Trailerschau für Filmstarts vom 9.9.

Im Kino sehen:
Rammbock: Ein deutsch-österreichischer Zombiefilm, der nicht nur eine kleine Homevideo-Produktion von ein paar Fanboys ist, und schon ein paar Preise auf Festivals gewonnen hat. Als wäre das nicht schon erstaunlich genug: das Ding ist tatsächlich vom „Kleinen Fernsehspiel“ des ZDF produziert und wird dort auch im Dezember zu sehen sein. Vorher läuft der 50-Minüter in (nicht allzu vielen) Kinos und ist mit Sicherheit einen Blick wert.

Auf die DVD warten:
Black Death: Boromir ist wieder da und muss in diesem britischen Mittelalter-Thriller als Spezialagent des Bischofs die Pest bekämpfen. Lief eben noch auf dem Fantasy Filmfest und sieht nach einem soliden B-Movie aus.

Humpday: Zwei Kumpel aus Jugendzeiten treffen sich nach Jahren wieder und kommen auf die ziemlich blöde Idee, gemeinsam einen Kunstporno zu drehen. Gelungener kleiner Mumblecore-Film, den ich letztes Jahr auf dem Münchner Filmfest gesehen und hier besprochen habe. Läuft nur in zwei Städten und wurde zum Glück nicht synchronisiert.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Pianomania: Doku über einen Klavierstimmer, der die Flügel für berühmte Konzertpianisten stimmt. Sieht tatsächlich nach einem interessanten und stellenweise auch amüsanten Film aus.

Bal (Bal – Honig): Türkische Filmkunst, der Gewinner des Goldenen Bären 2010. Eine Kindheitsgeschichte vom Land, die wirklich allen Kritikern gut gefällt, das aber jenseits von Feuilleton und Festivals wohl nur wenig Zuschauer finden wird. Unter anderem wegen Banausen wie mir, die zwar wissen, dass sie hier einen guten Film sehen könnten, aber dann doch nicht genug Interesse aufbringen.

Le refuge (Rückkehr ans Meer): Nach dem Flop mit Ricky, dem geflügelten Baby, kehrt François Ozon wieder auf das vertraute Terrain des französischen Beziehungsdramas zurück. Es geht um eine Schwangere, deren Freund gestorben ist, und die nun dessen Bruder näherkommt.

La Vie sauvage des Animaux domestiques (Die wilde Farm): Tierfilm für die lieben Kleinen, der einen Bauernhof ohne Menschen zeigt, weil der Bauer ins Krankenhaus musste. Angenehmerweise kein neues Schweinchen namens Babe, sondern eine Doku, die Bilder statt Tiere sprechen lässt.

Muss nicht sein:
Zarte Parasiten: Klingt wie Zärtliche Chaoten, ist aber ein ernsthaftes deutsches Drama mit Robert Stadlober. Ein Pärchen, dass Aussteiger-mäßig im Wald lebt und sein Geld mit „emotionalen Dienstleistungen“ verdient. Laut film-dienst will der Film „nicht urteilen, sondern nur zeigen. So viel Zurückhaltung rächt sich durch die einkehrende Langeweile, wenn die Schauspieler die Last, die ihnen aufgebürdet wird, nicht bewältigen.“

Leap Year (Verlobung auf Umwegen): RomCom mit Amy Adams, die mal wieder alles hat, was dieses Genre so hassenswert macht: Postkartenbilder aus einem schönen Urlaubslandd (hier: Irland), eine tausendmal gesehene Fish-out-of-Water-Konstellation und eine Story, über die man praktisch schon alles weiß, wenn man den Trailer gesehen hat. Bäh.

Vampires Suck (Beilight – Biss zum Abendbrot): Die Teenager von heute tun mir langsam wirklich leid. Wir hatten damals wenigstens noch Hot Shots und Spaceballs — gewiss keine Meisterwerke, aber passable Parodien mit vielen Gags und einer gewissen Liebe zu dem, was da parodiert wurde. Beilight kommt aus der Spoofs-vom-Fließband-Fabrik, die auch Scary Movie und ähnliches gemacht hat und ist eher kommerzielle Trittbrettfahrt als wirkliche Parodie. Vor allem ist es genau so uninspiriert, holprig und unlustig wie der wirklich sehr schlimme deutsche Titel.

 

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