muss nicht sein:
Edge of Darkness (Auftrag Rache): Mel Gibson steht nach längerer Pause wieder vor der Kamera und spielt (mal wieder) einen Mann auf Rachemission, nachdem seine Tochter von bösen Industriellen ermordet wurde. Der Film basiert auf einer britischen Miniserie aus den 80ern. Regie damals wie heute: Martin Campbell, der inzwischen als Bond-Regisseur größere Bekanntheit erlangt hat. Ein vermutlich halbwegs solider Thriller, der mich aber nicht die Bohne interessiert.

Jerry Cotton: Nach Winnetou und Edgar Wallace ist nun die nächste Erfolgsfilmreihe aus Nachkriegsdeutschland an der Reihe, die in verwitzelter Form an Zuschauer gebracht wird, deren Humorzentrum von Fun-Freitagen konditioniert wurde. Besetzt mit einer namhaften deutschen Filmstarriege inklusive Christian Ulmen, den ich ja eigentlich mag, der hier aber auf den Spuren von Mike Myers ganz fürchterlich herumclownt.

Case 39 (Fall 39): B-Movie-Horror mit der ollen Renee Zellweger, Untergenre „Böse Kinder“. Der deutsche Regisseur Christian Alvart hatte neulich mit Pandorum schon nicht viel Glück, hier wird’s wohl auch nicht viel anders laufen.

Extraordinary Measures (Ausnahmesituation): Zwei Kinder haben seltene tödliche Krankheit. Heldenhafter Vater kämpft aufopferungsvoll gegen böse Pharma-Industrie, genialer Wissenschaftler hilft. Klebrig-amerikanisches Gesülze mit Harrison Ford und Brendan Fraser. Ekelhaft.

Teufelskicker: Alte Filmmarkt-Weisheit: „Was funktioniert, wird kopiert“. Also auch Kinderaction mit Fußball! Wie Wilde Kerle, nur mit neuen Kindern und schön multi-ethnisch zusammengestellt wie die United Colours of Benetton, inklusive Quotenmädchen. Dazu noch ein paar Kunststückchen, die im Schneideraum von Shaolin Soccer auf den Boden gefallen sind. Uärgs.

 

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