Archive for April, 2010

Was er jetzt tun wird

“Weißt du schon, was du jetzt tun wirst?”, fragte sie. “Mir die Welt anschauen”, sagte Bod. “In Schwierigkeiten geraten und wieder herauskommen. Dschungel und Wüsten durchwandern, Vulkane besteigen, Inseln erforschen. Und Leute, wahnsinnig viele Leute kennenlernen.”

aus: Neil Gaiman, Das Graveyard-Buch

Ich fand das Buch nicht so wahnsinnig toll. Ein solides Jugendbuch mit schönem, dezent morbidem Gothic-Fantasy-Touch. Aber sicher nicht Gaimans bestes Werk. Der oben zitierte Abschnitt auf der vorletzten Seite, die Abschiedsworte der Hauptfigur namens Bod an seine (Adoptiv-) Mutter, die ließen mir jedoch das Herz aufgehen. Ist das nicht eine wunderschöne Zusammenfassung für “coming of age”?

Trailerschau für Filmstarts vom 22.4.

Im Kino sehen:
Kick-Ass: Die vielgehypte Verfilmung von Mark Millars Durchschnitts-Teenie-verkleidet-sich-als-Superheld-Comic. Schau ich mir an, weil der Trailer einen sehr spaßigen Pop-Film verspricht und ich sowieso ein Spezialinteresse an Comicverfilmungen habe. Die Comicvorlage hat mich gut unterhalten, allerdings stellt man bei genauerem Hinsehen tatsächlich all die sehr unbehaglichen Untertöne fest, die Björn hier wortreich aufführt. Auch der Film empört viele Kritiker, sei es weil hier ein kleines Mädchen das C-Wort sagt (alberner Vorwurf) oder weil man den Film für gewaltpornographisch halten kann (evtl. berechtigter Vorwurf).

Auf die DVD warten:
Chloe: Erotisches Dreiecksdrama von Atom Egoyan, ein Remake des französischen Films Nathalie, fein besetzt mit Julianne Moore, Amanda Seyfried und Liam Neeson. SpOn schreibt, das sei “ein formvollendeter Fetisch-Thriller und ein grandios böser Frauenfilm.”

Vielleicht mal im Fernsehen:
Min Dît (Min Dît – Die Kinder von Diyarbakir): Kurdischer Film über drei Geschwister, die zu Waisenkindern werden und auf der Straße landen. Lukas Foerster lobt: “Der Film macht aus all dem kein konventionelles Sozial- und erst recht kein Melodrama, auch wenn er sich nicht davor scheut, einige Elemente des ersteren einzusetzen” und erzählt, dass der Regisseur an der Berliner dffb studiert hat, sein Projekt aber in der Türkei umsetzte, weil es in Deutschland wohl nie realisierbar wäre.

Tamo i ovde (Here & There): New Yorker Musiker geht nach Belgrad, um dort eine Scheinehe mit einer Serbin einzugehen, damit diese in die USA emigrieren kann. Das altbekannte Green-Card-Motiv also. Mit Cindy Lauper (!) und einem Hauptdarsteller, der ein bisschen aussieht wie Felix Schwenzel.

vincent will meer: Drei sympathische junge Menschen mit Psycho-Knacks auf einem Roadmovie-Trip. Aber will man wirklich einen Film sehen, dessen Hauptdarsteller ein Forum gewidmet ist, moderiert von Menschen, die sich Flo74, Minimaus2104, Dini und Naddl nennen?

Muss nicht sein:
Vorsicht Sehnsucht (Les herbes folles): Neuer Film von Frankreichs Regielegende Alain Resnais, 87, von dem ich noch nie einen Film gesehen habe. Hier erzählt er eine Liebesgeschichte, die wohl eher simpel gestrickt aber mit tollen Bildern erzählt ist und die Feuilleton-Schreiber verzückt. Bestimmt eine kostbare Filmkunstperle, wenn man sowas mag.

The Young Victoria (Young Victoria): Britischer Kostümfilm über die jungen Jahre von Queen Victoria, gespielt von Emily Blunt. Romantische Lovestory inklusive. Nix für mich, bekam aber immerhin 75 Tomatenprozent.

Der Tag des Spatzen: “Ein politischer Naturfilm”. Irgendwie soll es hier um Krieg und Bundeswehreinsätze gehen, aber in essayistischer Form. Etwas für Freunde des Speziellen.

Trailerschau für Filmstarts vom 15.4.

