Im Flugzeug: Date Night (Date Night – Gangster für eine Nacht)

Es hätte so schön werden können: Steve Carell und Tina Fey als Hauptdarstellerpaar in einem Film! Die Stars von zwei der derzeit besten US-Comedyserien, The Office und 30 Rock. Eine vielverprechende Konstellation, deren Ergebnis aber leider nur eine schwache bis mittelprächtige Komödie geworden ist. Ein Spielfilm ist eben keine 22-Minuten-Sitcom, das Geschichten- und Witzeerzählen funktioniert in beiden Formen ganz unterschiedlich.

Date Night handelt vom Ehepaar Foster, das ein regelmäßiges Ritual pflegt: Einmal die Woche kommt der Babysitter, dann gehen Papa und Mama schön ohne Kinder aus. Bei einer dieser „Date Nights“ kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung: Die Fosters werden irrtümlich für die Tripplehorns gehalten und müssen den Rest der Nacht vor allerlei zwielichtigen und unfreundlichen Typen fliehen. Was als überraschend charmante RomCom begonnen hat, wird nach einem Drittel zu einer Actionkomödie, die zwar ein recht hohes Tempo an den Tag legt, aber mit zunehmender Länge immer unlustiger wird. Gibt es zu Beginn des Films noch ein paar gelungene, teils improvisiert wirkende Wortgefechte, setzt Regisseur Shawn Levy (der zuvor die beiden Night at the Museum-Filme gemacht hat) später auf plumpen Slapstick und fade Oneliner. Teilweise wirkte Date Night auf mich wie eine dieser französischen 80er-Jahre-Streifen mit Pierre Richard (obwohl ich daran nur noch ganz verschwommene Erinnerungen habe).

Neben Carell und Fey, die ihre Sache nicht schlecht machen, enttäuscht die restliche Darstellerriege — auch weil das Drehbuch keine interessanten Figuren bereithält. Einzig Mark Wahlberg, der selbstironisch ein männliches Sexsymbol gibt, weiß noch zu gefallen. Ansonsten plätschert der Film von einer uninteressanten Verfolgungsjagd zur nächsten und findet seinen Tiefpunkt in einer albernen Tanzeinlage, deren Fremdschämpotential von Steve Carell und Tina Fey in ihren TV-Serien viel besser ausgespielt wird.

Date Night ist kein kompletter Reinfall und durchaus ansehbar, wenn sonst nichts besseres da ist, kann aber direkt danach sofort wieder vergessen werden.