Trailerschau für Filmstarts vom 20.5.

Auf die DVD warten:
De helaasheid der dingen (Die Beschissenheit der Dinge): Verfilmung eines autobiographischen Romans aus Belgien, in dem der Autor von seiner Jugend in einem sehr speziellen Milieu erzählt: er wuchs bei seiner Oma, seinem versoffenen Vater und dessen ebenso versoffenen Brüdern auf, was genug Stoff sowohl für tragische als auch komische Momente bieten dürfte.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Le père de mes enfants (Der Vater meiner Kinder): … ist ein hochverschuldeter Filmproduzent, der sich das Leben nimmt und eine Frau und drei Kinder hinterlässt. Der Film zeigt, wie die plötzlich vaterlose Familie mit diesem Verlust leben und umgehen muss.

Leningrad – Der Mann, der singt: Porträt einer sehr bekannten Punkband aus Russland, wo solche Musik und solches Auftreten wohl wirklich noch das Potential zur Provokation haben. Schaut interessant aus.

Quartier lointain (Vertraute Fremde): Ein älterer Mann wacht plötzlich im Körper seines 14-jährigen Ichs auf, zurückversetzt in die 60er Jahre. Verfilmung eines sehr guten Manga von Jiro Taniguchi, bei der allerdings alles verwestlicht und nach Frankreich verlegt wurde. Und irgendwie erweckt der Trailer den Eindruck eines gekünstelten Kitschdramas, den die Comicvorlage überhaupt nicht hat.

Keep Surfing: Wenn man in München Besuch hat und nicht weiß, was man ihnen zeigen soll, schickt man sie zum Eisbach, den Surfern zugucken. Hat zweifellos was faszinierendes, Surfer mitten in der Stadt, die Welle ist inzwischen weltbekannt, und ein Film darüber war wohl nur noch eine Frage der Zeit. Mich haben die Surfer immer nach wenigen Minuten gelangweilt, ins Kino muss ich dafür bestimmt nicht. Zumal auch dieser Film nicht ohne die quasi-religiöse Verherrlichung der ach so unangepassten, freiheitsliebenden Wellenreiter auskommt.

Einaym Pkuhot (Du sollst nicht lieben): Orthodoxer jüdischer Metzger verliebt sich in seinen attraktiven Lehrling und hat schwere Gewissensnöte. Durchweg lobende Rezensionen, wenn man auf solche schweren Dramen steht, sicher einen Besuch wert.

Muss nicht sein:
Prince of Persia: The Sands of Time (Prince of Persia – Der Sand der Zeit): Jake Gyllenhall als Held mit einem Dolch, der die Zeit zurückdrehen kann. Effektreiche Videospielverfilmung mit Orient- und 1001-Nacht-Flair, aber letztlich wohl doch bloß ein blutleerer Plastik-Blockbuster aus dem Hause Disney, produziert von Jerry Hauruckheimer. Bei der Pressevorführung von Alice im Wunderland gab’s knappe 20 Minuten draus zu sehen. War für mich völlig ausreichend.

A Nightmare on Elm Street: Die Horror-Remake-Welle ist nun bei den ganz großen Ikonen der 80er angekommen. Ich habe tatsächlich keinen der Original-Nightmare-Filme gesehen und bin auch hier schlicht und einfach desinteressiert. Rajko, einer der größten Freddy-Fans der deutschen Filmblogosphäre, schreibt bei den F5 vom „Tiefpunkt einer nicht enden wollenden Remakeflut“.