Ab sofort ohne Filme, die nur in einer Kopie ins Kino kommen (und deshalb in der Regel nur in Berlin zu sehen sind, ehe sie auf eine kleine Programmkino-Tingeltournee gehen).

Vielleicht mal im Fernsehen:
Friedensschlag (DT): Doku über die Work and Box Company, ein Resozialisierungprojekt für jugendliche Straftäter in München, das vor allem auf Boxsport setzt. Gut und wichtig, dass hier die “gewaltbereiten Jugendlichen” mal aus anderem Blickwinkel gezeigt werden. Als Normalmensch bekommt man ja nicht mit, wie reale sozialpädagogische Arbeit mit derlei Jungs aussieht.

Date Night (Date Night – Gangster für eine Nacht): Der beste weibliche und ein sehr guter männlicher Comedian, beide aus sehr guten und erfolgreichen TV-Serien bekannt, zusammen in einem Film! Tina Fey aus 30 Rock und Steve Carell aus The Office! Hurra! Hurra? Tja, hier sind sie wohl in einem lauen Durchschnitts-Komödchen gelandet. Und in der SZ überlegt Adrian Kreye, “warum so viele brillante Fernsehkomiker in Hollywood in mittelmäßigen Filmen landen”.

Ander: Baskisches Drama um einen Bauern, der weit draußen auf dem Land lebt, sich ein Bein bricht und einen Gehilfen aus Peru einstellen muss, welcher dann die homosexuellen Gefühle in ihm weckt.

Muss nicht sein:
Cop Out (Cop Out – Geladen und entsichert): Ein neuer Film von Kevin Smith, sein erster, den er nicht selbst geschrieben hat. Versucht mit Bruce Willis und Tracey Morgan die uralte Weißer-Cop-schwarzer-Cop-Buddy-Komödie wiederzubeleben, was aber augenscheinlich nicht gut geklappt hat. Flachwitze en masse.

Dorian Gray (Das Bildnis des Dorian Gray): Oscar-Wilde-Verfilmung mit Colin Firth, damit wären die positiven Punte auch bereits aufgezählt. Oliver Parker möchte den Klassiker mit modernen Horrorfilm-Elementen aufpeppen, was wohl nicht gut funktioniert hat, wie man in dieser Spiegel-Kritik von Daniel Sander sehr schön nachlesen kann.

Coco Chanel & Igor Stravinsky: Kürzlich erst gab’s das Coco-Chanel-Biopic, jetzt nochmal was ähnlich gelagertes, das sich allerdings vor allem auf das Verhältnis zu und mit Komponist Stravinsky konzentriert. Regisseur Jan Kounen macht eigentlich recht interessante Filme (39,90, Dobermann), aber das reizt mich mal gar nicht.

Black Forest: Ach, Deutschand, du und der Genre-Film, das will einfach nichts werden. Hier versucht man sich am ausgelutschten Thema “Junge Menschen verbringen Wochenende auf einsamer Hütte, natürlich ohne Handy, es wird dunkel, und dann wird’s gruslig”. In TV-Ästhetik dargebrachtes Plündern in der Horror-Klischeekiste.

Die kommen, die Comicverfilmungen

Mal wieder einer jener Artikel, denen man die mehreren Stunden Arbeit, die da reingesteckt wurden, am Ende nicht direkt ansieht: für Comicgate habe ich einen umfassenden Überblick über möglichst alle Comicverfilmungen verfasst, die in diesem Jahr auf uns zukommen. Einschließlich persönlich gefärbter Einschätzungen und Erfolgsaussichten.

Bei den Recherchen habe ich wieder feststellen müssen, wie ungleich die Informationen im Internet verteilt sind. Mit Material zu großen Hollywood-Filmen wie Iron Man 2 wird man an jeder Ecke förmlich zugeschissen, während man für kleinere, obskurere Filme schon recht mühsam nach Nadeln im Heuhaufen sucht. Und kann es sein, dass Frankreich in Sachen online echt noch ganz schön hinterherhinkt, oder täuscht mein Eindruck wegen mangelnden Sprachkenntnissen?

Bei Comicgate: Kick-Ass, Iron Man, Adele und andere (Anti-) Helden: Comicverfilmungen 2010

Trailerschau für Filmstarts vom 8.4.

Mit Verspätung nachgereicht: die recht unspektakulären Neustarts der letzten Woche.

