ITFS: Im Trickreich


Filmstill aus Bill Plymptons Horn Dog.
Foto: Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart

Wow. So viele Filme, so wenig Zeit. Kein Wunder, dass ich das Internationale Trickfilm-Festival in Stuttgart bisher nicht angemessen im Blog würdigen konnte. Das Programm ist derart umfassend, dass man im Prinzip täglich von 11 Uhr morgens bis spät in die Nacht ohne Unterbrechung Trickfilme schauen könnte. Das ITFS ist das größte deutsche Festival seiner Art und angeblich auch das zweitgrößte der Welt (Quelle leider verschlampt), ist sehr gut besucht und bietet eine wahre Fundgrube für kreatives (Trick-) Filmemachen mit insgesamt ca. 500 Beiträgen aus aller Welt. Von kleinen, experimentellen 30-Sekunden-Clips bis zum abendfüllenden Trickfilm aus Hollywood mit Millionenbudget. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich für Animationsfilme interessiert, einmal hierherzukommen — es lohnt sich sehr!

Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf Kurzfilmproduktionen. 44 davon traten — aufgeteilt auf 5 Sessions, die mehrmals wiederholt wurden — im „Internationalen Wettbewerb“ an. Als ähnlich umfangreiche Nebenreihen gibt es „Young Animation“ mit Beiträgen, die fast alle aus dem Umfeld von Film- und Kunsthochschulen kommen, „Tricks for Kids“ mit Animationsbeiträgen für Kinder (der Preis in dieser Sektion wird von einer Jury aus sechs Kindern vergeben) sowie die Reihen „Panorama“ und „Best of Animation“, in denen Beiträge gesammelt werden, die nicht mehr nagelneu sind. Außerdem gibt es eine Themenreihe zu Propaganda-Trickfilmen.

Bei den Langfilmen kann man natürlich nicht mit dieser Masse protzen. Ein paar mehr hätten es aber schon sein dürfen. Der Animovie-Wettbewerb bestand nur aus acht Beiträgen (darunter vier ausgewiesene Kinderfilme), von denen einer ohnehin nächste Woche in die deutschen Kinos kommt. Letzterer — Wes Andersons Fantastic Mr. Fox — ist dafür auch ein ganz wunderbarer und großartiger Film, den ich sofort ins Herz geschlossen habe.

Drumherum gibt es Workshops, Vorträge, Kinderprogramme, und ein kostenloses Open-Air-Kinoprogramm auf dem Schlossplatz. Ein perfekter Ort, Stuttgarts zentralster Platz, direkt neben dem Kinokomplex gelegen, in dem das Festival stattfindet. So trägt man das Festival in die Öffentlichkeit und macht Werbung für den Animationsfilm. Schade nur, dass erst am vorletzten Abend das Wetter halbwegs Open-Air-tauglich war. Zuvor herrschten Regen und nächtliche Tiefstwerte nahe dem Gefrierpunkt. Die Öffentlichkeitsarbeit scheint dennoch gut zu funktionieren, denn in den Kinosälen sieht man nicht nur das zahlreich anwesende Fachpublikum und viele Filmstudenten, sondern durchaus auch viele „normale“ Zuschauer, darunter etliche Familien mit Kindern.

Soviel zu meinen allgemeinen Eindrücken. Demnächst folgt eine Auswahl aus guten Kurzfilmen, die im Web verfügbar sind, sowie Reviews zu den gesehenen Langfilmen.

 

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