Trailerschau für Filmstarts vom 8.4.

Mit Verspätung nachgereicht: die recht unspektakulären Neustarts der letzten Woche.

Vielleicht mal im Fernsehen:
A Single Man: Tom Ford, bisher bekannt als Modeschöpfer, scheint mit seinem ersten Film gleich einen Glücksgriff gemacht zu haben. Nicht zuletzt wegen Hauptdarsteller Colin Firth, der hierfür eine Oscarnominierung und diverse andere Preise abgeräumt hat. Die Verfilmung eines Romans von Christopher Isherwood aus dem Jahr 1964 zeigt einen Tag im Leben eines schwulen englischen Literaturprofessors — seinen letzten Tag, denn nach dem Unfalltod seines Lebensgefährten hat er beschlossen, sich das Leben zu nehmen. Es gibt exquisite Bilder, das Feuilleton jubelt, und Filmkritiker lassen sich zu Worthülsen wie „vibrierendes Vexierbild“ hinreißen.

Neukölln Unlimited: Eine Doku über drei Geschwister, die aus dem Libanon stammen, aber seit frühester Kindheit in Berlin leben und mit der Bedrohung leben, irgendwann abgeschoben zu werden. Sieht sehr vielverprechend aus: nach einem realistischen, unsentimentalen Blick in einen Teil des deutschen Alltags, den man normalerweise nicht kennt. Die eingestreuten animierten Sequenzen sehen allerdings nicht gerade klasse aus.

Maria Larssons eviga ögonblick (Die ewigen Momente der Maria Larsson): A family affair: Die schwedische Autorin Agneta Ulfsäter-Troell schrieb ein Buch über die Mutter der Cousine ihres Vaters, jetzt wurde es von ihrem Ehemann Jan Troell verfilmt. Es geht um eine Mutter von sieben Kindern Anfang des 20. Jahrhunderts, die ihre Leidenschaft für die Fotografie entdeckt und sich so Abstand zu ihrem tyrannischen Ehemann gewinnt. Wieder einer der Filme, die sich als Empfehlung für kino-interessierte Eltern eignen könnten.

Muss nicht sein:
The Hunter (Zeit des Zorns): Ein Ex-Sträfling sinnt auf Rache, nachdem bei Unruhen seine Frau getötet wird und seine Tochter verschwindet. Klingt nach einem Charles-Bronson-Rachethriller, ist aber ein iranischer Film, der in Teheran spielt und laut FR ein „Spiegelbild der Diktatur, in der er spielt“. Bekam viel positive Kritik, aber Ekkehard Knörer widerspricht.

Nothing Personal: Ein holländisch-irischer Film, der eine Aussteigerin zeigt, die ihr altes Leben komplett hinter sich lässt und allein nach Irland geht, wo es dann eine ganz zaghafte Annäherung an einen älteren Mann gibt. Das Besondere: Regisseurin Urszula Antoniak lässt Motivation und Hintergrund der Hauptfigur völlig im Unklaren, und geredet wird auch nicht viel. Das Ergebnis wirkt recht sperrig, Filmkritiker lieben sowas. Ich aber weiß nicht so recht, warum mich das interessieren sollte.

Clash of the Titans (Kampf der Titanen): Das nächste 3D-Actionspektakel rollt an, schon wieder mit dem unerklärlichen Star Sam Worthington, der sein wenig markantes Gesicht auch schon in Avatar und Terminator 4 hingehalten hat. Griechische Götter kämpfen mit digitalen Monstern. Ein Remake des gleichnamigen Films von 1982, der der letzte in der Karriere von Ray Harryhausen, dem Lionel Messi der Stop-Motion-Animation, war. Das Original war schon ziemlicher Trash, die Neuauflage dürfte nicht viel besser werden.