Vielleicht mal im Fernsehen:
A Single Man: Tom Ford, bisher bekannt als Modeschöpfer, scheint mit seinem ersten Film gleich einen Glücksgriff gemacht zu haben. Nicht zuletzt wegen Hauptdarsteller Colin Firth, der hierfür eine Oscarnominierung und diverse andere Preise abgeräumt hat. Die Verfilmung eines Romans von Christopher Isherwood aus dem Jahr 1964 zeigt einen Tag im Leben eines schwulen englischen Literaturprofessors — seinen letzten Tag, denn nach dem Unfalltod seines Lebensgefährten hat er beschlossen, sich das Leben zu nehmen. Es gibt exquisite Bilder, das Feuilleton jubelt, und Filmkritiker lassen sich zu Worthülsen wie “vibrierendes Vexierbild” hinreißen.

Neukölln Unlimited: Eine Doku über drei Geschwister, die aus dem Libanon stammen, aber seit frühester Kindheit in Berlin leben und mit der Bedrohung leben, irgendwann abgeschoben zu werden. Sieht sehr vielverprechend aus: nach einem realistischen, unsentimentalen Blick in einen Teil des deutschen Alltags, den man normalerweise nicht kennt. Die eingestreuten animierten Sequenzen sehen allerdings nicht gerade klasse aus.

Maria Larssons eviga ögonblick (Die ewigen Momente der Maria Larsson): A family affair: Die schwedische Autorin Agneta Ulfsäter-Troell schrieb ein Buch über die Mutter der Cousine ihres Vaters, jetzt wurde es von ihrem Ehemann Jan Troell verfilmt. Es geht um eine Mutter von sieben Kindern Anfang des 20. Jahrhunderts, die ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckt und sich so Abstand zu ihrem tyrannischen Ehemann gewinnt. Wieder einer der Filme, die sich als Empfehlung für kino-interessierte Eltern eignen könnten.

Muss nicht sein:
The Hunter (Zeit des Zorns): Ein Ex-Sträfling sinnt auf Rache, nachdem bei Unruhen seine Frau getötet wird und seine Tochter verschwindet. Klingt nach einem Charles-Bronson-Rachethriller, ist aber ein iranischer Film, der in Teheran spielt und laut FR ein “Spiegelbild der Diktatur, in der er spielt”. Bekam viel positive Kritik, aber Ekkehard Knörer widerspricht.

Nothing Personal: Ein holländisch-irischer Film, der eine Aussteigerin zeigt, die ihr altes Leben komplett hinter sich lässt und allein nach Irland geht, wo es dann eine ganz zaghafte Annäherung an einen älteren Mann gibt. Das Besondere: Regisseurin Urszula Antoniak lässt Motivation und Hintergrund der Hauptfigur völlig im Unklaren, und geredet wird auch nicht viel. Das Ergebnis wirkt recht sperrig, Filmkritiker lieben sowas. Ich aber weiß nicht so recht, warum mich das interessieren sollte.

Clash of the Titans (Kampf der Titanen): Das nächste 3D-Actionspektakel rollt an, schon wieder mit dem unerklärlichen Star Sam Worthington, der sein wenig markantes Gesicht auch schon in Avatar und Terminator 4 hingehalten hat. Griechische Götter kämpfen mit digitalen Monstern. Ein Remake des gleichnamigen Films von 1982, der der letzte in der Karriere von Ray Harryhausen, dem Lionel Messi der Stop-Motion-Animation, war. Das Original war schon ziemlicher Trash, die Neuauflage dürfte nicht viel besser werden.

Auf DVD: The Haunted World of El Superbeasto (Rob Zombies El Superbeasto)

Rob Zombie ist ein echter Hansdampf in allen Gassen des (un-) gepflegten Entertainments. Schon seit den 80ern als Heavy-Metal-Musiker aktiv, widmet er sich seit einigen Jahren als Regisseur dem Horrorfilm (House of 1000 Corpses und zuletzt zwei Halloween-Remakes). Zwischen 2003 und 2004 schrieb er die nicht besonders langlebige Comicserie Rob Zombie’s Spookshow International. Dort tauchte regelmäßig El Superbeasto auf, ein mexikanischer Lucha-Wrestler, der zwischendurch immer mal wieder als Superheld gebraucht wird (ein Sammelband erschien 2007 bei Image Comics, auf Deutsch sind die Comics nicht erhältlich).

