Trailerschau für Filmstarts vom 25.3.

Im Kino sehen:
Schwerkraft: Der Sieger des Max-Ophüls-Preises 2010: Ein frustrierter Banker wechselt die Seiten und geht bei einem Gangster (Jürgen Vogel) in die Lehre. Der Mix aus Buddymovie und Gesellschaftskritik kommt sehr gut an bei der Kritik: es gebe zwar einige Klischees, die aber durch schwarzen Humor, tolle Darsteller, Charme und gute Inszenierung ausgeglichen würden. Hört sich doch gut an.

Auf die DVD warten:
How to Train Your Dragon (Drachenzähmen leicht gemacht): Neues Animationsspektakel aus dem Hause Dreamworks, natürlich in 3D. Die Story klingt extrem unoriginell: Junger Wikinger soll Drachen töten, wird stattdessen zum Drachenbezähmer und zum besten Freund eines jungen Drachen. Und klar, wir lernen, dass die vermeintlichen Bestien so schlimm gar nicht sind. Die Umsetzung scheint hier allerdings recht gut geklappt zu haben, und das Drehbuch-Regie-Duo Dean DeBlois und Chris Sanders konnte mit Lilo & Stich vor ein paar Jahren schonmal sehr überzeugen. Wird bestimmt kein Klassiker wie viele Pixar-Filme, aber solide Familienunterhaltung ist ja auch schon was. 95% auf dem Tomatometer.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Beeswax: Mal wieder einer dieser Mini-Releases mit einer Kopie. Ich werde diese Filme in Zukunft wohl weglassen. Hey, es heißt Deutschland-Start, nicht Berlin-Start! Hier mache ich nochmal eine Ausnahme, denn dieses Low-Budget-Mumblecore-Stück schmeckt angenehm nach gutem amerikanischem Indie-Kino.

Precious: Based on the Novel Push by Sapphire (Precious – Das Leben ist kostbar): Der Agent, der den Deal für die Buchverfilmung gemacht hat, muss ein ausgebufftes Schlitzohr sein. Oder gab’s das schonmal, dass Originaltitel und Autorin als Bestandteil des Filmtitels genannt werden müssen? So lief das zumindest bei all den Preisverleihungen, bei denen Precious mitmischte (u.a. ein Oscar für Mo’nique als beste Nebendarstellerin). Es geht um harte Themen: Kindesmissbrauch, Teenagerschwangerschaft, soziale Verwahrlosung. In den USA gab es neben viel Lob auch vereinzelte Rassismusvorwürfe, weil der Film ein falsches und einseitiges Bild der schwarzen Community vermittle. Bestimmt nicht uninteressant, mich persönlich reizt sowas allerdings nicht besonders.

Remember Me: Mich könnte man ja eher mit der weiblichen Hauptrolle ködern: die spielt Emilie de Ravin, die wir als Claire aus Lost kennen. Doch der Star hier heißt Robert Pattinson: der Schnuckelvampir aus Twilight, der bei euren Cousinen an der Kinderzimmerwand hängt, kann auch seriös. Romantisch soll es hier zwar auch werden, aber vor einer harten Alltagsrealität. Die Kritiken sind durchwachsen und warnen vor einem doofen Plot-Twist am Ende.

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen: Religionsdoku über die Grabeskirche in Jerusalem, die alle möglichen Glaubensrichtungen als ihr Heiligtum ansehen. Kommt passend zur Osterzeit ins Kino und bringt sicher die wenig überraschende Botschaft mit, dass sich die Religionen gefälligst vertragen sollen. Stimmt ja auch.

Muss nicht sein:
Zum dritten Pol: Doku über die jüdische Bergsteigerfamilie Dyhrenfurth und ihre Himalaya-Expeditionen. Mit, wenn der Trailer nicht täuscht, nachgestellten Szenen, igitt!

From Paris with Love: Actiongedöns aus der Produktionsschmiede von Luc Besson, der anscheinend auch alle Ambitionen verloren hat, nochmal einen guten Film zu machen. Wer wirklich mal John Travolta mit Glatze oder Geballer und Verfolgungsjagden in Paris sehen möchte, liegt hier richtig.

The Blind Side (Blind Side – Die große Chance): Sandra Bullocks Oscar-würdige Performance als weiße Upper-Class-Mutter, die sich um einen unterprivilegierten schwarzen Jungen kümmert, der später Profi-Fottballspieler wird. „Based on a true story“, das auch noch. Arg klebrig und viel zu sehr im seichten Sozialkitschgewässer planschend.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 25.3.

  1. Hallo,
    gestern war ich in Drachenzähmen leicht gemacht. Ich hätte es aktueller mit Drachenzähmen für Dummies übersetzt.

    Ich finde es unverständlich, warum dieser Film so sehr unterschätzt wird. Ich hatte Urlaub, damit ich den Film zur einzigen Vorstellung mittags sehen konnte.

    Erst recht wenn man ihn mit Avatar vergleicht, der in jeder Hinsicht ein kindischer Film ist. Die Action kommt um einiges plausibler daher. Der Witz verhindert, dass der Film allzu trocken daher kommt.

    Zur Story: Klar der Plot ist bekannt. Avatar kann der bekannten Story nichts Neues hinzufügen. Drachenzähmen dagegen
    hat einen deutlichen dunklen Unterton, der für Kinderfilme ungewöhnlich ist.

    Die Altersfreigabe ab 6J. ist eindeutig verfehlt.

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