Bereits 2006 begann Rob Zombie mit der Produktion eines Zeichentrickfilms, der direkt auf DVD erscheinen sollte. Nach etlichen Verzögerungen ist dies im letzten Herbst auch gelungen und ab sofort ist der Film auch bei uns zu bekommen. El Superbeasto ist ein völlig überdrehter, 75minütiger Comedy-Trip, bei dem es vor allem darum geht, Dinge zu präsentieren, die man in Zeichentrickfilmen in der Regel nicht sieht: Blut, Splatter, Kraftausdrücke und enorme unverhüllte weibliche Brüste. Echten Horror oder echte Erotik will man hier aber nicht präsentieren, hier werden einfach alle verfügbaren Trash-Klischees geplündert, um soviele Gags wie möglich aneinander zu reihen.

Dass die Handlung bei einem Projekt wie diesem eine eher unwichtige Rolle spielt, dürfte klar sein, trotzdem gibt es einen roten Faden, der sich durch den Film zieht: Der fiese Bösewicht Dr. Satan (Ziel: Weltherrschaft, logisch) muss eine unheilige Braut finden, um die Macht der Hölle zu entfesseln, und lässt zu diesem Zweck die Stripperin Velvet von Black entführen, die daraufhin von El Superbeasto gerettet werden muss. Dabei hilft ihm sein sexy Sidekick Suzi X, die sich allerdings auch noch gegen eine Armee von Nazi-Zombies und einen notgeilen Roboter wehren muss.

Die Gags in El Superbeasto sind größtenteils sehr albern und pubertär (Pupswitze gibt’s auch!), auf jeden gelungenen Scherz kommt mindestens ein halbes Dutzend miese Kalauer. Allerdings legt der Film ein derart rasantes Tempo und eine ausgesprochen hohe Gagdichte an den Tag, dass man unterm Strich trotzdem sehr gut unterhalten wird. Am gelungensten sind sicher die immer wieder eingestreuten Musical-Einlagen, gesungen vom Comedy-Musikduo Hard ‘n Phirm. Wenn diese zum Beispiel den Kampf von Suzi X gegen die Nazi-Zombies im Stil der “literal music videos” musikalisch begleiten, ist das tatsächlich äußerst komisch. Sehr schade, dass man davon nur mit guten Englischkenntnissen etwas hat: Für die deutsche Version erstellte man zwar eine ordentliche und prominent besetzte Synchronfassung mit Oliver Kalkofe und Martina Hill aus Switch Reloaded, verzichtete jedoch komplett auf eine Übersetzung der Musikstücke. Sicher, eingedeutschte Songs wären bestimmt sehr gruselig geworden, aber für Untertitel hätte es schon reichen können.

Was die Animation angeht, orientiert sich El Superbeasto an TV-Serien wie Spongebob oder Rockos modernes Leben. Gelegentlich erinnert der Stil auch mal an Ren & Stimpy, jedoch ohne die grandiose Verrücktheit dieser Trickserie zu erreichen. Interessant für alle, die sich genauer mit der Animation befassen wollen, ist das Special Feature auf der DVD: In der “Work in Progress Fassung” lässt sich der komplette Film in einer Version ansehen, die aus Rohmaterial in verschiedenen Stadien der Produktion zusammengeschnitten wurde. Insgesamt ist der Film vergleichsweise aufwendig produziert und kann auch im Original mit prominenten Sprechern aufwarten (allen voran Paul Giamatti als Dr. Satan).

Unterm Strich ist Rob Zombies El Superbeasto wahrlich kein Meilenstein des Erwachsenen-Zeichentrickfilms geworden – subtilen Humor sucht man vergebens und die parodistischen Elemente sind eher platte Verarsche als feinsinnige Hommage. Immerhin sorgt das hohe Tempo dafür, dass kaum Langeweile aufkommt und man zwischen allerlei Busen- und Peniswitzen auch immer wieder gute Gags serviert bekommt. Wer gehobene Ansprüche sausen lassen und seinen inneren 15jährigen freilassen kann, wird hier vortrefflich unterhalten.

Zuerst erschienen bei Comicgate.

Im TV: Interview

Der 2004 ermodete niederländische Regissseur Theo van Gogh drehte 2003 einen Film, der vier Jahre später ein amerikanisches Remake bekam, mit Steve Buscemi als Regisseur und männlicher Hauptdarsteller (als kleiner Tribut an den Urheber steht einmal ein Umzugstransporter mit der Aufschrift “van Gogh” im Bild).

Interview ist ein klassisches Zwei-Personen-Stück, das sich überwiegend in einem Raum abspielt und problemlos auch auf einer Bühne inszeniert werden könnte. Buscemi spielt den Journalisten Pierre Peters, einen Politikreporter, der vom Boss verdonnert wird, ein B-Promi-Schauspielersternchen zu interviewen, für das er sich überhaupt nicht interessiert. Die junge Frau, Katja Schuurman, wird gespielt von Sienna Miller, der man auch nicht übermäßig unrecht täte, würde man sie selbst als B-Promi-Schauspielersternchen bezeichnen — in dieser Hinsicht eine geniale Besetzung. Nach einem desaströsen und schnell abgebrochenen Interview-Versuch in einem Restaurant landen die beiden eher zufällig gemeinsam in Katjas Wohnung, wo sich dann der Hauptteil des Films abspielt.

Unterstützt von Scotch und Koks entwickelt sich zwischen Katja und Pierre, die sich anfangs so gar nicht leiden können, ein Seelenstriptease, der in gegegenseitigen Geständnissen gipfelt. Am Ende hat jeder dem anderen ein Geheimnis anvertraut, von dem bis dahin niemand anders gewusst hatte — aber letztlich spielen beide mit gezinkten Karten, und der Twist am Ende lehrt uns, dass man in diesem Business niemals jemandem vertrauen darf.

Eine reichlich pessimistische Sicht, so pessimistisch wie der ganze Film. Naturgemäß sehr dialoglastig und trotz 80 Minuten Spielzeit in der Mitte etwas länglich geraten, gewinnt der Film durch sein hinterfotziges Ende und das gute Spiel seiner beiden Hauptdarsteller. Buscemi hat’s einfach drauf, diese Sorte von leicht abgehalfterten, aber noch nicht ganz kaputten, mittelalten Typen zu verkörpern.

Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen.

Trailerschau für Filmstarts vom 1.4.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Lourdes: Ein Film über Wallfahren, Wunderglaube und über unheilbar Kranke, deren letzte Hoffnung die Jungfrau Maria ist. Klingt erstmal ziemlich abschreckend, ist aber von Jessica Hausner, deren Hotel mir gut gefallen hat. Es scheint ihr sehr gut gelungen zu sein, das Treiben in Lourdes durchaus amüsiert zu betrachten, aber auch ernst zu nehmen. Am Ende bleibt alles in der Schwebe und der Zuschauer darf selber seine Schlüsse ziehen. Humorkritik-Papst Hans Mentz findet’s toll, und ihm kann man vertrauen: “Ein erfreulich schwer klassifizierbares Stückchen Film.”

Greenberg: Ben Stiller mal nicht als Komödiant, sondern in einer quasi ernsten, wenn auch leicht Woody-Allenesken Rolle in diesem Indiewood-Drama über einen sozial gestörten 40jährigen. Hat als Co-Star die Indie-Ikone Greta Gerwig mit an Bord und klingt eigentlich ganz vielversprechend. Das Echo auf der Berlinale klang jedoch recht durchwachsen. Gute Ansätze, aber im Gesamten kein großer Wurf.

Waffenstillstand: Erstlingsfilm des Regisseurs mit dem klangvollen Namen Lancelot von Naso. Die deutsche Produktion setzt sich mit dem Irakkrieg auseinander, und zwar zur Abwechslung aus der Sicht von zivilen Helfern. Mit Matthias Habich und Hannes Jaenicke.

Brooklyn’s Finest (Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest): Ein Polizeithriller vom Regisseur von Training Day, besetzt mit vier bekannten Herren, deren Marktwert in den letzten Jahren eher gesunken als gestiegen ist: Richard Gere, Ethan Hawke, Don Cheadle und Wesley Snipes. Vermutllich ein solides Genre-Ding, das man mal gucken kann, wenn sonst nichts läuft, bei dem es aber auch kein Versäumnis ist, es nicht zu kennen.

Muss nicht sein:
Nanny McPhee and the Big Bang (Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer): Zum zweiten Mal nach 2005 spielt Emma Thompson das von ihr selbst erdachte Kindermädchen. Ich bin weiß Gott nicht die Zielgruppe, aber das dezidiert Britische an diesem Film gefällt mir.

The Bounty Hunter (Der Kautions-Cop): Just another stinklangweilige RomCom, schon wieder mit Jennifer Aniston und schon wieder mit Gerard Butler.